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Fastenbrechen vor dem Fasten

Ramazan-Fest: Rund 10.000 trotzen wechselhaftem Wetter

HAMELN. „Wir empfangen in diesem Jahr Ramazan!“, sagt Bilgin Onur zu der Frage, die sich in den vergangenen Tagen so mancher Hamelner gestellt hatte: Wieso feiern die Muslime in Hameln das Ramazan-Fest, das normalerweise erst zum Abschluss des Fastenmonats begangen wird, wenn der Monat des Fastens doch erst an diesem Montag beginnt? Der unspektakuläre Grund: Es habe in diesem Jahr terminlich einfach nicht anders gepasst, so Onur, der Mitveranstalter des Festes und Vorsitzende der „Islamischen Gemeinde Hameln“.

veröffentlicht am 05.05.2019 um 17:30 Uhr
aktualisiert am 05.05.2019 um 19:20 Uhr

Emircan und sein Vater Selcuk Meseli aus Emmerthal beim Shoppen an einem der Stände. Um etwas zum Flair des Festes beizutragen, hat sich Selcuk Meseli ein Fes aufgesetzt, eine traditionelle Kopfbedeckung aus dem Osmanischen Reich. Foto: pk
Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite
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Dem Fest im Bürgergarten tat dies an diesem Wochenende indes keinen Abbruch. Vielmehr dürfte es das wechselhafte und mitunter kühle Wetter gewesen sein, das dem Ramazan-Festival in diesem Jahr etwas weniger Besucher bescherte als sonst. Onur schätzt die Besucherzahl für alle drei Tage dennoch auf rund 10 000.

Vier dieser 10 000 waren Kemal und Nalan Gebes und ihre Freunde Ilker und Selver Metin. Die Hamelner mit türkischen Wurzeln nehmen jedes Jahr an dem Festival teil, erzählen sie. „Wenn ich hier bin, dann fühle ich mich immer wie in der Türkei“, begründet Kemal Gebes mit einem Lächeln, weshalb ihm das Fest so gut gefalle. Er würde es nur lieber, so wie vorgesehen, am Ende des Fastenmonats feiern, anstatt zu Beginn.

So geht es auch Selcuk Meseli aus Emmerthal. Aber er habe Verständnis für die terminlichen Umstände, die dazu geführt hätten, dass das Fest diesmal früher stattfindet. Auf dem Kopf trägt er ein Fes, eine traditionelle Kopfbedeckung aus dem Osmanischen Reich, die er zu besonderen Anlässen wie diesem gerne trage, „um etwas zum Flair beizutragen“, wie er sagt. „HRH“ ist auf das Fes gestickt. „Das steht für Hessisch Oldendorf, Rinteln und Hameln“, erklärt er mit Blick auf die drei türkisch-islamischen Gemeinden der Städte, die das Fest unter der Schirmherrschaft des Landkreises Hameln-Pyrmont und der Stadt Hameln veranstalten. Sein Sohn, der 15-jährige Emircan, findet es sogar gar nicht so schlecht, dass das Fest vor dem Fastenmonat stattfindet. Aus Mitgefühl mit den gut 50 Beschickern, von denen viele die Besucher mit orientalischen Köstlichkeiten versorgen. „Während der Fastenzeit ist es sonst schwierig für sie, wenn sie den ganzen Tag über Essen zubereiten müssen und hungrig sind, aber nichts essen dürfen“,sagt er.

Die Hamelner Kemal Gebes (v. li.), Ilker Metin, Nalan Gebes und Selver Metin nehmen jedes Jahr am Ramazan-Festival im Bürgergarten teil. Foto: pk

Ahmet Özcan, der Vorsitzende des Migrationsrates des Landkreises, hat den Eindruck, dass zunehmend immer mehr Nicht-Muslime an dem Fest teilnehmen würden. „Die Berührungsängste nehmen ab, der Austausch wird intensiver“, meint er. Dazu mag der Standort, der mitten im Herzen der Stadt gelegene Bürgergarten, beitragen. Gerade das sei von den Besuchern des türkischen Konsulats in Hannover in ihren Ansprachen besonders gewürdigt worden, sagt Murat Bas, der Vorsitzende der Thiewall-Gemeinde.



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