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In den frühen 50er-Jahren eröffnet in Bad Pyrmont Kaisers Kaffee-Geschäft

Pralinen, Tee und ein Hauch Fernweh

Bad Pyrmont. Welch ein Wandel. Als in den frühen 50er -Jahren des vergangenen Jahrhunderts – bereits vor 1953 – das Geschäft „Kaiser’s Kaffee Geschäft“ eröffnete, war es in der Bad Pyrmonter Brunnenstraße eines von insgesamt elf Lebensmittel-Geschäften, die den Pyrmontern und auch den Kurgästen ganz besondere Feinkost-Waren anboten. Firmeninhaber wie Pfennig, Franke, Rohde, Keller oder Habenicht waren Privateigentümer – erst mit Gutberlett, Thams und Garfs und eben auch Kaisers kamen damals die ersten Filialisten in den Kurort.

veröffentlicht am 04.04.2016 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 14:21 Uhr

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Autor:

Dr. Dieter Alfter
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Geht man die Brunnenstraße auf und ab, findet man heute kein Feinkostgeschäft mehr. Die Supermärkte am Stadtrand haben diese Aufgabe längst übernommen. Gerade im Januar hat Edeka die angeschlagene Kette „Kaisers Tengelmann“ übernommen.

Dabei hat die Firma Kaisers eine lange Tradition. 1881 von Josef Kaiser gegründet, wird bereits 1905 die 1000. Filiale eröffnet, 1939 zählt das Unternehmen über 1900 Filialen. 40 Prozent davon werden im zweiten Weltkrieg allerdings zerstört, in der Nachkriegszeit wird das Filialnetz mit großer Energie dann nach und nach wieder aufgebaut.

In Bad Pyrmont ist es die prominente Lage zwischen Haus Hemmerich und dem ehemaligen Haus Lyncker, in dem Kaisers Kaffee Geschäft seinen Platz findet. Schon in den Zwanziger Jahren wurde die gartenähnliche Terrasse eingeschossig bebaut, zuerst für das Herren- und Damenmaßgeschäft Georg Welsch, dann für das Süßwarengeschäft Lippert. Heute befindet sich hier die Parfümeriekette Douglas .

Das damalige Warenangebot von Kaisers war umfangreich. Die großen Schaufenster – auch die beiden gebogenen Glasscheiben, die zur Eingangstür leiteten – lockten mit ganzen Pyramiden von Angeboten, für die Kaisers steht: Kaffee und Tee, Kakao, Bonbons und Pralinen. Dazu noch zahlreiche Fruchtsäfte und Weine, Marmeladen, Obst und Gemüse, Fleisch und Wurstwaren in Konserven. Die Vielzahl der Waren in einem solchen Geschäft ist im Übrigen das Sinnbild für das Deutsche Wirtschaftswunder. Und wenn man den Laden betrat, wurde man mit all den Gerüchen von Kaffee und Tee, von Gewürzen und Süßigkeiten in eine ferne Welt gesetzt. So spiegelte Kaisers zu jener Zeit auch Fernweh und Sehnsucht wider.



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