weather-image

Vietz redet erstmals vor Plenum

Premiere mit Mali im Bundestag

Hameln-Pyrmont/Berlin. Um 17.37 Uhr an diesem sonnigen Donnerstag ist es so weit: Der Abgeordnete Michael Vietz aus Hameln tritt vor das Plenum des Deutschen Bundestages. Der Parlamentarier erläutert seinen Kollegen kurz vor der namentlichen Abstimmung, warum es so wichtig ist, den Bundeswehreinsatz im afrikanischen Mali fortzusetzen und um zusätzliche Soldaten zu erweitern. Vietz ist einer von drei CDU/CSU-Rednern in der auf 38 Minuten angesetzten Debatte – Alltagsgeschäft im Parlament, aber für den Bundestagsneuling die Premiere: Der 45-Jährige hält seine Jungfernrede in dem Hohen Hause.

veröffentlicht am 20.02.2014 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 00:41 Uhr

270_008_6959384_hm603_2102.jpg
Marc Fisser

Autor

Marc Fisser Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

„Es ist ein spannendes Gefühl“, schildert der MdB kurz vor dem Gang ans Rednerpult. „Aber es ist ja nicht die erste Rede meines Lebens“, wiegelt er ab und dämpft damit die natürlich aufkommende Nervosität. Zu diesem Zeitpunkt nimmt er letzte Feinabstimmungen am Manuskript vor, das er um 16 Uhr dem Stenografischen Dienst übergeben soll – als Arbeitserleichterung für die Schnellschreiber, die das Geschehen im Parlament ausführlich dokumentieren, auch für künftige Generationen.

Als Mali-Experte war Michael Vietz bisher nicht in Erscheinung getreten. Er ist jedoch Mitglied des Auswärtigen Ausschusses. Dieses im Grundgesetz verankerte Gremium erörtert grundsätzlich hinter verschlossenen Türen sensible internationale Fragen. Von seinen dortigen Fraktionskollegen bekam Vietz das Angebot, im Plenum zu den Themen Afghanistan oder Mali zu sprechen. Der Abgeordnete aus dem Weserbergland trug daraufhin eine Woche lang Material zu dem afrikanischen Krisenland zusammen. Er analysierte den Antrag 18/437 der deutschen Regierung zur Fortsetzung der Bundeswehrmission, studierte bisherige Reden zu dem Thema – unter anderem von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) –, schaute sich die Beschlüsse der EU an und sammelte Informationen zur aktuellen Lage. „Aus dem Stapel Papier entwickelte ich dann meine Gedanken und fasste sie zu der sechsminütigen Rede zusammen“, beschreibt der Bankkaufmann und Diplom-Ökonom. Kern seiner Ausführung: Durch die Unterstützung von den Europäern müsse Mali ertüchtigt werden, wieder selbst für Sicherheit, Stabilität und Frieden in seinen Grenzen zu sorgen. Das Ausbilden malischer Soldaten solle die humanitäre Hilfe erleichtern und den Bewohnern Perspektiven vor Ort geben. Die Bundesregierung will bis zu 250 deutsche Soldaten entsenden, 70 mehr als bisher. Beteiligt sind auch Pioniere aus Holzminden.

Nach drei Monaten im Bundestag fühlt sich der Hameln-Pyrmonter dort „angekommen“ und „akzeptiert“. Gleichwohl müsse er sich in viele Themenbereiche noch einarbeiten, räumt er ein. Deshalb halte er sich an den Rat des Parteifreundes und heimischen Ex-Parlamentariers Eberhard Pohlmann, am Anfang vor allem zuzuhören und zu lernen.

Für die Jungfernrede erntet Michael Vietz im Parlament den üblichen Beifall aus den eigenen Reihen und einiges Schulterklopfen, vor allem aber einen Glückwunsch im Namen aller Abgeordneten von Ulla Schmidt (SPD), der Sitzungsleiterin. Als Vorletzter vor der Abstimmung zu reden, sei eine besondere Herausforderung, stellt die Vizepräsidentin fest. Und dann geht es weiter in der Tagesordnung des Parlaments.

Die Rede im Internet unter www.bundestag.de/Mediathek

Jungfernrede im Plenum des Bundestages: Michael Vietz (CDU) aus Hameln wirbt für die Verlängerung und personelle Verstärkung des Mali-Einsatzes der Bundeswehr.

Bundestag



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt