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Kurzinterview mit Constantin Grosch

Piraten wollen den Politikstil verändern

Hameln. Sie streben einen freien Wissensaustausch, besseren Datenschutz, weniger Überwachung an und nennen sich „Piratenpartei“. Der Name wurde gewählt, um dagegen zu protestieren, „dass harmlose Bürger, die lediglich privat Musik oder Filme tauschen wollen, als ‚Raubkopierer‘ bezeichnet werden“, heißt es in einer Broschüre. Bei den Europawahlen 2009 in Schweden erzielten die Piraten einen Achtungserfolg und sind seitdem mit einem Sitz im EU-Parlament vertreten. Inzwischen hat die Partei in Deutschland ebenfalls eine Fan-Gemeinde, und auch in Hameln-Pyrmont ist sie aktiv, bewirbt sich um Mandate. „Um Bürgernähe zu praktizieren“, wie der heimische Vorsitzende Constantin Grosch betont. In Kurzinterviews stellt die Dewezet Bewerber vor, die nicht in den Parlamenten vertreten sind.

veröffentlicht am 29.08.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 12.01.2017 um 22:05 Uhr

Constantin Grosch
Hans-Joachim-Weiß-Redakteur-Lokales-Hameln-Dewezet

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Hans-Joachim Weiß Reporter zur Autorenseite
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Herr Grosch, warum stellt sich die Piratenpartei auf Stadt- und Kreisebene zur Wahl?

Wir wollen den Politikstil in der Region verändern, indem wir konsequent auf Transparenz und Bürgerbeteiligung setzen. Das haben wir bereits bei der Erstellung unseres Wahlprogrammes so vorgelebt und werden diese Linie auch weiterhin fortsetzen.

Was unterscheidet die „Piraten“ von anderen Parteien und Wählergemeinschaften?

Die Piraten sind in ihrer gesamten Parteistruktur konsequent basisdemokratisch. Es gibt bei uns keine internen Sitzungen und keine Hinterzimmer. Jeder kann an unseren wöchentlichen Treffen teilnehmen und sofort mitgestalten. Politische Ziele werden bei uns nicht von kleinen Gremien bestimmt, sondern in einem kontinuierlichen Prozess von der gesamten Basis getroffen.

Was wollen Sie konkret anders machen?

Wir wollen die Prinzipien, die unserer politischen Willensbildung unterliegen, auch für die Bürgerinnen und Bürger zugänglich machen. Jeder Bürger muss die Möglichkeit haben, Abstimmungen von Mandatsträgern jederzeit und umfassend nachzuvollziehen. Zudem wollen wir die Bürger bereits bei der Entscheidungsfindung einbeziehen, etwa durch einen Bürgerhaushalt.

Wie viele Mandate erhoffen Sie sich im Rat der Stadt Hameln und im Kreistag Hameln-Pyrmont?

Unser Mindestziel ist je ein Sitz im Rat der Stadt und im Kreistag. Dies ist, schaut man sich die letzten Wahlergebnisse für die Piratenpartei an, mehr als realistisch. Ohne Fünf-Prozent-Hürde und mit dem Wahlrecht ab 16 Jahren stehen die Chancen gut.

Was wären Ihre ersten Amtshandlungen, sollte der Wähler die „Piraten“ mit Mandaten ausstatten?

Zunächst werden wir einen Antrag einbringen, welcher beinhaltet, dass das Abstimmungsverhalten der Mandatsträger bei öffentlichen Sitzungen offengelegt und für jeden zugänglich gemacht wird. Das Ergebnis wird zeigen, inwiefern die dann im Parlament vertretenen Fraktionen bereit sind, sich auf Bürgernähe und Transparenz einzulassen. Dies wird unsere Entscheidung maßgeblich beeinflussen, mit welchen Parteien auf kommunaler Ebene konstruktiv zusammengearbeitet werden kann.



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