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Land plant bei Tündern Erweiterung um 30 Hektar

Pläne mit viel Zündstoff: Noch mehr Kiesabbau

Hameln (wer). Die Seenplatte im Süden Hamelns soll wachsen – das jedenfalls fordert die Rohstoffindustrie und mit ihr die Landesregierung, die den Kiesabbau zwischen Hameln und Tündern um 30 Hektar erweitern möchte. Stadt und Landkreis spenden keinen Applaus.

veröffentlicht am 05.11.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 17:21 Uhr

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Bei der bevorstehenden Änderung des Landesraumordnungsprogramms (LROP) überrascht das Landwirtschaftsministerium die örtlichen Planer mit einem Entwurf, der das Vorranggebiet für Kiesabbau zwischen Weser und Justizvollzugsanstalt von 105 auf 135 Hektar vergrößert. Die geplante Erweiterung, so heißt es in der Begründung, sichere die Produktion an diesem Standort – denn „große Teile“ des Gebietes, in dem seit den 1980er Jahren geschürft wird, seien inzwischen abgebaut. Die Expansion im Südosten werde vom Wirtschaftsverband Baustoffe Naturstein gefordert.

Mit der Erweiterung würde der Abbau die Kreisstraße von Hameln nach Tündern überschreiten, die neue Fläche liegt im Dreieck zwischen JVA, Tündernscher Straße und Bahnlinie. Der Entwurf des neuen LROP präsentiert sich im groben Maßstab, exakte Grenzziehungen sind noch nicht möglich. In einer Hinsicht indes ist sich Andreas Bruns vom Fachbereich Umwelt der Stadt sicher: Die Kreisstraße bleibt erhalten. Setzt das Land seine Absicht durch und wird aus dem Plan eines Tages ein reales Abbaugebiet, würde die Straße die Wasserfläche zerschneiden.

Derzeit baggern zwei Kieswerke im Gebiet bei Tündern. Für die Erweiterungsfläche liegt bislang – anders als für das Vorranggebiet Ohr I auf der anderen Weserseite – noch kein Antrag vor.

Stadt und Landkreis werden am Verfahren beteiligt, sie können eine Stellungnahme abgeben – die Entscheidung allerdings liegt beim Land. Die Stadt, so viel steht fest, wird das Vorhaben ablehnen: „Wir tragen die Erweiterung nicht mit“, sagt Bruns. Und verweist auf die bevorstehende Beratung in den Ausschüssen. Bis zum 30. November muss die Stadt ihr Statement abgeben. Ein zentrales Argument liegt auf der Hand: Fortgesetzter Abbau würde die Planung des Naherholungsgebietes an den tündernschen Seen torpedieren. Diesen Ambitionen würde „eine Fortführung des Bodenabbaus in unmittelbarer Nähe (inkl. Verkehrsbelastung) entgegenstehen“, heißt es auch im Entwurf des Landes.

Der Landkreis hat sich im Grundsatz bereits festgelegt: Im Regionalen Raumordnungsprogramm werden neue Kiesflächen generell für unerwünscht erklärt. Auch hier ist der Konflikt programmiert. Konkret sind die 30 Hektar für die „Verbesserung der Landschaftsstruktur und des Naturhaushalts“ reserviert.

Mit Verweis auf das „schwebende Verfahren“ will sich Jörg Heine, stellvertretender Referatsleiter für Regionalentwicklung, aber noch nicht auf eine Position festlegen. Am 15. November soll sich der Ausschuss für Regionalplanung erstmals mit dem Thema befassen – auf der Tagesordnung steht dann auch die geplante Erweiterung des Gesteinsabbaus in Salzhemmendorf. Seite 22

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