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Politiker mit der „Marktordnung“ vergrault

veröffentlicht am 02.08.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:35 Uhr

Hameln (ni). Dass Gerhard Paschwitz je zu einer Bedrohung für den „Marktfrieden“ auf dem Hamelner Wochenmarkt werden könnte, hätte sich der aufrechte CDU-Mann wohl selbst in seinen kühnsten Träumen nicht vorstellen können. Und doch ist es so gekommen. Das einzige Vergehen, das dem ehemaligen Polizisten anzulasten war: Paschwitz hatte den Paragrafen 3, Absatz 5, der 1999 erlassenen Hamelner Marktordnung nicht im Kopf.

Und der besagt nun mal, dass das Verteilen von Werbematerialien (auf dem Wochenmarkt) zugelassen werden kann, wenn die Werbung im Zusammenhang mit dem Markt oder den dort verkauften Produkten steht. Und weil auf Hochglanzpapier gedruckte Wahlkampfparolen nichts mit landwirtschaftlichen Produkten gemein haben, dürfen sie auf dem Hamelner Wochenmarkt eben nicht verteilt werden.

Daran haben Paschwitz und der CDU-Landtagskandidaten Dr. Stephan Walter nicht gedacht, als sie auf dem Wochenmarkt mit Flyern und Kugelschreibern für die Kommunalwahl werden wollten. Wenig später erwischte es auch Walters Mitbewerber um das Amt des Landrates im Kreis Hameln-Pyrmont, Hermann Schmidtchen von den Unabhängigen. Auch er hatte Werbematerial verteilt und war von der Marktaufsicht angehalten worden.

„Wir wollten den Leuten doch keine Staubsauger verkaufen, sonder für eine demokratische Wahl werben“, fragt sich dagegen nicht nur Paschwitz, ob eine so pedantische Auslegung des fraglichen Paragrafen zu Wahlkampfzeiten tatsächlich angebracht ist.



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