weather-image
13°

„Predigten auf Deutsch müssen unser Ziel sein“

Mit Innenminister Uwe Schünemann sprach Ulrich Behmann über Imame, Hasspredigten und neue Wege zur Integration von Migranten.

veröffentlicht am 27.04.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 12.11.2016 um 00:41 Uhr

U. Schünemann
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Herr Minister Schünemann, Sie haben vorgeschlagen, Niedersachsen solle in die Ausbildung der Imame einsteigen. Was bezwecken Sie damit?

Imame können entscheidenden Einfluss auf das Gelingen oder Misslingen der Integration der hier lebenden Musliminnen und Muslime haben. Neben ihrer Funktion als Vorbeter stehen sie ihren Gemeindemitgliedern nicht selten auch als Ratgeber in schulischen, familiären oder anderen sozialen Fragen zur Seite. Wenn sie jedoch die deutsche Sprache nicht beherrschen und kein Wissen über die Abläufe und die Institutionen in der deutschen Gesellschaft haben, ist die Gefahr der Isolation gegeben. Schlimmstenfalls kann dieses Unwissen bis hin zu Hasspredigten führen. Mit dem Angebot einer Weiter- oder Ausbildung für Imame wollen wir diesen Tendenzen entgegenwirken.

Gibt es Erkenntnisse, dass in Moscheen Hass gepredigt wird?

Knapp ein Prozent der in Deutschland lebenden Muslime – also eine sehr kleine Minderheit – sind als Anhänger von islamistisch-extremistischen Organisationen, die den Islam für verfassungsfeindliche Zwecke missbrauchen, anzusehen. Der Rechtsstaat muss einerseits die Gefahren des weltweiten islamistischen Terrorismus wahrnehmen, sie nicht verharmlosen. Hasspredigten sind inakzeptabel, genauso wie der Anspruch, den Rechtsstaat in Deutschland nach der Scharia ausrichten zu wollen. Andererseits müssen wir uns vor einem Generalverdacht gegenüber Muslimen hüten. Die große Mehrheit der bei uns lebenden Muslime distanziert sich vom Islamismus und akzeptiert unsere Rechtsordnung.

Soll in den Moscheen ausschließlich auf Deutsch gepredigt werden?

Wir denken über eine Imam-Ausbildung an deutschen Hochschulen in deutscher Sprache nach. Es wäre doch geradezu paradox, wenn diese Imame ihre Predigten in den Moscheen nicht auf Deutsch halten würden. Predigten auf Deutsch müssen natürlich unser Ziel sein.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt