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Ausgleich für den Arbeitsalltag: Menschen mit Behinderung genießen ihre Karnevalsparty

Pure Lebensfreude und Bewegungsdrang

Hameln (sto). „Und dann die Hände zum Himmel – kommt, lasst uns fröhlich sein“. Die ausgelassene Schar auf der Tanzfläche vor der Bühne setzt den Liedtext mit temperamentvollen Bewe-gungen schwungvoll um. Lebensfreude pur mit einem nahezu unerschöpflichen Bewegungsdrang. Ohne Alkohol, denn den gibt es nicht bei der traditionellen Karnevalsparty in der Rattenfänger-Halle für Menschen mit einer geistigen, psychischen oder körperlichen Behinderung. Stattdessen wird Vorfreude mitgebracht. Und davon reichlich, hat sie sich doch über Monate angesam-melt.

veröffentlicht am 23.01.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 03:41 Uhr

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„Für viele ist diese Feier das Highlight des Jahres“, weiß Gabriele Bökenkröger vom ausrichtenden Eltern- und Betreuerbeirat der Hamelner Werkstätten mit Menschen mit Behinderung, der PLSW. Lange im Voraus wird über den aufregenden Karnevalstag gesprochen. Auch die Auswahl des Kostüms ist eine wichtige Angelegenheit, die gut überlegt sein will. Manche greifen auf Altbewährtes zurück. Beispielsweise Matthias, der sich gern als „Punker“ zeigt.

Andere wiederum schlüpfen jedes Jahr in eine andere Rolle. So hatte sich Sabine diesmal als Euro verkleidet, Gesa als Pippi Langstrumpf, Mark als Atze Schröder, Marcel als Krankenschwester und Bärbel als Braut in einem hinreißenden Kleid aus weißem Tüll, das ihr Wohnheimgruppenleiterin Angela Wehrhahn geschneidert hatte. Manche wollen sich aber auch nicht verkleiden. Beispielsweise Helga, die sich als Helga am wohlsten fühlt.

Die Karnevalsparty war 1984 von Hans-Jürgen Sauerhammer, dem Vorsitzenden des Vereins der Lebenshilfe Hameln-Pyrmont, ins Leben gerufen worden, um behinderten Menschen einen Ausgleich zu ihrem Arbeitsalltag zu ermöglichen. Damals fand die Veranstaltung noch in der Werkstatt für Behinderte im Hamelner Ortsteil Rohrsen statt. Seit 1997 wird in der Rattenfänger-Halle gefeiert. Zu den Gästen gehören nicht nur behinderte Menschen aus dem aktiven Arbeitsalltag, sondern auch Ruheständler und Schüler der Abgangsklassen der Hamelner Heinrich-Kielhorn-Schule.

Zwei Wünsche hat der ausrichtende Beirat für die Karnevalsfeiern in den kommenden Jahren. „Wir möchten auch nicht behinderte Menschen in die Veranstaltung einbeziehen, sozusagen, eine integrative Karnevalsparty ins Leben rufen und somit einen kleinen Beitrag zur Inklusion leisten“, betont Gabriele Bökenkröger. Darüber hinaus sollen auch behinderte Menschen aus anderen Einrichtungen eingeladen werden.

Die Karnevalsfeier wurde auch in diesem Jahr wieder mitgestaltet von Elke Helle und dem Carneval Club Ha-meln sowie DJ Michael Speer. Die PLSW, die Paritätische Lebenshilfe Schaumburg-Weserbergland, hatte wie immer für einen Fahrdienst gesorgt, um möglichst viele Behinderte zum Mittmachen zu bewegen.

„Und dann die Hände zum Himmel“ – ausgelassene Stimmung bei der Karnevalsparty Behinderter.



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