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In Behörden und Unternehmen unterschiedlich geregelt / Internet und E-Mail meist tabu

Privatgespräche im Job – ein heikles Thema

Hameln (CK/mau). Wer rund acht Stunden und damit ein Drittel seines Tages am Arbeitsplatz verbringt, der kommt oft nicht drum herum, auch mal privat telefonieren zu müssen. Sei es, um die Kita zu informieren, dass es eine Viertelstunde später wird, sei es auch, um jemandem zum Geburtstag zu gratulieren. Und auch im Handy-Zeitalter greifen einige eher zum Diensthörer. Ein Hamelner Polizist musste sich dafür gerade vor Gericht rechtfertigen (wir berichteten). Aber wie sieht’s anderswo mit privaten Telefonaten und E-Mails am Arbeitsplatz aus?

veröffentlicht am 03.03.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 12.11.2016 um 09:21 Uhr

Privat telefonieren am Arbeitsplatz – meist nicht erlaubt.
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Bei der Stadt muss

jeder unterschreiben

„Bei uns ist das genau festgelegt. Jeder, der eingestellt wird, muss die ,AGA’ unterschreiben, die allgemeine Geschäftsanweisung“, sagt Stadt-Pressesprecher Thomas Wahmes. Und darin sind genaue Verhaltensregeln festgelegt: Wer vom Schreibtisch aus privat telefonieren möchte, wählt zweimal die Raute und dann die 9. Damit ist das Gespräch als persönliches registriert und zur vierteljährlichen Abrechnung erfasst.

Vieles liege zwar in der Eigenverantwortung der Mitarbeiter, so Wahmes. Ein gewisses Vertrauen sei also schon da, allerdings: „Es gibt durchaus auch Kontrollen. Bei Verdacht können Vorgesetzte die Ausdrucke der Nummern einsehen, die ansonsten aus Datenschutzgründen Dritten nicht zugänglich sind.“ Außer mal hier und da kleinere Beanstandungen habe die Stadt bisher aber noch keinen Anlass gehabt, ernsthaft einzuschreiten und arbeitsrechtliche Konsequenzen zu ziehen, versichert er. Übrigens: Die Nutzung von E-Mail und Internet für privat Zwecke ist in der Verwaltung absolut tabu.

Ähnlich bei der Kreisverwaltung. „Das ist klar geregelt. E-Mail und Internet sind für private Zwecke verboten“, macht Pressesprecherin Andrea Hegener auf die Rechtslage aufmerksam. Verstöße dagegen oder gegen das Verbot, privat auf Kosten des Steuerzahlers zu telefonieren, würden arbeits- und dienstrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Der schnelle Geburtstagsgruß vom Schreibtisch ist trotzdem erlaubt: Beim Einzug in das neue Kreishaus wurde mit dem Personalrat vereinbart, dass jeder Mitarbeiter eine persönliche Pin-Nummer erhält, mit der er Privatgespräche am Arbeitsplatz führen kann. Die Kosten werden monatlich vom Gehalt abgezogen.

Die Werbeagentur „a.b.media“ behilft sich mit einer sogenannten Flatrate: Sie bezahlt einen Pauschalpreis für Telefon und Internet: „Man kann einer Mutter nicht verbieten, dass sie wegen ihres Kindes einen privaten Anruf tätigt“, meint Chefin Kathrein Bönsch. Von einer Überwachung hält sie nichts: „Wir sind doch nicht bei Big Brother. Mir ist das Betriebsklima wichtiger als Kontrolle.“

Klares Vorgehen

beim BHW

Beim BHW in Hameln wird hingegen konsequent vorgegangen: „Die private Nutzung der Telekommunikationstechnologien ist ausgeschlossen“, zitiert Pressesprecher Rüdiger Grimmert eine Konzernbetriebsvereinbarung. Bei Verdacht gebe es Überprüfungen, die in der Vergangenheit bereits zu Abmahnungen geführt hätten.

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