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Quer durch die Fraktionen Verständnis für die Forderungen des Tierschutzvereins / Verhandlungen finden in Kürze statt

Politiker wollen Tierheim nicht hängen lassen

Hameln (ni). Hamelns Politiker fühlen sich in der Pflicht, dem finanziell angeschlagenen Tierheim an der Klütstraße (wir berichteten) unter die Arme zu greifen. Nur die künftige Höhe der Tagessätze für die dort untergebrachten Fundtiere muss noch ausgehandelt werden.

veröffentlicht am 11.09.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 14:41 Uhr

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Das Tierheim des Tierschutzvereins Hameln-Pyrmont ist Auffangstation und Vermittlungsstelle für herrenlose Hunde und Katzen aus dem gesamten Landkreis. Weil die Kommunen für diese Fundtiere sorgen müssen, haben alle Städte und Gemeinden des Kreises mit dem Verein vor 26 Jahren einen gleichlautenden Vertrag geschlossen. Danach verpflichtet sich der Verein, die Vierbeiner aufzunehmen und zahlen die Kommunen für deren Unterbringung. Doch mit dem aktuellen Tagessatz von zehn Euro für jeden Hund und acht Euro für jede Katze, gewährt für die Dauer von nur 28 Tagen, kommt der Verein nicht mehr über die Runden, seit die Zahl der im Tierheim abgegebenen Stubentiger kontinuierlich ansteigt und mit ihnen die vom Verein getragenen Tierarztkosten in die Höhe schnellen.

„Das Tierheim braucht mehr Geld und wir müssen es geben“ – für den Piraten Jörgen Sagawe, der gemeinsam mit Peter Kurbjuweit von der Linken eine Fraktion im Hamelner Rat bildet, ist die Situation eindeutig. Für die Fundtiere zu sorgen, sei eine Pflichtaufgabe der Stadt. Und auch wenn diese Aufgabe an den Tierschutzverein übertragen sei, müsse die Stadt finanziell für die Tiere geradestehen. Sich nach einem anderen Tierheim umzusehen oder gar ein Tierheim in städtischer Regie zu betreiben, hielte Sagawe für keine gute Idee: „Wozu, wenn wir hier eine gute Infrastruktur haben, die wir nutzen können“, so der Pirat. Darin ist er sich einig mit der Verwaltung, die diese Alternativen in einer Vorlage für die Sitzung des Ausschusses für Recht und Sicherheit zwar als theoretische Möglichkeiten ins Spiel bringt, sich aber weder von der einen noch der anderen Variante einen finanziellen Vorteil verspricht.

„Wir müssen dem Tierheim so viel Geld zur Verfügung stellen, dass die Tiere anständig versorgt werden können“, sagt auch Waltraud Mehring. Die Sozialdemokratin ist Mitglied in dem Ausschuss, der sich Donnerstag ab 16 Uhr im Sitzungssaal des Hamelner Rathauses mit dem Thema beschäftigen wird. Sie kennt das Heim aus eigener Anschauung und stellt ihm ein gutes Zeugnis aus. Dafür einzustehen, dass sich die Lebensbedingungen für die dort untergebrachten Tiere nicht verschlechtern, ist für sie genauso selbstverständlich wie für Ursula Wehrmann. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen kann nachvollziehen, dass der Tierschutzverein 26 Jahre nach Abschluss des Vertrages auf eine Nachbesserung der darin festgeschriebenen Konditionen drängt. Die vom Verein geforderte Verdopplung des Tagessatzes für Hunde von zehn auf 20 Euro hält sie allerdings für zu hoch gegriffen. „Wenn in Berlin ein Tag in einer Hundepension 13 Euro kostet, dann erscheinen mir 20 Euro doch sehr viel“, so Wehrmann. Für eine Katze künftig zehn statt bisher acht Euro zu überweisen, und das nicht nur 28 Tage lang, sondern maximal für die Dauer von sechs Monaten – diesem Ansinnen des Vereins könnte sie dagegen folgen.

Der Tierschutzverein hat seinen Forderungskatalog, zu dem auch die Übernahme der Tierarztkosten durch die Städte und Gemeinden gehört, allen Kreiskommunen zukommen lassen. Gemeinsam wollen sich die Vertragspartner in Kürze an einen Tisch setzen und über neue Konditionen verhandeln. Eine Verdreifachung der Kosten für die Stadt Hameln, auf die eine Erfüllung sämtlicher Forderungen des Tierschutzvereins hinauslaufen würde, kann in Grieses Augen nicht das Ergebnis des bevorstehenden Gespräches sein. Der Christdemokrat geht vielmehr davon aus, dass der Verein Abstriche an seinen Erwartungen und die kommunale Seite finanzielle Zugeständnisse machen muss, damit am Ende ein für alle Parteien akzeptabler Kompromiss steht.

Wer dem Tierheim helfen möchte, kann das durch eine Spende auf das Konto des Tierschutzvereins Hameln-Pyrmont, Stadtsparkasse Hameln, Kto. Nr. 18770, tun.

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