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Kreuzung Ostertorwall/Mühlenstraße

Radler kritisieren neue Ampeln: Sicherer – aber unbequemer

HAMELN. Zugunsten der Umwelt will die Stadt Hameln möglichst viele Leute dazu bewegen, aufs Rad umzusteigen. Das gelingt umso leichter, je besser die Bedingungen für Radfahrer sind. Doch genau hier hakt es, sagen Renate und Werner Schmidt, die beide täglich und bei jedem Wetter aufs Rad steigen. Eine Ecke, an der es Radfahrern besonders schwer gemacht wird, sei die Kreuzung Mühlenstraße/Ostertorwall.

veröffentlicht am 16.01.2019 um 14:53 Uhr
aktualisiert am 16.01.2019 um 20:40 Uhr

An der Rechtsabbiegerspur aus Richtung Mühlenstraße zeigt die Ampel Rot, bis zur Verkehrsinsel jedoch Grün: „Das ist absolut widersinnig, sagen Kritiker zur neuen Regelung für Radfahrer. Foto: dana
Dorothee Balzereit

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Dorothee Balzereit Reporterin / ViaSaga zur Autorenseite
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Dabei hatte sich die Stadt im letzten Jahr insbesondere dort bei der Neugestaltung viel Mühe gemacht. Unter anderem wurde die Ampelanlage umgebaut, auf die sich die Kritik der Schmidts gleich zweimal bezieht.


Wer aus Richtung Altstadt den Ostertorwall überqueren will, müsse an der Signaltaste auf der Verkehrsinsel noch mal extra Grün an der Signaltaste anfordern, um die Rechtsabbiegerspur aus Richtung Mühlenstraße zu überqueren, denn die Rechtsabbieger aus der Mühlenstraße bekommen zeitgleich Grün. „Das ist ärgerlich“, sagen die Schmidts.

Der ehrenamtliche Fahrradbeauftragte der Stadt, Lars Reineke, bestätigt, dass die neue Ampelschaltung für Radfahrer ungünstig ist. „Sie ist sicherer, aber unbequemer.“ Der Einsatz der Ampelanlage sei der einzige Punkt an der neugestalteten Kreuzung, den er noch mal überdenken und eventuell wieder zurückbauen würde.

Im Rathaus glaubt man indes, dass es einfach noch ein wenig Zeit braucht, bis sich die neue Situation eingespielt habe. Die Hinweise nehme man aber auf, um nach Beobachtung erforderliche Anpassungen vorzunehmen.


Auch der zweite Kritikpunkt bezieht sich auf eine Ampelschaltung, diesmal aus Richtung Münsterbrücke kommend: Dort müsse man Grün anfordern, bevor die Autofahrer in dieselbe Richtung losfahren. „Kommt man auch nur eine Sekunde zu spät, muss man bis zum nächsten Mal warten, während die Autos fahren dürfen. Das ist absolut widersinnig und führt dazu, dass man permanent gegen die Verkehrsregeln verstößt, weil man nicht so lange warten möchte“, sagt Schmidt.

Lars Reineke relativiert die Kritik: Das passiere in einem von 20 Fällen. Ein Sprecher der Stadt erklärt, dass man gerade für diese Richtung die Ampelphasen für einen besseren Verkehrsfluss noch mal geändert habe. „Zuvor war es vor allem im Berufsverkehr zu Staus aus Richtung Münsterbrücke gekommen.“


Ein Gefühl fehlender Sicherheit haben die Schmidts an der Kreuzung zum Grünen Reiter: Wer aus Richtung Ostertorwall geradeaus weiterfahren will, habe es schwer, da der Fahrradweg im Nichts ende. „Man muss warten, bis sich ein Autofahrer erbarmt und uns vom Radweg aus in die Mitte der Straße fahren lässt.“

Den Radweg, der sich in einen Radfahrstreifen zum Rechtsabbiegen und einen Radfahrstreifen in Geradeausrichtung teilt, der erst nach Querung des Rechtsabbiegerstreifens für Autos erreicht werden kann, stuft die Stadt als verkehrssicher ein.

Die Behörde folgt dabei den Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA). „Ob ein Vorrang für Radfahrer an dieser Stelle möglich ist, müssten wir prüfen“, heißt es. Vorrang hätten aber zunächst andere Radverkehrsprojekte.

Lars Reineke findet die Situation dort grundsätzlich okay, räumt aber ein, man müsse „robust“ sein und Selbstvertrauen beim Einordnen haben. Wenn andere die Situation als gefährlich empfinden, sei die Situation unbefriedigend.

Dass Sicherheit und flüssiges Fahren einander auch im Wege stehen können, zeige das Beispiel an der Mühlenstraße. Er bestätigt, dass die Neigung, die Verkehrsregeln zu missachten, an dieser Stelle steige.

Die Tatsache, dass die Kreuzung für ortsfremde Radfahrer gar nicht so einfach zu verstehen ist mit ihrem abseits der Straße führenden Radweg, trägt ebenfalls dazu bei.

Mein Standpunkt
Dorothee Balzereit
Von Dorothee Balzereit

Komplizierte Radwegführungen und Warterei an Ampeln zugunsten von Sicherheit –der Erfolg darf angezweifelt werden. Denn die Sicherheit ist auch in Gefahr, wenn es zu kompliziert wird oder zu unbequem. Regelbrüche sind vorprogrammiert. Für die Planer nicht einfach, denn was für den einen okay ist, macht dem anderen Angst. Ich selbst bevorzuge die weniger komplizierte „unsichere“ Variante, die meist auch übersichtlicher ist.



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