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Bildungszentrum muss aus dem frühren AEG-Gebäude ausziehen / Fast 2000 Schulungen pro Jahr

Platznöte: Die TA sucht neue Büroräume

Hameln (bha). Wenn statt des Schriftzuges Cemag die zwei Buchstaben TA am leer stehenden Bürogebäude prangten, wäre das Problem gelöst. Die Technische Akademie Hameln e. V. (TA) – bei den Hamelnern weitgehend unbekannt, für den Wirtschaftsstandort aber bedeutend – hat Platznöte. Die 3000 Quadratmeter, die das Bildungszentrum im ehemaligen AEG-Gebäude an der Kuhbrückenstraße belegt, müssen geräumt werden. Die dort bestehenden 35 Arbeitsplätze können für Hameln nur gesichert werden, wenn die Köpfe der TA in der Stadt ein neues Domizil finden.

veröffentlicht am 05.12.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 13:21 Uhr

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Hinter den Fensterscheiben, an denen groß die weißen Buchstaben TA kleben, rotieren derzeit die Mitarbeiter, um die Zukunft des Vereins in der Rattenfängerstadt zu sichern. Dabei stellt sich nach Ausführungen des Vorstandsvorsitzenden Werner Thiele nicht allein die Frage, wo die Schulungsteilnehmer künftig lernen und wo etwa 150 Parkplätze zur Verfügung stehen, sondern auch, wo die Prüflinge schlafen können. Sie kommen laut Thiele aus ganz Deutschland. „80 Leute haben wir bislang im Apartmenthotel in Klein Berkel untergebracht“, sagt Thiele. Doch das Hotel sei verkauft worden, der Vertrag mit der TA laufe zum Ende des Jahres aus, und zu den Preisen, die dort verhandelt worden seien, ließen sich nicht ohne weiteres Zimmer finden.

„Wir haben schon 32 Wohnungen bei der Hamelner Wohnungsbaugenossenschaft angemietet, die wir auch renoviert haben“, erzählt der Vorsitzende. Zudem seien möblierte Privatwohnungen in die Kartei aufgenommen worden. Eine Gesellschaft, die zur TA gehört, agiert dabei sowohl als Vermittler auf als auch direkt als Vermieter. „Ich träume immer noch vom Campus-Effekt“, erzählt Thiele von seinen Visionen und möchte am liebsten Leben und Lernen an einem Ort vereint wissen. Beim Apartmenthotel Klein Berkel klappte genau das, weil sich dort die TA-Schüler die Wohnungen als WG teilten und abends noch gemeinsam lernen konnten.

„Lernen“ heißt bei der TA, sich in 50 Wochenstunden intensiv auf IHK-Prüfungen vorzubereiten. Was mit gewerblich-technischem Schwerpunkt begann, ist längst erweitert worden. Berufstätige können sich zum IHK-anerkannten Controller weiterbilden, ebenso zur Fachkraft für Pflegedienstleistungen oder zum Industriemeister Metall (IHK). Einige Kurse dauern drei bis vier Monate, andere zwei Wochen. Die Akademie, die 1992 gegründet wurde, bietet sogenannte Aufstiegsfortbildungen für Erwachsene an. In diesem Bereich gehört TA nach eigenen Angaben deutschlandweit zu den größten Anbietern und schult pro Jahr etwa 1920 Männer und Frauen und holt dafür etwa 134 freie praxiserfahrene Dozenten nach Hameln. „Einige Kurse haben wir bereits nach Hannover verlagert, weil die Raumkapazitäten auf dem Gelände der Baumaschinenfirma Volvo Construction Equipment ABG GmbH nicht reichten“, sagt Frank K. Mauve, einer von zwei TA-Geschäftsführern.

Wenn in Hameln weder eine ausreichend große Anzahl an Schulungsräumen noch ausreichend Unterbringungsmöglichkeiten gefunden werden, stehe eine Verlagerung des Vereins nach Hannover an. „Volo hat von seinem kurzfristigen Kündigungsrecht Gebrauch gemacht“, nennt Thiele den Grund und betont, „das ist absolut in Ordnung“. Dass TA überhaupt noch in diesem Gebäude ist, sei ein Entgegenkommen des Unternehmens in schwedischer Hand. Thieles Wunsch, in Hameln zu bleiben und „sein Baby“ wie er die TA nennt, nicht nach Hannover zu verlagern, liege an seiner Heimatverbundenheit. „Ich bin Urgestein“, sagt er über sich.

Unterstützung erfahre die Akademie in großem Maße von der Wirtschaftsförderung der Stadt Hameln – doch viele Möglichkeiten gebe es hier nicht. Eine bietet das prominente Bürohaus im Hottenbergsfeld an der B 217. Etwa 4000 Quadratmeter Fläche stehen dort seit der Cemag-Pleite leer und wollen vom Insolvenzverwalter an den Mann gebracht werden. Zu der Frage, ob und inwieweit über dieses Objekt oder ein anderes schon verhandelt wird, möchten Thiele und Mauve zu diesem Zeitpunkt keine Auskunft geben, um etwaige Verhandlungen nicht schon vorab zu gefährden.

Noch ist hier, in den früheren AEG-Hallen, die Technische Akademie untergebracht – sie sucht verzweifelt neue Räume.

Foto: Dana



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