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Bei Baumfällungen wie am Ilphulweg sollen die betroffenen Anlieger künftig besser informiert werden

Politik zieht Lehre aus Protest der Anlieger

Hameln (ni). Wenn im Stadtgebiet markante Bäume gefällt werden müssen, sollen die Anlieger künftig rechtzeitig und umfassend informiert werden. In diesem Ziel sind sich die Fraktionsspitzen der im Rat vertretenen Parteien bereits einig; über den richtigen Weg dorthin beraten sie zurzeit noch intern.

veröffentlicht am 03.02.2009 um 19:04 Uhr
aktualisiert am 12.11.2016 um 13:41 Uhr

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Der zwischen Stadt und Anwohnern entbrannte Streit um die Fällung der Kastanienallee am Ilphulweg war der Politik offensichtlich eine Lehre. Für den SPD-Chef Uwe Schoormann lautet die: Was von der Verwaltung vorgeschlagen und von den Abgeordneten im zuständigen Fachausschuss als gute Lösung akzeptiert wurde, muss noch lange nicht auf die Gegenliebe der unmittelbar Betroffenen stoßen. Weshalb die Sozialdemokraten bestrebt seien, bei ähnlich einschneidenden Maßnahmen wie am Ilphulweg in Zukunft „die Anlieger rechtzeitig mit einzubeziehen, um unnötige Reibungsverluste zu vermeiden“.

Ganz ähnlich äußern sich die Fraktionsvorsitzenden von FDP und CDU, Hans Wilhelm Güsgen und Claudio Griese. Doch während sie noch offen lassen, in welcher Form das geschehen soll, bezieht ihre grüne Kollegin Ursula Wehrmann bereits klar Position. Sie setzt auf Information im Rahmen von Anliegerversammlungen – und zwar schon im Vorfeld, „und nicht erst, wenn der Protest eskaliert ist“. Denn grundsätzlich, so Wehrmann, „wollen wir doch, dass die Bürger sich für ihre Stadt engagieren, also müssen wir ihnen auch die Möglichkeit geben, sich einzubringen“.

Stärker einbringen wollen sich die Politiker, wenn es um die Nachpflanzung abgesägter Bäume geht. „Da werden wir ein bisschen mehr Druck auf die Verwaltung machen“, sagt Schoormann. Wehrmann wird deutlicher: Jeder im Stadtgebiet gefällte Baum müsse durch einen neuen ersetzt werden. Abweichungen von diesem Prinzip lasse sie nur in begründeten Ausnahmen gelten. Von der Verwaltung erwartet sie regelmäßig Rechenschaft darüber, wann und wo die fälligen Nachpflanzungen erfolgt sind und wo sie aus welchem Grund noch ausstehen.

Nachpflanzungen –

dem Klima zuliebe

Auf die bloße Ankündigung, dass Nachpflanzungen vorgesehen seien, will Wehrmann sich nicht mehr verlassen. Und genauso wenig „selbst den ganzen Tag durch Hameln marschieren, um zu kontrollieren, ob ein gefällter Baum tatsächlich durch einen neuen ersetzt wurde“. Wobei die grüne Ratsfrau auch Baum meint, wenn sie Baum sagt, und sich nicht mehr zufriedengeben will mit einem zarten Pflänzchen, „das in 20 Jahren mal ein Baum wird“. Natürlich koste das Geld, aber das müsse eine Stadt in die Hand nehmen, der es ernst sei mit dem Klimaschutz.

In dieser Forderung gehen die Grünen mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) konform. Auch der verlangt, dass die Ersatzpflanzungen „hochwertig“ sein und in einer laufend aktualisierten Liste dokumentiert werden sollen. Claudio Griese wäre das „zu formal“. Den CDU-Fraktionschef schreckt der damit „vermutlich verbundene bürokratische Aufwand“.



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