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Mühlenschließung: Mehrheitsgruppe positioniert sich / Auch Gewerkschaft will kämpfen

Politik stellt Eilantrag zum Erhalt des Standorts

Hameln (CK). Der Rat der Stadt Hameln soll sich eindringlich für die Beibehaltung des Werkes Wesermühlen Hameln (Kampffmeyer Mühlen) aussprechen und die VK Mühlen AG auffordern, die Entscheidung zur Aufgabe des Standortes Hameln zu überdenken und rückgängig zu machen. Mit diesem Eilantrag zur Behandlung in einer außerordentlichen Sitzung des Verwaltungsausschusses und anschließend in der Ratssitzung am 10. Oktober reagiert die Mehrheitsgruppe aus CDU, Grünen und Unabhängigen im Rat auf die Ankündigung der Geschäftsleitung, den Betrieb im kommenden Jahr dichtzumachen.

veröffentlicht am 02.10.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 11:21 Uhr

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Zur Begründung heißt es, der Rat habe mit Bestürzung zur Kenntnis nehmen müssen, dass das Werk in den Ru-thenstraßen aufgegeben werden soll. „Die Schließung des Standortes“, so der Wortlaut im Eilantrag, „wirkt sich erheblich auf die Infrastruktur der Stadt Hameln, aber auch der Region aus. Nicht nur der Verlust von Arbeitsplätzen, sondern auch der Einschnitt in den landwirtschaftlich geprägten Raum unserer Region lässt eine Schwächung des Wirtschaftsstandorts Hameln befürchten.“ Die Beibehaltung der hydrothermischen Bearbeitung am Standort Hameln könne aus Sicht des Rates den heruntergefahrenen Standort nicht dauerhaft sichern und sei auch unter dem Aspekt zu betrachten, dass keine Mehlproduktion vor Ort mehr erfolgen sollen, und das Mehl anderweitig herangeschafft werden müsse.

Auch die frei werdenden Gebäude können aus Sicht des Rates nur schwerlich einer anderweitigen Nutzung zugeführt werden, sodass auch weitere unabsehbare Folgen auf die Stadt zukommen würden. Mit der unternehmerischen Entscheidung, den Standort Hameln aufzugeben, verliere die Stadt die letzte Mühle, und das würde zu einem Ende einer jahrhundertealten Tradition führen.

Warum die Mehrheitsgruppe es mit ihrem Antrag so eilig hat, begründet sie wie folgt: „Die Eilbedürftigkeit ergibt sich daraus, dass die VK Mühlen AG am 29. September die Entscheidung über die Aufgabe des Standortes verkündet hat, sodass eine unverzügliche Positionierung des Rates erforderlich und ein Zuwarten bis zur nächsten Ratssitzung am 21. November nicht zumutbar ist.“

Unterdessen haben sich die von der Betriebsschließung

betroffenen Beschäftigten einmütig dafür ausgesprochen, alles für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze zu tun. Bei einem entsprechenden Treffen Ende der vergangenen Woche war auch Thomas Bernhard mit dabei, Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, Region Hannover. „Wie in vielen anderen Fällen auch führen Managementfehler zur aktuell schlechten wirtschaftlichen Lage der Betriebsstätte. Fehlende Investitionen, Ausgliederung innovativer Techniken oder mangelnde Kommunikation mit Getreideanbauern dürfen nicht dazu führen, dass Arbeitsplätze vernichtet werden“, sagte er vor den Mitarbeitern. Er kritisierte, dass der Vorstand Prämien bekomme, die Mitarbeiter aber die Kündigung. „Alle eure Zugeständnisse zum Erhalt der Wesermühle sollen nichts gebracht haben?“ Es wird Zeit, dass ihr den Vorstand der VK Mühlen AG aus dem Dornröschenschlaf erweckt, bevor noch weitere Marktanteile an die Mitbewerber und weitere Mühlenstandorte verloren gehen“, forderte er und zeigte sich überzeugt davon, dass man gemeinsam den Vorstand „wachküssen“ werde.

Nach Auffassung von Beschäftigten und Gewerkschaft NGG ist ein profitabler Betrieb der Mühle durchaus möglich. Die Mitarbeiter seien trotz aller negativer Erfahrung motiviert und wild entschlossen, für jeden einzelnen Arbeitsplatz zu kämpfen.

Ähnlich hatte sich auch Betriebsratsvorsitzender Dirk Usadel auf der Betriebsversammlung geäußert: „Es ist ein Hohn, wenn nun die Landwirte schuld daran sein sollen, dass die Mühle geschlossen werden soll. Die Geschäftsleitung hat in den vergangenen Jahren sowohl die Mais- als auch die Roggenmühle abgebaut. Sollte das als Motivationsschub und Signal an die Landwirte für den Getreideanbau gesehen werden?“

Soll nach dem Willen von Politik und Belegschaft erhalten bleiben: die Hamelner Kampffmeyer- Mühle.Foto: Wal



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