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Zwei Männer seit Mittwoch vor Gericht / Kontakte zu Opfern in Hamelner Sportverein geknüpft

Prozessbeginn: Sexueller Missbrauch von Kindern

HANNOVER/HAMELN. Die Angeklagten sollen im April und im Mai 2017 in fünf beziehungsweise zehn Fällen sexuelle Handlungen an vier Jungen im Alter zwischen 9 bis 13 Jahren vorgenommen haben. Dafür stehen Steffen W. (35) und Tobias E. (39) nun vor dem Landgericht in Hannover. Der Busfahrer und der Student haben angekündigt, dass sie sich zu den Anschuldigungen der Staatsanwaltschaft äußern wollen.

veröffentlicht am 27.12.2017 um 18:54 Uhr

Die Angeklagten im Gerichtssaal. Der Prozess vor der vor der 2. Großen Jugendkammer des Landgerichts begann am Mittwoch. Foto: Thomas Nagel

Autor:

Bert Strebe und Frank Neitz
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Das Aktenzeichen lautet 34 KLs 11/17. Der Tatort war Hameln. Die Angeklagten heißen Steffen W., 35 Jahre alt, geboren in Hildesheim, polizeilich gemeldet in Hameln, und Tobias E., 39 Jahre alt, aus Wolfenbüttel stammend und gemeldet in Göttingen. An ihren Wohnorten sind sie derzeit nicht anzutreffen. Sie sitzen in Untersuchungshaft, seit Juni. Der Tatvorwurf: schwerer sexueller Missbrauch.

Am ersten Prozesstag vor der 2. Großen Jugendkammer des Landgerichts Hannover am Mittwoch ist noch nicht viel passiert. Die Anklage wurde verlesen, die Personalien wurden aufgenommen. Steffen W. und Tobias E., beide ledig, der eine Busfahrer, der andere Student, haben angekündigt, dass sie sich zu den Anschuldigungen der Staatsanwaltschaft äußern wollen. Das könnte sich positiv auswirken. Auf sie selbst und auf ihre Opfer.

Ein Gerichtssprecher skizziert, was laut Anklage geschehen ist: Die beiden Männer haben sich in einem Sportverein in Hameln als Trainer oder Betreuer engagiert. So kamen die ersten Kontakte zustande. Es wuchs Vertrauen auf der Seite der Kinder und der Eltern, und dann sind die Männer auch mal bei der Betreuung außerhalb der Sportvereinsangebote eingesprungen, in der Wohnung eines der Angeklagten. Vier Kinder hat es getroffen, alles Jungen, zwischen 9 und 12 Jahren alt.

Sie hätten dort Playstation spielen können, hieß es. Aber das war eben nicht alles. Es kam zu sexuellen Handlungen. Die Staatsanwaltschaft hat für den einen Angeklagten fünf, für den anderen zehn Fälle aufgelistet, also 15, aber drei sollen sie gemeinschaftlich begangen haben, sodass es sich insgesamt um zwölf Fälle handelt, die vor Gericht verhandelt werden.

Die beiden mutmaßlichen Täter haben nicht nur Vertrauen und Körper der Jungen missbraucht. Sie haben das, was sie gemacht haben, obendrein gefilmt oder fotografiert oder beides. Jedenfalls liegen dem Gericht entsprechende Daten vor. Herausgekommen ist alles, weil sich einer der Jungen schließlich getraut hat, etwas zu sagen. Er hat es nicht den eigenen Eltern erzählt, aber den Eltern eines der anderen Opfer. So konnten die Täter gestoppt werden.

Für das Verfahren sind noch fünf weitere Verhandlungstage angesetzt worden, bis zum 19. Februar. Es könnte sein, dass es schneller geht: Sollten die Angeklagten sich tatsächlich zu den Vorwürfen äußern und sogar geständig sein, dann bleibt den vier Jungen möglicherweise erspart, vor Gericht aussagen zu müssen. In der Regel wirkt sich das dann auch strafmildernd für die Täter aus.

Auf Aussagen der Männer oder gar Geständnisse hoffen auch die Nebenkläger. „Die Angeklagten haben sich über ihre Opfer keine Gedanken gemacht und es bleibt abzuwarten, ob sie dieses nun mit ihrem Aussageverhalten tun oder es ihnen nur darum geht eine geringe Strafe zu erhalten“, sagte Rechtsanwältin Anke Blume als Vertreterin der Nebenklage nach der Verhandlung. Die Tatverdächtigen hätten den Kindern Zuneigung vorgeheuchelt und mit Vergünstigungen gelockt. Dadurch hatten sich die Opfer sich gegen die dann folgenden sexuellen Handlungen nicht wehren können, so die Juristen. „Die Angeklagten haben jegliches Klischee einer solchen Tätergruppe erfüllt und das möglicherweise zum Teil nicht zum ersten Mal“, meinte Blume.

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