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Teehaus schwer beschädigt – Pflanzen und Bäume wuchern: Alte Pracht ist nur noch zu erahnen

Randalierer wüten in Janssens Park

Hameln (jch). Die steinernen Pfosten am Eingang zum Park habe ihre Funktion teilweise eingebüßt. Von den üppig verzierten Jugendstiltoren ist nur noch eins übrig. Der Weg in die mehr als 3,1 Hektar große Anlage ist frei. Janssens Park steht für jeden offen. Der Park am Ende des Klütviertels gehört einer Erbengemeinschaft, wird aber vom Forstamt der Stadt Hameln bewirtschaftet.

veröffentlicht am 17.08.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 18:21 Uhr

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Das Gelände, das 1907 vom Fabrikanten Heinrich Janssen gekauft wurde, war damals innerhalb eines Jahres im Stile eines englischen Parks angelegt worden. Verschiedene Sichtachsen lenkten die Blicke der Besucher entweder auf die Stadt oder auf besondere Bäume, die gepflanzt wurden. Auch ein Tennisplatz und ein künstlicher Bachlauf mit kleinen Brücken gehörten zur Anlage. Rund zwanzig Jahre später ließ die Familie außerdem ein Teehaus am oberen Ende des Parks errichten. Bis zum Zweiten Weltkrieg wurde der Garten regelmäßig von der Familie genutzt. Man ließ sich vom Personal Tee reichen, schaute herunter auf Stadt und Weser oder spielte Tennis. Vom alten Glanz ist nicht mehr viel zu sehen.

Seit 1996 ist der Park offiziell für jedermann freigegeben. Viele Hamelner haben die Möglichkeit genutzt, auf alten Spuren Hamelner Großunternehmertums zu wandeln. Mit der Öffnung des Parks kamen aber auch die Randalierer. Bereits 1999 berichtete die Dewezet über massive Zerstörungen am Teehaus. „Fenster verfeuert, Treppe zerstört: Kleinod Janssens Park verkommt“, war damals zu lesen. Steine wurden aus der Terrasse gebrochen, um Feuerstellen einzurichten.

„Immer wieder haben wir viel Geld in den Erhalt des Teehauses gesteckt“, erklärt Bernhard Ulrich Janssen, der zur Erbengemeinschaft gehört. So sei erst vor wenigen Jahren das Dach neu gedeckt worden. Um weiterem Vandalismus im Teehaus Einhalt zu gebieten, seien die Zugänge vergittert worden, erklärt er weiter. Mit Brachialgewalt sei bereits kurze Zeit später eines der Gittertore aus den Angeln gerissen worden, die Wände im Inneren wieder mit Sprühereien versehen worden. Auch wurde ein Teil des Kuppeldaches von innen mit Stangen herausgebrochen.

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  • Auch Gitter schützen das Teehaus nicht vor Vandalismus.
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Pläne, den Park wieder in den ursprünglichen Zustand zu versetzen, gibt es gleich mehrere. Unter anderem hat eine Projektgruppe der Hochschule Holzminden 2004 sämtliche Bäume kartiert und den historischen Plan des Parks rekonstruiert (siehe oben). Für eine Umsetzung fehlt allerdings das nötige Geld. Mehrere Hunderttausend Euro würden Aufforstung und Neuanlage verschlingen.

Wer sich durch den verwilderten Park zum Teehaus begibt, kann aber noch heute den Blick auf die Stadt genießen. Auch die Spuren des Tennisplatzes sind bei genauerem Hinsehen noch am unteren Ende des Parkes zu erkennen. Die Erbengemeinschaft hofft, dass sich vielleicht Konzerte oder Ausstellungen im Park realisieren lassen: „Wir sind bereit, alles mitzutragen“, so Miterbe Janssen.

Auch ein Tennisplatz und ein Teich samt Springbrunnen gehörten einst zu Janssens Park, wie der Plan der alten Anlage zeigt. Die steinernen Pfeiler (u.) zeigen noch heute, wo früher ein Zaun den Park vom Klütwald trennte.

Fotos: ch/jch



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