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„Schmuckstück am alten Groten Markt“

Pferdemarkt 10: Eins der ältesten Häuser der Stadt

HAMELN. Für Stadtführer und Touristen nimmt das Fachwerkhaus am Pferdemarkt 10 keinen gesonderten Platz auf ihrer Route durch Hameln ein – dabei ist es eines der ältesten mittelalterlichen Fachwerkhäuser der Stadt.

veröffentlicht am 12.11.2018 um 12:06 Uhr
aktualisiert am 12.11.2018 um 16:30 Uhr

Um 1910 sah das Haus, das eigentlich aus drei Gebäuden besteht, noch so aus wie auf diesem Bild. Die Arkaden gibt es da noch nicht. Der hintere Teil des Hauses an der Emmernstraße ist erst um 1548 zum Stammhaus hinzugefügt worden. Foto: Dewezet / His
Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
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Um 1500 soll es erbaut worden sein – und hat seither diverse Male sein Äußeres und Inneres gewandelt. Kürzlich meldete die Immobiliengesellschaft Wertmanagement GmbH, dass sie das Haus verkauft hat und es renoviert werden soll. Der Beginn der jüngsten Komplettüberholung, samt Entkernung, liegt inzwischen 66 Jahre zurück.

Im August 1952 begab Dr. Heinrich Spanuth sich auf eine Zeitreise für die Dewezet und befasste sich mit der Geschichte des Pferdemarkt prägenden Hauses. Von der Schönheit, in der das denkmalgeschützte Gebäude fünf Jahre später erstrahlen sollte, war zu jenem Zeitpunkt nicht mehr viel zu erkennen. Es war baufällig, vor allem das Hintergebäude, und vom Schmuckstück des „alten Groten Marktes“ konnte damals keine Rede (mehr und noch nicht wieder) sein. Ein Jahr später, 1953, steht von dem vorderen Teil des Hauses nur noch das Fachwerk aus Eichenbalken. Während der Abbauarbeiten hatte sich herausgestellt, dass das Haus früher ein Bauernhaus gewesen sein muss. Was zu jenem Zeitpunkt nicht mehr original war: Das Walmdach. Typisch für den Baustil der einheimischen Gotik war ein spitzer Steilgiebel, der in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts dem Walmdach weichen musste. Der alte gotische Giebel war vorgerutscht und hatte abzustürzen gedroht. „Und um nun den Weg zur Unansehnlichkeit des Hauses ganz zu Ende zu gehen, wurden oben auch die Fenster verkleinert und die Wand mit einem dem Hause artfremden Lehmputz versehen“, schreibt der Autor des Dewezet-Artikels vom 4. Mai 1957. Ende der 1940er-Jahre waren offenbar einige der „verübten Stilwidrigkeiten“ bereits wieder ausgemerzt worden; 1957 kümmerte sich der Bauherr und Architekt aus Aerzen, Wilhelm Grabbe um die Sanierung. 1957 war die Erneuerung des Hauses eigentlich abgeschlossen – es fehlte nur noch der endgültige Anstrich. Nachdem der vollbracht war, gerät der Dewezet-Autor Heynacher ins Schwärmen: „[…] wir sehen nun, wie der wunderschöne Eindruck dieses mittelalterlichen Prachtbaues durch die gelungene Bemalung wesentlich vertieft wird“.

Heute sind die Farben der Verzierungen erneut verblasst, manchmal bröckeln Stückchen aus der Fassade und fallen auf den Pferdemarkt, innen ist das Haus überholungsbedürftig. Wann der neue Eigentümer mit der Sanierung des Hauses beginnen will, ist noch offen. Im nächsten Jahr aber, so verkündet Christoph Ziercke von der Wertmanagement GmbH auf der eigenen Firmenseite, sollen dort neue Wohnungen entstehen.

2 Bilder
„Eines der stilreinsten gotischen Baudenkmäler Hamelns“, wie 1938 über das Haus geschrieben wurde, sieht heute so aus und könnte bald erneut von innen renoviert werden. Foto: DANA


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