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Unesco-Kulturerbe: Sechs niedersächsische Konkurrenten für die Rattenfänger-Sage

Pfeifer trifft auf Grünkohl und Shantys

Hameln. Hameln steht mit seinem Interesse am Unesco-Stempel „Immaterielles Kulturerbe“ keineswegs allein da: 128 Vorschläge seien bei den Kulturministerien der 16 Bundesländer eingegangen, meldete gestern die deutsche Kommission der UN-Bildungsorganisation. Auch Hameln hat die Bewerbung für die Rattenfänger-Sage pünktlich vor dem Stichtag, dem 30. November, eingereicht.

veröffentlicht am 16.12.2013 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 11:21 Uhr

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Frank Henke

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Frank Henke Redaktionsleiter zur Autorenseite
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Die Bewerbungen spiegelten „eine große Vielfalt von Traditionen wider, die in Deutschland lebendig sind und gepflegt werden“, kommentierte die Unesco. Zu den Vorschlägen zählen nun die mündliche Erzähltradition „Graweredersch“ aus Thüringen, der – deutschlandweit praktizierte – Chorgesang, die sächsischen Bergaufzüge und Bergparaden. Für das Wissen im Umgang mit der Natur steht etwa die mikrobiologische Therapie „Heilen mit Bakterien“. Als traditionelle Handwerkskunst wurde unter anderem der Kratzputz an historischen Fachwerkgebäuden in Hessen vorgeschlagen.

Direkte Konkurrenten des Rattenfängers sind nun aber zunächst die übrigen niedersächsischen Bewerber. Denn aus ihnen werden – wie in allen Bundesländern auch – zwei Bewerber ausgewählt, die in das bundesweite Rennen geschickt werden. Und in Niedersachsen ist das Teilnehmerfeld verhältnismäßig überschaubar. Beim Ministerium für Wissenschaft und Kultur in Hannover gingen neben der Hamelner Bewerbung noch sechs weitere ein: Es geht dabei um das „Niederdeutsche Theater“, „Shantys“, „Nachtwächter“, „Grünkohlessen“ und gleich zweifach um das Thema „Blaudruck“, eingereicht aus dem friesischen Jever wie aus dem südniedersächsischen Einbeck.

Bis entschieden ist, wer sich mit dem prestigeträchtigen Unesco-Titel schmücken darf, wird noch einige Zeit vergehen: Bis zum April des kommenden Jahres werden nun alle Bundesländer ihre zwei Kandidaten für das bundesweite Verzeichnis benennen und an die Kultusministerkonferenz übermitteln. Diese erstellt aus den Bewerbungen dann eine Vorschlagsliste, die an das Expertenkomitee Immaterielles Kulturerbe der Deutschen Unesco-Kommission weitergeleitet wird. Dieses Expertenkomitee bewertet dann im September 2014 die Vorschläge aus den 16 Ländern sowie zwei länderübergreifenden Bewerbungen.

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Voraussichtlich im Dezember des kommenden Jahres werden dann die ersten Einträge in dem bundesweiten Verzeichnis präsentiert. Ein zwischenstaatlicher Ausschuss entscheidet, was am Ende wirklich zum immateriellen Kulturerbe erhoben wird. Der Pfeifer braucht noch einen langen Atem …

Niedersächsisches Kulturgut: der Rattenfänger von Hameln, Grünkohl und Shanty-Chöre. Nur zwei von sieben Vorschlägen gehen ins Rennen um den Unesco-Titel „Immaterielles Kulturerbe“.Dana/dpa



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