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Wie die Hameln Marketing und Tourismus GmbH um asiatische Touristen wirbt / „China ist ein Markt auf Expansionskurs“

Rattenfänger lockt Japaner

HAMELN. Der japanische Botschafter S.E. Takeshi Yagi trägt sich in das Goldene Buch der Stadt ein. Zudem berichten zwei japanische Journalistinnen parallel aus der Rattenfängerstadt: Die eine schreibt für „Yahoo News“, das größte Webportal des Landes mit monatlich 40 Millionen Besuchern; die andere schreibt für die japanische Website „All About“ mit mehr als 30 Millionen Besuchern monatlich. „Japan ist ein interessanter Markt für uns“, erklärt Harald Wanger, Geschäftsführer der Hameln Marketing und Tourismus GmbH.

veröffentlicht am 14.09.2017 um 17:15 Uhr

Der Rattenfänger wird von einem japanischen Fernsehteam begleitet. Diese Aufnahmen liegen zwar schon etwas zurück, das Interesse der Japaner an Hamelns Sagenfigur ist aber immer noch sehr groß. Archiv / Foto: Dana

Autor:

Karen Klages
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Dennoch musste Wanger im vergangenen Jahr einen Einbruch bei den Übernachtungszahlen japanischer Touristen feststellen: nur 235 Übernachtungen aus Japan von insgesamt 2000 aus Asien. Auch deutschlandweit kamen mit 1 069 613 rund 140 000 weniger Übernachtungstouristen aus Japan als noch im Jahr 2015. „Letztes Jahr war geprägt durch große Reisezurückhaltung insbesondere aus Japan und Korea aufgrund der internationalen Sicherheitslage“, weiß Harald Wanger. Aus Angst vor Terroranschlägen wie Ende 2015 in Paris haben viele Japaner ihre Reisen storniert. „Erfreulicherweise erholt sich der Markt dieses Jahr wieder etwas. Normalerweise liegen wir jährlich etwa bei 600 Hotel-Übernachtungen von Japanern.“ Auch der japanische Botschafter hat bei seinem Besuch zwei japanische Touristinnen getroffen: „Die Rattenfängerstadt ist eine Station auf der Deutschen Märchenstraße. Sie wissen vielleicht gar nicht, wie bekannt diese Straße bei uns in Japan ist“, erzählt Yagi.

Neben den Japanern begrüßt der Rattenfänger aber noch weitere Touristen aus Asien: Bezogen auf die Übernachtungszahlen hat allein die Volksrepublik China mehr als 1100 Übernachtungen auf sich verbucht – „ein Markt auf Expansionskurs!“, freut sich der HMT-Chef.

China, Japan, Südkorea: Die Besucherzahlen aus Asien steigen seit Jahren. Die Faszination dieser Länder an der Deutschen Märchenstraße mit ihren Sagenfiguren ist ungebrochen. „Die Deutsche Märchenstraße ist authentisch, hier kommen die Touristen zu den Originalschauplätzen“, erklärt Wanger. Die „japanische Technik“ des Busreisens heißt bei der Deutschen Zentrale für Tourismus Incoming. Reiseunternehmen aus Japan haben Mittelsmänner in Deutschland, und die wiederum organisieren die Reisebusunternehmen. Hameln, Kassel und Lübeck liegen oft auf einer Route; japanische Touristen kommen so auch nur mal für ein paar Stunden in die Rattenfängerstadt, zum Beispiel, um den Weihnachtsmarkt zu besuchen.

Die Touristen kommen aber nicht einfach so; um sie zu locken, tun die Verantwortlichen einiges: „Wir müssen auf diesen Märkten präsent sein“, betont Wanger. Er selbst besuchte 2013 als Repräsentant der Deutschen Märchenstraße Seoul in Südkorea sowie die japanischen Städte Osaka, Nagoya und Tokyo – vier Millionenmetropolen in fünf Tagen. Solch ein zügiges Besuchsprogramm wird ja sonst nur japanischen Touristen auf ihrer Europareise nachgesagt. Als Teilnehmer einer 20-köpfigen deutschen Delegation der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) warb Wanger in Gesprächen mit Reiseveranstaltern, Reisebüros und Airlines für Reisen an die Deutsche Märchenstraße. „Wir lassen Kontakte nicht abreißen. Wenn wir eine Einladung aus dem asiatischen Raum haben, sind wir dabei“, so der HMT-Chef. Selbst der Rattenfänger war schon dort: Auf Einladung einer japanischen Airline „entführte“ er dreimal die Schauspieler seines Rattenfänger-Freilichtspiels nach Japan. Zuletzt 1989. Harald Wanger war selbst dabei. „Doch diese Reisen sind in der Form natürlich Vergangenheit.“

Die Deutsche Zentrale für Tourismus setzt neben Märchen und Sagen in Zukunft noch auf andere Schienen, um Touristen aus Japan und anderen asiatischen Ländern nach Deutschland zu locken: So sollen vermehrt jüngere Zielgruppen angesprochen und umweltbetonte, barrierefreie, Schul- und Fußballreisen angeboten werden. Für Buchungen wolle man verstärkt online werben: Die Mehrheit der Deutschlandreisen werde in Japan mittlerweile über das Internet gebucht.

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