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„Tritt vors Schienbein“

Purrmann-Abwanderung: OB Griese weist Kritik von Ortsbürgermeister Lönnecker zurück

HAMELN/AFFERDE. Die von Björn Lönnecker (SPD), Ortsbürgermeister von Afferde und Ratsmitglied, geäußerte Kritik an der Stadtverwaltung wegen des Weggangs der Firma Purrmann Logistik sorgt bei Oberbürgermeister Claudio Griese für Unverständnis. Lönnecker hatte dem OB und der Verwaltung vorgeworfen, sich nicht frühzeitig und nachhaltig um neue mögliche Gewerbeflächen zu bemühen.

veröffentlicht am 30.06.2017 um 15:08 Uhr
aktualisiert am 30.06.2017 um 18:11 Uhr

Foto: Dana
Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite
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Lönnecker habe selbst dazu beigetragen, dass sich Purrmann am Ende gegen eine Niederlassung in dem Gewerbegebiet Langes Feld in Afferde entschieden hat. Der Ortsbürgermeister solle „besser vor der eigenen Tür kehren“, heißt es in einer Pressemitteilung des OB.

Der Ortsrat Afferde habe dem Unternehmer Gerhard Purrmann das falsche Signal gesendet. Aufgrund der vom Ortsrat vorangetriebenen Verknüpfung des geplanten Gewerbegebiets Langes Feld mit einem Dorfplatz und die Unterschriftenaktion gegen eine Zufahrt aus Richtung Breslauer Straße habe es „aufseiten der Spedition massive Zweifel gegeben, ob eine Erweiterung des Gewerbegebietes Langes Feld überhaupt politisch durchsetzbar sei“, so der Oberbürgermeister. Diesbezüglich habe er sich von Lönnecker „mehr Unterstützung gewünscht“.

Mit seiner Kritik rede Lönnecker „den Standort unnötig schlecht“, so Griese. „Wirtschaftsfreundliches Handeln der Politik müsse anders aussehen.“ Lönnecker verkenne „die Leistungen der zuständigen Rathausmitarbeiter, die auch von der Firma Purrmann gewürdigt worden seien“. Griese: „Wir empfinden die Kritik Lönneckers als Tritt vors Schienenbein.“

Mit Unverständnis reagiert der OB auch auf Lönneckers Vorwurf, sein Wirtschaftsförderungskonzept habe „nicht gegriffen“. Grieses Team würde „mit engagierter Bestandspflege, intensiver Beratungsarbeit und vielfältiger Unterstützung im Einzelfall (…) für zusätzliche Arbeitsplätze, Wachstum und ein wirtschaftsfreundliches Klima“ sorgen. „Umso bedauerlicher ist es, dass Teile der Politik dies offenbar nicht wahrhaben wollten“, sagt Griese. „Die in jüngster Zeit knapp gewordenen Gewerbeflächen sind ein Beleg für den Erfolg der städtischen Wirtschaftsförderung.“

Das Gewerbegebiet Langes Feld sei ein Ergebnis der „offensiven Flächenpolitik“ des OBs. Darüber hinaus erarbeite die Verwaltung eine „umfassende Potenzialanalyse“ sämtlicher möglicher Gewerbeflächen. Dazu gehöre auch „der Aufbau eines Brachflächenkatasters, auf das interessierte Betriebe bereits in Kürze zugreifen können“.

Der von Björn Lönnecker geforderten gemeinsamen Wirtschaftsförderung von Landkreis und Stadt erteilt Griese eine Absage: „Die Abwerbung der Firma Purrmann Logistik ist der beste Beweis, dass der Landkreis vor allem eigene Interessen verfolge“, meint Griese. „Hameln würde dabei hinten herunter fallen.“

Lönnecker hatte dem OB und der Stadtverwaltung unter anderem vorgeworfen, sich nicht frühzeitig und nachhaltig um neue mögliche Gewerbeflächen zu bemühen. Die Entscheidung der Spedition Purrmann, Hameln den Rücken zu kehren und sich an der Bundesstraße 217 in Hasperde niederzulassen, habe Lönnecker zufolge gezeigt, dass das Wirtschaftsförderungskonzept des Oberbürgermeisters nicht aufgegangen sei.

Das Unternehmen Purrmann indessen hat in diesem Zusammenhang kein schlechtes Wort über die Stadtverwaltung verloren. Im Gegenteil. Der Dewezet gegenüber hatte sich Geschäftsführer Gerhard Purrmann nur positiv über die Arbeit der Stadt geäußert (wir berichteten).

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