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„piperweb.de“ insolvent – Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Ex-Gesellschafter

veröffentlicht am 17.04.2012 um 21:30 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:34 Uhr

Hameln (ube). Der Höhenflug der Hamelner Firma „piperweb.de OHG“ war von kurzer Dauer. Gegründet 2004 kam nach nur sieben Jahren der Absturz: Am 28. Dezember 2011 wurde über die „piperweb.de“ das Insolvenzverfahren eröffnet. Nach Angaben des Insolvenzverwalters stehen den Gläubigern 935.000 Euro zu.

Für viele Kunden kam diese Nachricht überraschend. Inzwischen ermittelt eine Wirtschaftsabteilung der Staatsanwaltschaft Hannover gegen die ehemaligen Gesellschafter der Firma. Der Verdacht laut Oberstaatsanwalt Hans-Jürgen Lendeckel: Betrug und Vorenthalten von Arbeitsentgelt. Die offene Handelsgesellschaft (OHG) hatte vor allem für Mittelständler und Freiberufler Internet-Auftritte konzipiert und ihnen Top-Platzierungen bei Google versprochen. Das Problem: „Viele Kunden zahlen noch heute Geld an eine Leasing-Gesellschaft, ohne jemals von piperweb.de dafür eine Leistung erhalten zu haben“, sagt der Jurist Dr. Immo Hamer von Valtier – und erklärt, wie es dazu kommen konnte: „piperweb.de“ hat seinen Kunden Verträge von Leasing-Firmen angeboten. Auf einem vorformulierten Extraschreiben haben die Kunden unterschrieben, den Leasing-Gegenstand, also die Homepage, bereits erhalten zu haben. Daraufhin begann der Vertrag, hat die Leasinggesellschaft das Geld für die Internetseite direkt an die Firma ,piperweb.de OHG‘ ausgezahlt.“ Insider meinen, dass sich „piperweb.de“ für die erstellten Web-Sites teilweise fürstlich bezahlen ließ. Für die meisten Internet-Auftritte wurden zwischen 5000 Euro und 25000 Euro verlangt. Für die Gläubiger versucht Insolvenzverwalter Dr. Hamer von Valtier derzeit, zu retten, was zu retten ist. Die Chancen, dass alle Forderungen der überwiegend mittelständigen Kunden und ehemaligen Angestellten bedient werden, stehen alles andere als gut. Denn von der Firma ist nichts zu holen – das Vermögen soll unbedeutend sein. Dass piperweb.de knapp bei Kasse ist, haben zuerst die Mitarbeiter zu spüren bekommen. „Eigentlich haben wir ein gutes Produkt gemacht“, meint ein Programmierer, der für die „piperweb.de“ gearbeitet hat. Der Job habe ihm viel Spaß gemacht. Nur mit dem Gehalt sei es problematisch gewesen. „Ich hatte drei Gehälter und das Urlaubsgeld für zwei Jahre nicht bekommen und wurde immer wieder vertröstet. Weil ich dadurch selbst in finanzielle Schieflage geriet, blieb mir nur der Klageweg.“



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