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Aufklärungskampagne: Zur Kasse gebeten wurde niemand

Polizei stoppt Radfahrer in der Fußgängerzone

HAMELN. Für viele Hamelner ist das Radfahren in der Fußgängerzone ein Ärgerthema. Das zeigte sich auch am Donnerstag, als die Polizei gemeinsam mit dem Ordnungsamt eine „Aufklärungsaktion“ in der Innenstadt durchführte. Dabei sollten alle sündigen Radfahrer auf ihr Fehlverhalten hingewiesen werden. Denn die Hamelner Fußgängerzone darf nur zwischen 20 und 10 Uhr auf dem Drahtesel durchquert werden – und dann auch nur in Schrittgeschwindigkeit.

veröffentlicht am 25.08.2016 um 17:00 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 13:03 Uhr

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Autor:

Diana Koschorreck
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„Halt! Einmal anhalten, bitte!“ So hallte unter anderem die Stimme von Hauptkommissar und Verkehrssicherheitsberater Andreas Hinz gestern unzählige Male durch die Fußgängerzone. Die meisten Radfahrer stiegen schnell, schuldbewusst ab, ließen sich belehren und steckten noch einen Flyer zur Aufklärung ein. Die gibt es auch auf Englisch und Arabisch. Den Rest ihres Weges legten sie dann ihr Rad schiebend zurück.

In vier Gruppen patrouillierten die Mitarbeiter des Ordnungsamtes und der Polizei am Donnerstag durch die Fußgängerzone. „Das ist heute eine rein präventive Aktion“, kündigte Andreas Hinz aber im Vorfeld an. Das Portemonnaie zücken, musste also keiner der Radler. „Heute verteilen wir die ‚Gelbe Karte‘ – die ‚Rote‘ in Form von Verwarngeldern, gibt es dann ein anderes Mal“, erklärt der Hauptkommissar.

Aber warum? Einige Hamelner fragten sich das Gleiche und sprachen die Beamten darauf an. Die Meisten fanden es zwar gut, dass die Polizei sich des Problems annehme, aber, dass sie die Sünder dann nicht gleich zur Kasse bäte, sei unverständlich, hieß es oftmals. „Wir haben hier zwar eine Rechtslage, die klar sagt: ‚Das Radfahren ist hier verboten.‘ Und da könnten wir auch ohne Weiteres kassieren“, sagt Hinz, aber: „Das wollen wir heute nicht. Wir wollen mit den Leuten ins Gespräch kommen, sie auf ihr Fehlverhalten aufmerksam machen und zur Rücksicht auffordern.“ In der Dienstbesprechung zuvor wies der Beamte seine Kollegen explizit darauf hin, dass es bei dieser Aufklärungskampagne vor allem darauf ankomme, sichtbar zu sein – auch für die Fußgänger. „Ich spreche die Radfahrer auch extra laut an. Das können ruhig alle im Umkreis mitbekommen“, erklärt Hinz auf seinem Posten am Grünen Reiter.

2 Bilder
Polizei und Ordnungsamt klärten Radfahrer in der Fußgängerzone über das Fahrverbot auf. Foto: Dana

Ob die zurechtgewiesenen Radfahrer beim nächsten Mal ihren Drahtesel schieben, bleibt trotz der Aktion unklar. Bei einigen, die sich belehren lassen mussten, zeichnete sich schon am Mittwoch das genaue Gegenteil ab. Eine Person fragte sogar, wie viel der Verstoß denn kosten würde – wohl um abzuschätzen, ob es sich lohnt abzusteigen. Das tut es! Denn wer mit dem Fahrrad durch die Fußgängerzone fährt, muss – an anderen Tagen – 15 Euro zahlen. Von einigen der Radler hörte man auch ein brummiges: „Ich will doch nur schnell hier durch.“ Unter anderem deshalb schlug Horst Maler vom ADFC, der auch an der Aktion teilnahm, vor, die Radfahrer nach ihrem Ziel zu fragen. So könne ermittelt werden, wo besonders viele die Fußgängerzone kreuzten. Anschließend könne überlegt werden, einige dieser Stellen für Radler freizugeben. Eine detaillierte Befragung dieser Art hätte bei der Aufklärungskampagne der Polizei und des Ordnungsamtes aber den Rahmen gesprengt.

Es wird noch einen zweiten Termin geben. Danach müssen alle Radfahrer, die sich nicht an das Fahrverbot in der Fußgängerzone halten, die 15 Euro zahlen. Die darf dann aber nur die Polizei einfordern. Das Ordnungsamt ist nicht befugt, Radfahrer anzuhalten. „Unser Problem ist natürlich, dass wir nicht an jedem Tag so präsent sein können, wie heute hier“, sagt Hauptkommissar Hinz, „wenn ein Kontaktbeamter gerade am Anfang der Fußgängerzone kontrolliert, kann ihm ein paar Meter weiter schon ein Fahrradfahrer durch die Lappen gehen. Die sind sehr schnell weg.“ Aber grundsätzlich werde regelmäßig kontrolliert und es sei nahezu jeden Tag an irgendeinem Punkt der Innenstadt ein Kontaktbeamter unterwegs.



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