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Was kommt nach dem Abriss?

Plan fürs Turbinenhaus steht

HAMELN. Das alte Turbinenhaus an der Münsterbrücke ist abgerissen. Für eine Nachnutzung ist alles hergerichtet, teilen die Stadtwerke, denen das Gelände gehört, auf Nachfrage mit. Was dort entstehen soll, sei auch schon klar, heißt es weiter. Nur was genau das ist, das wollen die Stadtwerke noch nicht verraten.

veröffentlicht am 12.09.2017 um 19:16 Uhr

Schon bald soll es am Turbinenhaus weitergehen. Foto: Dana
Lars Lindhorst

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Lars Lindhorst Reporter zur Autorenseite
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Von der Wasserkraftanlage an der Münsterbrücke sind nur noch Bruchstücke übrig geblieben. Eine Mauer des ehemaligen Turbinenhauses steht noch da, ringsherum ist der Boden planiert. Doch von einer Baustelle, wie sie seit längerem von der Münsterbrücke aus zu sehen war, ist nicht mehr viel zu erkennen – außer einem Zaun, der das Gelände Richtung Innenstadt begrenzt. Schon bald aber soll es laut Hamelner Stadtwerke hier wieder mehr zu sehen geben: Die Nachnutzung des Geländes ist geklärt, heißt es auf Nachfrage von den Stadtwerken. Was an der exponierten Stelle am Eingangstor zur Innenstadt jedoch passieren wird, damit wollen die Verantwortlichen nicht herausrücken – noch nicht.

Der Abriss des Turbinenhauses, mit dem die Stadtwerke einst Strom durch Wasserkraft produzierten, sind jedenfalls abgeschlossen, bestätigt das Unternehmen. Das Grundstück sei auch schon für „eine Nachnutzung hergerichtet“. Heißt: Normalerweise könnten die Bauarbeiten beginnen – für welches Projekt auch immer.

Damit haben die Stadtwerke sich offensichtlich für einen Interessenten entschieden. „Fix“ und „in trockenen Tüchern“ seien die Planungen zumindest, teilt eine Sprecherin mit. Doch mit Aussagen zum konkreten Vorhaben hält sich das städtische Unternehmen zurück. „In absehbarer Zeit“ könne man Näheres sagen, heißt es.

Schon 2009 hatten die Stadtwerke angekündigt, das Turbinenhaus abzureißen. Zunächst hatte das Unternehmen in Erwägung gezogen, eine neue Turbine dort zu errichten, diese Pläne aber aufgrund mangelnder Wirtschaftlichkeit später verworfen. Seither hat es eine Vielzahl von privaten Interessenten gegeben, die sich für die Nachnutzung des Geländes unterhalb der Münsterbrücke bewarben – darunter waren Pläne für ein Wohn- und Geschäftshaus oder auch für ein Altenheim.

Schon 2012 hatte sich die Hamelner Politik dazu bekannt, dass dieses Eingangstor zur Altstadt wieder bebaut werden sollte. Doch das damalige Vorhaben des Hamelner Steuerberaters Fritz-Eckhard Sticher erschien den Ratsleuten zu gigantisch. Sticher hatte zunächst vor, ein Wohn- und Bürogebäude mit bis zu sechs Geschossen dort zu errichten. Aus diesen Plänen wurde am Ende nichts. Der potenzielle Investor argumentierte mit fehlender Wirtschaftlichkeit, sofern die Politik nicht den Weg für ein „mehrstöckiges Riegelgebäude“ freimachte, wie es damals hieß. Sticher sprang ab mit der Begründung, es habe zu viele Bedenkenträger und zu wenig Begeisterung in der Politik gegeben, wie die Dewezet im Oktober 2012 berichtete.

Möglich ist, dass die Stadtwerke jetzt erst einmal abwarten wollen, wie sich die Ratspolitik zu den Plänen stellt, bevor sie die Planungen für die Nachnutzung des Turbinenhausgeländes öffentlich verkünden.

Ob die künftige Gestaltung des Turbinenhausgrundstücks aber überhaupt von der Politik entschieden wird, ist ohne die genauen Pläne von Stadtwerken und neuem potenziellen Investor offen. Für eine Bebauung, ähnlich wie sie Sticher vor fünf Jahren geplant hat, müsste definitiv eine politische Entscheidung her. Denn dann – im Falle von mehrstöckiger Bebauung – ist unter Umständen eine Bauleitplanung notwendig, wie es aus dem Rathaus heißt. Anders wäre es, wenn sich die Planer auf Paragraf 34 des Baugesetzbuches berufen könnten. Demnach sei an der Münsterbrücke ein Bauvorhaben ohne Änderung des Bebauungsplans möglich, wenn sich künftige Gebäude in das bestehende Ortsbild einfügten. Dann ist es „ein laufendes Geschäft der Verwaltung“, sagt ein Rathaussprecher.

Mein Standpunkt
Lars Lindhorst
Von Lars Lindhorst

Bauvorhaben eingetütet! So klingt es. Die Zurückhaltung von Stadt und Stadtwerken bei der Bekanntgabe ihrer Pläne mag in den Lehren aus den fortwährenden Diskussionen um das Turbinenhausgelände begründet sein. Wie es auch immer kommen wird, vor vollendete Tatsachen wird sich Hamelns Ratspolitik wohl trotzdem nicht stellen lassen.

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