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In den vergangenen Jahren hatte es zu viele Straftaten und gefährliche Situationen gegeben

Polizei verbietet „Sauftour“

Hameln. Die Polizei hat eine Mai-Veranstaltung, die sich in den vergangenen Jahren insbesondere bei Jugendlichen etabliert hat, verboten. Das teilte die Inspektion gestern mit. Immer wieder hatte es Ärger gegeben: Blutige Schlägereien, Sturzbetrunkene auf Straßen und Wegen, Scherben auf einem Supermarkt-Parkplatz und auf Feldern, Diebstähle, Vandalismus, Unfallflucht, ein blockierter Bahnübergang und hochgefährliche Situationen auf der B 83 – das waren 2012 die Schattenseiten der über Facebook organisierten Wanderungen am 1. Mai und am Vatertag, die sich an alle „Freunde der betrunkenen Wanderei“ (O-Ton) richtete.

veröffentlicht am 28.04.2014 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 30.05.2017 um 09:32 Uhr

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Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Seinerzeit hatten sich mehrere Hundert junge Leute auf einem Parkplatz in Hameln am Reimerdeskamp getroffen, um von dort gemeinsam über Wehrbergen bis zu den Fischbecker Kiesteichen zu gehen. Am sogenannten Surfer-Teich endete die Wanderung. Alkohol floss offenbar in Strömen.

Weil sich in den vergangenen Jahren die Zwischenfälle gehäuft haben, hätten die Dienststellen der Polizei in Hameln und in Hessisch Oldendorf in Absprache mit anderen Behörden, insbesondere mit der Stadt Hessisch Oldendorf und dem Landkreis Hameln-Pyrmont, beschlossen, diese Veranstaltung nicht zuzulassen, erklärt Oberkommissar Jens Petersen. Begründet wird die Entscheidung mit der zunehmenden Aggressivität und dem gefährlichen Übermut einzelner Teilnehmer. Schon am Treffpunkt sei es auf dem Parkplatz immer wieder zu Sachbeschädigungen und zu starken Verunreinigungen gekommen. Die dort deponierten Einkaufswagen wurden zum Teil gewaltsam voneinander getrennt, als Transportmittel benutzt und mitgenommen. Die Verschmutzungen setzten sich auf dem Marschweg über Wehrbergen bis zum Kiesteich fort, wobei geleerte Getränkeflaschen auf den Wegen und Straßen zerschlagen wurden. „Um ein gefahrloses Befahren der Wege zu gewährleisten, mussten diese behelfsmäßig von Anwohnern und Einsatzkräften beseitigt werden“, berichtet Petersen.

Es seien sogar Gegenstände von der Brücke des Holzweges auf die Bundesstraße 83 geworfen worden. Auf dem Weser-Radweg soll es zu Beschimpfungen und zu Beleidigungen von Radwanderern gekommen sein. In einem Fall wurde eine Fahrradfahrerin umgestoßen und verletzt.

Schließlich hätten sich Hunderte, zum Teil stark alkoholisierte Personen im Alter von 14 bis 25 Jahren, am Nordufer des großen Surfer-Teichs versammelt. Dort wurde weiterhin ausgiebig Alkohol konsumiert. „Vereinzelt haben sich stark alkoholisierte Personen in Gefahr begeben, weil sie in den Teich gestiegen und auf den See hinausgeschwommen sind.“ Betrunkene Jugendliche und Heranwachsende hätten sich – von Wegen aus nicht erkennbar – in Raps- und Getreidefelder gelegt. Sie seien in einer hilflosen Lage gewesen. Zurückgelassene Abfälle, insbesondere Flaschen, Einweggrills und Tüten verärgerten die Pächter des Teiches, die den Feiernden nicht erlaubt hatten, das Gelände zu betreten.

Schließlich habe die Polizei Schlägereien und Körperverletzungsdelikte aufnehmen müssen. Auch das habe die Behörden zu der drastischen Maßnahme veranlasst, erklärt Petersen. „Es ist zudem gehäuft zu Gefährdungen des Straßen- und Bahnverkehrs gekommen. Diese offensichtlich als Mutprobe gedachten, äußerst gefährlichen und lebensmüden Verhaltensweisen der alkoholisierten Personen können von der Polizei nicht geduldet und akzeptiert werden.“ Petersen sprich von einem Fehlverhalten einzelner Teilnehmer.

Auf der Facebook-Fanpage der Polizeidirektion Göttingen

(www.facebook.com/polizeidirektion.goettingen) wollen die Beamten demnächst weitere Einzelheiten posten. Polizisten, Mitarbeiter des Ordnungs- und des Jugendamtes haben Kontrollen angekündigt.



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