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Anrainer gegen Wohnbauprojekt

Protest am Hamelner Pflümerweg formiert sich

HAMELN. Vier Stadthäuser mit insgesamt 38 Wohnungen möchte eine Privatinvestorin am Pflümerweg 8, 11 und 13 errichten. Dem steht nun eine andere Zahl gegenüber: 53 Anwohner haben gegen das Bauprojekt unterschrieben.

veröffentlicht am 27.09.2018 um 18:12 Uhr

Die Einfamilienhausbewohner im Pflümerweg befürchten Nachteile, wenn direkt angrenzend hohe Stadthäuser entstehen - und das auf beiden Straßenseiten. Foto: mafi
Marc Fisser

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Marc Fisser Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Die Liste übergab Kornelia Renz während der jüngsten Ratssitzung Oberbürgermeister Claudio Griese (CDU). Die Nachbarschaft hält das Vorhaben für überdimensioniert, befürchtet Verkehrsprobleme und wegen der Größendifferenz zu den angrenzenden eingeschossigen Einfamilienhäusern eine Verschattung (wir berichteten). Renz und die Mitstreiter wollen die mögliche Wertminderung für die bestehenden Immobilien nicht widerspruchslos hinnehmen. Den Organisatoren des Bauprojektes gehe es bei der gewünschten Höhe und Größe allein um die Rendite, meinen sie. Es drohe „zu Lasten der Nachbarn ohne Rücksicht auf Verluste“ gebaut zu werden. Als sie selbst ihre Häuser errichteten oder kauften, hätten sie darauf vertraut, dass im Umfeld allenfalls Doppelhäuser entstehen konnten. Jetzt gehe es um zwei- und dreigeschossige Bauten für acht beziehungsweise elf Parteien.

Mit dem Thema haben sich im August der Stadtentwicklungs- und der nichtöffentlich tagende Verwaltungsausschuss befasst. Der Stadtentwicklungsausschuss empfahl einstimmig die Änderung des Bebauungsplans 426. „In Anbetracht des aktuellen Wohnraumbedarfs nach familiengerechten und barrierefreien Wohnungen ist die Mobilisierung dieser bisher untergenutzten, stadträumlich gut gelegenen Bauflächen städtebaulich wünschenswert“, heißt es in der Begründung der Verwaltung. Die Anwohner wundern sich, dass im Rathaus auf die Wünsche eines Einzelnen eingegangen wird, die vielen Betroffenen aber erst aus der Zeitung von dem Projekt erfahren haben. Das Vorgehen der Initiatoren sei intransparent, dabei wohne die Investorenfamilie doch neben dem geplanten Bauplatz und hätte vorab für ihre Sache werben können. Doch schon der Abriss der alten Bebauung sei ohne Vorwarnung erfolgt.

Ob und wie die Stadtverwaltung die Seriosität eines Antragstellers prüft, bevor sie das Verfahren für eine weitreichende Bebauungsplanänderung anschiebt, dazu wollte oder konnte sich am Donnerstag niemand im Rathaus äußern. Betont wird, dass noch kein Bauantrag vorliege, weshalb die konkrete Gestaltung der Wohngebäude nicht bekannt sei. Die von der Stadt veröffentlichten Visualisierungen seien unverbindliche Beispiele. Die Bedenken der Anlieger fließen ins laufende Beteiligungsverfahren ein, versichert Stadtsprecher Thomas Wahmes. Der Entwurf für die Bebauungsplanänderung liegt bis zum 5. Oktober öffentlich aus. „Im Anschluss prüft die Verwaltung die Stellungnahmen. Den Satzungsbeschluss durch den Stadtrat erwarten wir für die erste Jahreshälfte 2019“, sagt Wahmes. Erst danach würde über die Baugenehmigung befunden.

Foto: mafi

Die Pflümerweg-Bewohner sperren sich nicht dagegen, neue Nachbarn zu bekommen. Sie begrüßen es, wenn auf den Brachflächen Leben einkehrt und wünschen sich ein friedliches Miteinander. Doch dazu solle das Projekt um ein Viertel der Wohnungen gestutzt werden. Zudem müssten genügend Autostellplätze eingeplant werden.

Die Investorenseite war am Donnerstag nicht zu erreichen.



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