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Nur Note 3,78 im Fahrradklimatest

Radler geben Hameln kein gutes Zeugnis

Hameln (mafi). Seit knapp 20 Jahren hat es sich Hameln auf die Fahnen geschrieben, eine fahrradfreundliche Stadt zu werden – und damit Autofahrer zum Umsteigen auf das umweltfreundlichere Verkehrsmittel zu motivieren. Auch wenn seitdem viele Radwege eingerichtet wurden und die Abstellanlagen am Bahnhof und in der Innenstadt gut gefüllt sind: Die Radfahrer geben der Rattenfängerstadt noch immer durchweg eher schlechte Zensuren. Das zeigt der aktuelle Fahrradklimatest von ADFC und Bundesverkehrsministerium. Die Note 3,78 reicht bei den 252 gelisteten Städten mit unter 100 000 Einwohnern gerade einmal für Platz 168. Bocholt schaffte es hingegen mit einer 2,16 in dieser Gruppe erneut auf Platz 1 – und hängt damit erstmals sogar das benachbarte Münster (Note 2,61) ab, das aber weiterhin als Deutschlands fahrradfreundlichste Großstadt gilt. Insgesamt stimmten für den Klimatest 80 000 Radfahrer ab; für 332 Orte kamen genügend Stimmen zusammen, um eine repräsentative Auswertung vornehmen zu können.

veröffentlicht am 04.02.2013 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 04.11.2016 um 17:21 Uhr

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170 Hamelner haben an der Befragung teilgenommen. Bei jedem dritten der 27 Einzelpunkte steht in der Weserstadt nur eine „4“ vor dem Komma. Am schlechtesten – Note 4,98, also „mangelhaft“ – sehen sich Hamelns Radfahrer behandelt, wenn an Baustellen die Wegeführung geändert wird. Sie müssen sich dann in den fließenden Autoverkehr drängen oder werden zu Fußgängern „degradiert“. Dass es durchaus anders geht, zeigt zum Beispiel Bocholt, das hier die Note 2,61 erreicht. Moniert wird in Hameln ebenfalls, dass die Breite der Radwege vielfach kaum ausreiche. Im Winter würden die Trassen zudem schlecht geräumt. Durch die Ampelschaltungen, bei denen an einer Kreuzung teilweise mehrere Rotphasen abgewartet werden müssen, fühlen sich die Radler noch immer zu sehr ausgebremst.

„Gut“ benoten die Radfahrer hingegen, dass die meisten Einbahnstraßen für das Radeln in Gegenrichtung freigegeben sind (Note 2,4). Aus Sicht der Betroffenen ist die Entfernung zur Innenstadt für das Fahrradfahren ideal. Und trotz aller Probleme meinen die Befragten: Das Radfahren in Hameln macht mehr Spaß als Stress (Note 2,98) – ein Wert, auf dem die Planer im Rathaus aufbauen können.

Der Parlamentarische Staatssekretär im Verkehrsministerium, Jan Mücke (FDP), meint mit Blick auf den Fahrradklimatest: „Die Ergebnisse zeigen, dass es noch vieles zu verbessern gibt.“ Hameln hat dazu in den Jahren 1994 und 2010 konkrete Pläne erarbeiten lassen. Zuletzt wurden von unabhängigen Experten 300 Einzelmaßnahmen aufgelistet, um das Radfahren sicherer, schneller und komfortabler zu gestalten. Die Punkte sollen nach und nach abgearbeitet werden; immerhin wurde der Jahresetat dafür auf 130 000 Euro verfünffacht. Erklärtes Ziel ist es, durch das verstärkte Radfahren die Straßen und Parkplätze zu entlasten, die Luft sauberer zu bekommen und quasi nebenbei die Gesundheit zu fördern. Der Vorsitzende des ADFC Hameln-Pyrmont, Horst Maler, ist zuversichtlich: „Auch wenn es immer wieder schwierig ist, einvernehmliche Lösungen zu finden: Es geht voran.“

Viele Fahrradwege in Hameln – wie hier auf der Thiewallbrücke – sind zu schmal, monieren die Radler im Fahrradklimatest des ADFC. Aber auch wenn vieles nicht perfekt ist: Das Radfahren macht vielen Befragten durchaus Spaß. Foto: Dana



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