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Wegweiser an Weserpromenade noch immer (oder wieder) falsch

Radler ratlos

HAMELN. 80 000 Euro hat der Steuerzahler investiert, um in Hameln die besten Radrouten auszuschildern. Schlecht, wenn solche Wegweiser dann in die Irre führen - so, wie an der Weserpromenade in der Nähe der Pfortmühle.

veröffentlicht am 11.06.2017 um 15:18 Uhr

Radwegschilder an der Pfortmühle
Marc Fisser

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Marc Fisser Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Zwar sind die zahlreichen anfänglichen Schnitzer unter den rund 1000 Pfeilen inzwischen korrigiert worden, doch eine Stelle moniert Dewezet-Leser Manfred Scholz nach wie vor. Es ist ausgerechnet ein zentraler Punkt am Weser-Radweg, der von ortsunkundigen Touristen stark frequentiert wird: der Bereich an der Sandsack-Skulptur südlich der Pfortmühle. Das Schild mit der Aufschrift Aerzen/Klein Berkel ist zum Langen Wall hin ausgerichtet. Mit der Folge, dass gutgläubige Radfahrer, die diesem Hinweis folgen, unter der Münsterbrücke hindurchfahren. Das Ziel „Aerzen/ Klein Berkel“ wird dort nicht mehr aufgegriffen – durchaus zu Recht. Scholz sieht auf Höhe des Hotels „Stadt Hameln“ oft ratlose Radfahrer. „Viele fahren dann auf der falschen Straßenseite über die Brücke und somit auch mal in die Arme der Polizei“, schreibt er dem Kümmerer-Portal der Dewezet. Die Alternative zur Fahrt in verbotener Richtung über den stadteinwärts führenden Brückenradweg ist das waghalsige Überqueren des Münsterwalls, um die korrekte Straßenseite zu erreichen. Scholz berichtet, er habe „diesen erheblichen Mangel der Stadtverwaltung mehrmals kundgetan“. Der Fehler sei im Rathaus auch anerkannt worden  – aber trotz Zusage habe sich auch nach längerer Zeit nichts geändert.

Aufgrund der Nachfrage der Redaktion nahm am Freitag ein Stadtbediensteter die Stelle in Augenschein. Und stellte fest: Die übersandten „Beweisfotos“ lügen nicht. Der Pfeil ist falsch. Immerhin nicht so falsch wie vor anderthalb Jahren, als er noch über die Weser hinwegzeigte, obwohl es dort gar keine Brücke gibt.

Diesmal ist der Blechhalter nicht um 180 Grad verdreht, sondern um 90. Die Experten der Stadt glauben, dass jemand in voller Absicht zum Werkzeug gegriffen hat, um Verwirrung zu stiften. „Dass der Betriebshof hier etwas geändert hat, ist auszuschließen, da kein Auftrag und keine Rechnung vorhanden sind“, wird konstatiert. Ein spontanes Verdrehen etwa durch angeheiterte Passanten oder durch starken Wind sei auszuschließen. Dass ein solches in vier Meter Höhe und robust montiertes Schild nicht so einfach zu manipulieren ist, zeigt nicht zuletzt die Tatsache, dass sich die leidige Angelegenheit nicht sofort – noch rechtzeitig zum Felgenfest – aus der Welt schaffen ließ: „Das Schild wird in der nächsten Woche gerichtet“, kündigte eine Stadtsprecherin am Freitag an. Ob die Aerzener und Klein Berkeler, die sich seit Monaten wundern könnten, dass so wenig Radfahrer zu ihnen kommen, diese Hamelner Gelassenheit als Affront betrachten?

Planmäßig soll der Pfeil übrigens in die Papenstraße weisen. Von dort aus ist der Radweg auf der Nordseite der Münsterbrücke zu erreichen. Diese Führung gilt zugleich laut Zusatzschild als „Weser-Radweg Alternativroute“. Manfred Scholz hat dann doch auch noch ein Lob für die Verkehrsplaner parat: „Positiv ist, dass auf der Klütseite mit Radweg und Radfahrerampel gute Querungsmöglichkeiten bestehen.“



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