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Verkäufer muss Decken und Kaffeemaschinen wieder einpacken / Ermittler sprechen von Abzocke

Polizei verbietet „feierliche Gewinnübergabe“

Hameln (tis). Polizei und Ordnungsamt haben eine Verkaufsveranstaltung, die als „feierliche Gewinnübergabe“ der Firma „Energie-Umfrage“ aus Vechta getarnt war, verhindert – und dadurch Bürger offensichtlich vor einer Abzocke geschützt. Einschreiten konnten die Behörden, weil das Unternehmen keine Genehmigung für eine solche Veranstaltung eingeholt hatte.

veröffentlicht am 24.03.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 18:21 Uhr

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Bereits zum Jahresende hatte die Firma „Energie-Umfrage“ vor mehreren Verbrauchermärkten Karten mit einem Gewinnspiel verteilt, bei dem als Hauptpreise zehn- oder fünfjährige Befreiung von Heizkosten sowie Reisen und andere Sachpreise versprochen wurden. „Das Ganze hatte aber offensichtlich nur das Ziel, an Adressen zu kommen“, berichtet Kriminalhauptkommissar Heinz Mikus. Anfang März wurden dazu Gewinnbenachrichtigungen verschickt und die Adressaten wurden zu einer „feierlichen Gewinnübergabe“ in ein Restaurant im Klütviertel eingeladen. So ein Schreiben erhielt auch eine Seniorin aus Emmerthal. Sie war aber skeptisch, erinnerte sich an Polizeihauptkommissar Peter Linde vom Präventionsteam und schickte ihm die Einladung zu.

„Wir haben dann Ermittlungen auch im Internet getätigt und festgestellt, dass zahlreiche Verbraucherzentralen, Kommunen, aber auch Polizeidienstellen vor dieser Firma wegen dubioser Verkaufspraktiken warnen“, berichtet Heinz Mikus. Daher war den Beamten klar, dass sie diese Veranstaltung nicht zulassen wollten. Und es ergab sich dazu auch die Möglichkeit. Der Kriminalhauptkommissar: „Da dort offensichtlich eine Verkaufsveranstaltung geplant war, hätte diese mindestens zwei Wochen vorher angemeldet werden und der Verkäufer eine Reisegewerbekarte vorlegen müssen. Beides war nicht der Fall.“ Also schritten Polizei und Vertreter des Ordnungsamtes ein. „Wir haben zunächst die rund 15 Besucher vor der Tür vor der Veranstaltung gewarnt. Doch trotz unserer Hinweise ließen sie sich nicht davon abhalten, daran teilzunehmen, weil ja auch ein Mittagessen wartete.“ Die Veranstaltung wurde dann aber von den Behörden verboten, weil sie nicht angemeldet war, und der Verkäufer, ein 50-Jähriger aus Cloppenburg, musste wohl oder übel seine Decken, Töpfe und Kaffeemaschinen, die er offensichtlich an den Mann und die Frau bringen wollte, wieder einpacken. Ein Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen den 50-Jährigen erfolgte nach Angaben von Pressesprecherin Anja Sprich von der Stadt Hameln nicht, weil der Verkäufer nach Erscheinen der Behördenvertreter die Veranstaltung gleich geschlossen hat und einräumte, keine Genehmigung eingeholt zu haben, und somit auch kein Verstoß vorlag.

Heinz Mikus merkt noch an, dass solche dubiosen Verkaufsveranstaltungen direkt im Landkreis eher selten sein, und es das erste Mal seit vielen Jahren gelungen sei, „eine solche Abzocke-Veranstaltung“, bei der Waren zumeist zu überhöhten Preisen angeboten werden, zu verhindern. Meist führen die sogenannten Kaffeefahrten in umliegende Regionen. Das Präventionsteam der Polizei rät daher, bei solchen Fahrten sehr wachsam zu sein. Gegen eine Teilnahme spreche nichts, allerdings sollte man sich niemals zum Kauf oder einer Bestellung verpflichtet fühlen. Unterschreiben sollte man nichts, was man nicht genau verstanden hat. Unterschriften seien nie „reine Formsache“. Selbstverständlich könne auch hier innerhalb von zwei Wochen der schriftliche Widerruf (per Einschreiben mit Rückschein) eingereicht werden. „Es hilft zudem, sich im Vorfeld über solche Firmen im Internet zu informieren“, erklärt Kriminalkommissar Heinz Mikus.

Diese „Gewinnmitteilung“ hatte eine Seniorin aus Emmerthal erhalten. Sie leitete das Schreiben an die Polizei weiter.



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