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Hamelns Apothekensprecherin: „Anforderungen dramatisch gestiegen“

Pharmazeuten wollen mehr Geld

Hameln (HW). „Zu Recht fordern wir Apotheker, die seit acht Jahren unveränderte Apothekenhonorierung der Kosten- und Aufwandsentwicklung anzupassen und damit ein weiteres Apothekensterben, insbesondere auf dem Lande, zu verhindern. Das erleben wir ja auch hier in Hameln und Umgebung und es bedeutet Verlust von Arbeitsplätzen und Nachteile für die Patientenversorgung“, sagt Birgit Köpps-Padberg. Die Sprecherin der Apotheken in der Rattenfängerstadt reagiert damit auf den Dewezet-Artikel „Mehr Geld für Apotheker“ vom Donnerstag vergangener Woche, der in den vergangenen Tagen immer wieder von Kunden thematisiert worden sei.

veröffentlicht am 01.08.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 20:41 Uhr

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„Die Apothekenvergütung ist seit 2004 unverändert, zusätzlich haben sich die Einkaufsbedingungen für die Apotheke drastisch verschlechtert und die Anforderungen sind im Gegenzug dramatisch gestiegen“, erklärt Köpps-Padberg und nennt die Rabattverträge, die den Krankenkassen Kosten in nicht veröffentlicher Höhe sparten, das neue Hilfsmittelversorgungssystem, die höheren Anforderungen an die Qualitätssicherung mit vielen neuen Dokumentationspflichten und neue Arzneimittel mit komplizierter Anwendung und dementsprechendem Beratungsbedarf als Beispiele.

„Das alles und insbesondere der gewachsene Beratungsbedarf erhöht die Personalkosten stark“, erläutert die Sprecherin und betont, das zudem die Tariflöhne der Apotheken-Angestellten gestiegen seien und auch die inflationsbedingten Steigerungen der Sachkosten immer höher zu Buche schlügen.

„Erstellt man eine Vollkostenrechnung, in der auch die zusätzlich anfallenden Personalkosten berücksichtigt werden, beträgt die jährliche Unterdeckung allein für den Nacht- und Notdienst für die gesamte Branche 192 Millionen Euro“, rechnet Köpps-Padberg vor.

Für die Herstellung von individuellen Medikamenten habe die ABDA, die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, zudem eine Unterdeckung von 100 Millionen Euro sowie für die Abgabe von Betäubungsmitteln ein Minusgeschäft von 18,8 Millionen Euro errechnet. „Letzteres ist zwar keine gesundheitspolitisch große Summe, angesichts der erheblichen Zunahme der ambulanten Behandlung schwer kranker Menschen wird diesem Bereich jedoch eine permanent wachsende Bedeutung zukommen“, meint die Sprecherin.

Der Wertschöpfungsanteil der Apotheke sei von 2004 bis Mai 2012 um 3,1 Prozent gestiegen, der Anteil der Mehrwertsteuer im selben Zeitraum dagegen um 44,4 Prozent. „Also fast 15-mal so schnell“, so Köpps-Padberg, die auch betont, dass Zuzahlungen der Patienten, die in der Apotheke geleistet werden, zu hundert Prozent an die Krankenkassen gingen. Sie hofft deshalb, dass die Bundespolitik bezüglich der Arzneimittelpreisverordnung bald zu einer für Apotheker akzeptablen Lösung kommt. Das bisherige Angebot aus dem Bundeswirtschaftsministerium, so die Hamelner Sprecherin, sei „nicht annehmbar“. Philipp Rösler hatte eine Erhöhung um 25 Cent für jedes verkaufte verschreibungspflichtige Medikament vorgeschlagen.



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