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Kriminelle erbeuten über eine Million Euro bei Betrugsfällen / Prävention zeigt Wirkung

Polizei in Sorge um Senioren

HAMELN. Der Großteil der Menschen in Deutschland fühlt sich sicher. Dennoch, der Anteil derer, die Angst vor Kriminalität haben, wächst. Gründe mögen Einbrüche in der direkten Nachbarschaft sein, der Zeitungsbericht über eine neue Betrugsmasche oder auch der gefühlte Eindruck, dass die Polizei nicht häufig genug auf Streife ist, also kaum Präsenz zeigt.

veröffentlicht am 10.05.2019 um 19:24 Uhr
aktualisiert am 10.05.2019 um 20:00 Uhr

„Verwalter“ und Ermittler: Kriminaltechniker Daniel Biastoch (3. v. li.) zeigt Bürgermeistern seine Arbeitswerkzeuge. Foto: fn
Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite
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Leicht hat es die Polizei nicht, den Skeptikern allein mit Zahlen ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln. Dabei zeigt die kürzlich veröffentlichte Statistik für 2018: Die Kriminalität geht zurück. Auch im Landkreis Hameln-Pyrmont ging die Anzahl der Straftaten auf 8367 Fälle zurück. Fast drei von vier Taten (71,97 Prozent) wurden aufgeklärt.

Einmal im Jahr kommen Führungskräfte der Polizeidirektion (PD) Göttingen und Bürgermeister der Städte und Gemeinden des Landkreises zusammen. Den Verwaltungschefs wird dann der Sicherheitsbericht vorgestellt. Ein Bericht, der zeige, „dass es uns auch im Jahr 2018 gelungen ist, mit aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen Schritt zu halten“, wie Polizeipräsident Uwe Lührig es im Rahmen der Präsentation am Freitag formulierte.

Sorgen bereiten der Polizei immer noch die „Straftaten zum Nachteil älterer Menschen“, wenn Senioren mit Enkeltrick oder durch falsche Polizeibeamte um ihr Erspartes gebracht werden. Es sei unerträglich, wenn Senioren ihr Geld abgezockt werde, sind sich Lührig und Ralf Leopold, Leiter der Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden, einig.

Immerhin seien im Vorjahr bei 29 Straftaten 1,02 Millionen Euro erbeutet worden. Doch habe Präventionsarbeit bewirkt, dass 921 bekannt gewordene Versuche nicht zum Erfolg führten.

Die Bürgermeister hören aufmerksam zu, was die Polizei ihnen berichtet. Mit Zwischenfragen halten sie sich jedoch zurück. Man kenne sich gut, treffe sich zwei-, dreimal im Jahr zum Austausch in den Gemeinden, erklären Bernhard Wagner und Andreas Grossmann ihre Reserviertheit. Allein Hamelns Oberbürgermeister Claudio Griese mischt sich einmal ein – beim Thema Verkehr.

Er nennt ein Problem, das vielen Hamelnern unter den Fingernägeln brennt: die Situation auf den „Hamelner Rennstrecken“ wie Pyrmonter Straße und Wangelister Straße. Der Oberbürgermeister möchte wissen, wie die Gesetzeshüter gegen nächtliche Raser und illegales Tuning vorgehen. Gefühlt sei es besser geworden, nachdem schon einige Nadelstiche gesetzt worden seien, heißt es von der Polizei. Zu Einzelheiten wollen sich die Beamten jedoch nicht äußern.

Der klassische Schutzmann war einmal. Die Generation heutiger Polizeibeamter muss sich mehr denn je mit digitalen Technologien auseinandersetzen. Wie mit der neu in der PD eingeführten Software „PreMAP“, mit der sich die Polizei Erfolge bei der Bekämpfung der Einbruchkriminalität erhofft. Das System errechnet auf Basis eingegebener Daten begangener Einbrüche eine Wahrscheinlichkeit, dass es in bestimmten Gebieten zu weiteren Straftaten kommen kann. Streifenpolizisten sind mit Tablets ausgerüstet, auf denen mögliche Orte weiterer Taten markiert sind und auf die die Beamten ein waches Auge werfen. Mit ein wenig Glück können sie dann den Kriminellen einen Schritt voraus sein – und die Diebe dingfest machen.

„Wir leben im Weserbergland in einem sicheren Bereich“, sagt Ralf Leopold, Leiter der Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden – nicht nur mit Blick auf die stark rückläufigen Wohnungseinbrüche.



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