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Über Kosten und Recycling von Wahlplakaten

Politikerköpfe als Blumentöpfe

Hameln. Seit zwei Monaten lachen sie uns entgegen und haben immer einen flotten Spruch parat: die Politiker auf ihren Wahlplakaten. Das hat nach dem 22. September ein Ende. Sobald die Würfel zur Bundestags- sowie Landratswahl gefallen sind, ist Werbung überflüssig. Doch was passiert mit den Plakaten nach der Wahl?

veröffentlicht am 16.09.2013 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 03:21 Uhr

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Autor:

Julia Rau
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In Hameln wurden 1900 Plakate aufgehängt: 450 von der CDU, 400 von den Grünen, ebenfalls 400 von den Linken, 350 von der SPD, jeweils 150 von der FDP und Piraten. Die Parteien haben zwischen 450 und 2000 Euro für ihre Wahlplakate ausgegeben, lediglich bei den Linken weiß man nicht, wie viel ausgegeben wurde, weil das „zentral in Berlin in Auftrag gegeben und dann an die Kreisverbände verteilt wird“.

„Viel zu viel Geld “, findet jedenfalls Klaus-Peter Wennemann von der FDP. Drei Jahre lang habe die FDP darauf hingewirkt, parteiübergreifend auf die aufwendige Plakatierung zu verzichten. Offenbar ohne Erfolg. Die Grünen und die Piraten stört hingegen weniger das Wie viel, als vielmehr das Wo. Trotz eindeutiger Verbote hängen die Plakate der Gegner an Verkehrsschildern, Kreuzungen und Bäumen.

Nach der Wahl blüht den Papp-Politikern unabhängig vom Wahlergebnis ein trübes Schicksal. Sie werden entsorgt. Die Papierposter kommen in die Altpapierwiederaufbereitung und werden recycelt. Die abgebildeten Kandidaten landen so buchstäblich wieder in der Presse. Die SPD achtet aus diesem Grund auf „ökologisch korrekten Kleister“, so Peter Schulze, Kreisgeschäftsführer der SPD. Die umweltfreundlichen Holzspanplatten, auf die unter anderem die Grünen und die Linken ihre Poster geklebt haben, werden bei den örtlichen Parteigruppen eingelagert und vor der nächsten Wahl überklebt.

Viele Parteien setzen auf die wesentlich teureren, aber wetterfesteren Hohlkammerplatten aus wiederverwertbarem Polypropylen. Die Piraten lagern auch diese ein, denn „das schont die Finanzen“, sagt Claudia Schumann, Vorsitzende des Kreisverbandes. Die CDU setzt ausschließlich auf die teure Variante und schützt sie sogar. Solange die Kandidaten das Stadtbild zieren, patrouilliert eine Rentnergruppe für die CDU. Sie soll Beschädigungen der Plakate melden, sodass ein Uwe Schünemann mit Schnurrbart ausgetauscht werden kann. Nach der Wahl werden die Tafeln eingesammelt und geschreddert. Das Granulat kommt zu einem Kunststoffverarbeiter, dort werden Michael Vietz und Schünemann zu Blumentöpfen verarbeitet.

Auch die Linke prüft, ob die Kunststoffplakate erneut verwendet werden können, ansonsten wandern sie in den Recyclinghof. Die FDP lässt Einmalplakate aus Kunststoff fachgerecht entsorgen, und die 100 Hohlkammerplatten der SPD kommen nach der Wahl in die Müllverbrennungsanlage.

Wahlplakate wie diese zieren die Straßen – aber nur noch wenige Tage (hoffentlich).Dana



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