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Jugendliche bieten kostenlosen Tausch an

Plastiktüten finden sie „untragbar“

Hameln. „Die meisten haben bereitwillig mitgemacht, nur einige haben gesagt, sie hätten keine Zeit, andere wollten uns sogar Geld für den Tausch geben“, berichten Svea, Anne und Janne. Die drei 13-jährigen Vikilu-Schülerinnen haben am Samstag zusammen mit Mitschülern einige Stunden lang die Besucher des Weihnachtsmarktes unter dem Motto „… denn Plastik ist untragbar“ gebeten, Plastiktragetüten kostenlos in Stofftaschen umzutauschen. „Am Ende hatten wir mehr als 300 Plastikbeutel eingesammelt“, so der Initiator der Aktion, Vikilu-Schülersprecher und „KliMotion“-Mitglied Carl-Frederick Luthin.

veröffentlicht am 23.12.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 10:21 Uhr

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Autor:

Ernst August Wolf
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In der „KliMotion“-Lokalgruppe haben sich unter dem Dach des Netzwerkes „JugendKlimaAktionen Niedersachsen 2013“ die Schülervertreter der drei Hamelner Gymnasien zu umweltpolitischer Arbeit zusammengeschlossen. Seit kurzem ist auch die evangelische Jugend mit im Boot. Deren Mitglieder unterstützen die Aktion als Weihnachtsmänner und Osterhasen verkleidet.

Unterstützung finden die Jugendlichen von „KliMotion“ auch bei der Stadt. Der Fachbereich Umwelt hatte die Tauschaktion mit 100 Euro gefördert. Fachbereichsleiter Ralf Wilde: „Solche Aktionen gab es ja schon vor vielen Jahren einmal, dann aber hat die Verwendung von Plastiktüten wieder zugenommen und wir werden momentan davon leider regelrecht überschwemmt.“

Dass die Aktion der Schüler „gut und bitter notwendig“ sei, davon ist auch die örtliche SPD-Bundestagsabgeordnete Gabriele Lösekrug-Möller überzeugt. Sie kritisierte die trotz schwerwiegender Umweltbelastungen zunehmende Gedankenlosigkeit vieler Bürger bei der Verwendung von Plastiktüten. „Ein Verbot seitens des Gesetzgebers ist allerdings realitätsfern. Viel erfolgversprechender ist die Aufklärung durch Aktionen wie diese“, meint die frischgebackene Parlamentarische Staatssekretärin.

Dass die Jugendlichen bereits Kontakt mit Handelsketten wie Rossmann aufgenommen haben, um auf die Problematik aufmerksam zu machen, fand das Lob der Abgeordneten. „Ich bin dabei, wenn es darum geht, Unternehmen zu finden, die das aktiv unterstützen. Denn so wie jetzt kann es nicht weitergehen.“

Jede Minute würden rund 10 000 Plastiktüten ausgegeben, sagten Carl-Frederick Luthin und seine Mitstreiter bei der Übergabe der 300 Tüten an Lösekrug-Möller. Das sei nicht nur eine gewaltige Ressourcenverschwendung, schließlich würden die Tüten aus Erdöl hergestellt, sondern auch eine erhebliche Umweltbelastung. „Und außerdem ein großer Luxus“, findet Markus Biewener, der Schülersprecher des Albert-Einstein-Gymnasiums, denn erfahrungsgemäß seien Plastiktüten kaum länger als 25 Minuten in Benutzung.

Die auf dem Weihnachtsmarkt gesammelten Tüten sollen über Lösekrug-Möller direkt ans Bundesumweltministerium weitergeleitet werden. Damit wollen die „KliMotion“-Aktivisten anregen, eine Abgabe auf Plastiktüten in Höhe von 22 Eurocent einzuführen. Eine Forderung, die den Beifall nicht nur der vielen jugendlichen Weihnachtsmarktbesucher fand.



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