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Gerald Schridde: „Es geht ihnen gut“ / Tourismus-Regionen von den Unruhen bislang verschont

Per SMS Kontakt zu Urlaubern in Ägypten

Hameln (ni). Die Unruhen in Ägypten halten an. Tausende von Demonstranten sind trotz der von der Regierung Mubarak verhängten Ausgangssperre auf den Straßen, für heute haben die Regimegegner zum Generalstreik aufgerufen. Kairo, Alexandria und Suez sind die Hochburgen des Aufstandes, auf die Urlaubsregionen des Landes hat der Protest bislang nicht übergegriffen. „Am Roten Meer ist noch alles ruhig“, sagt Gerald Schridde und weiß das nicht nur aus offiziellen Berichten von Auswärtigem Amt oder Reiseveranstaltern. Gestern Morgen hatte der Chef des First-Reisebüros per SMS Kontakt zu Hamelnern, die zurzeit Urlaub unter Ägyptens Sonne machen – und ist erleichtert: „Es geht ihnen gut.“

veröffentlicht am 31.01.2011 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 05:41 Uhr

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Erst Tunesien, jetzt Ägypten – den reiselustigen Deutschen kommen allmählich die besonders in den Wintermonaten beliebten sonnensicheren Urlaubsziele abhanden. Aus Tunesien wurden laut Schridde mittlerweile „alle Touristen, die es wollten“ ausgeflogen. Aus Ägypten noch nicht. Die Hamelner, die über das First-Reisebüro ihren Aufenthalt am Roten Meer gebucht haben und zu denen Schridde gestern Kontakt hatte, gingen davon aus, „dass sie Donnerstag wie geplant zurückfliegen“. Im Unterschied zum Flughafen von Kairo, auf dem sich die Menschen vor den Schaltern drängen und versuchen, einen Flug außer Landes zu ergattern, herrsche an den Airports von Hurghada und Sharm el Sheikh bislang noch normaler Betrieb. Der Grund: „Von hier aus gibt es so gut wie keine Linienflüge, sondern nur Charterflüge zu den Touristenzentren in der Küstenregion“, so Schridde.

Hamelner, die für die am 16. April beginnenden Osterferien schon ihren Ägypten-Urlaub gebucht haben, denken angesichts der Unruhen am Nil anscheinend noch nicht daran, ihre Pläne zu ändern. „Es ist nicht so, dass wir laufend Stornierungen bekämen“, sagt Gerald Schridde. Mitbewerber am Ort machen die gleiche Beobachtung. Bei Sieglinde Busch von der Holiday Land Reisebüro Busch GmbH sind in den vergangenen Tagen zwar einige besorgte Anrufe eingegangen, konkrete Umbuchungswünsche wurden dabei allerdings nicht geäußert. „Die Leute warten erst einmal ab und hoffen, dass sich die Lage im Land wieder beruhigt“, konnte Busch den Gesprächen entnehmen.

Auch bei Julia Zeropa im Altstadt-Reisebüro meldeten sich in den vergangenen Tagen etliche Kunden per Telefon, die eine Ägypten-Reise vor sich hatten. „Sie haben sich verunsichert gezeigt“, sagt Julia Zeropa – aber doch noch nicht so beunruhigt, dass sie eine Stornierung gewünscht hätten. Eine Kundin habe gestern sogar ihren Urlaub in Ägypten gebucht – für Oktober und offensichtlich in der Überzeugung, die Unruhen seien bis dahin abgeebbt und die Situation im Land habe sich wieder stabilisiert.

Um Kunden, die gerade ihre Ferien an Ägyptens Sonnenstränden verbringen, muss sich Julia Zeropa keine Gedanken machen: „Wir haben niemanden dort.“ Anders Regina Böhm vom Reisebüro am Multimarkt. Persönlichen Kontakt zu den Urlaubern in dem von Demonstrationen und Plünderungen erschütterten Land habe sie nicht, sagt Böhm, aber über die Reiseleitungen bestehe eine Verbindung zu ihnen. Die Beurteilung der aktuellen Lage stimmt mit der ihres Kollegen Gerald Schridde überein: „Zurzeit besteht keine Gefährdung.“ Von der für Ostern schon gebuchten Reise nach Ägypten hätten inzwischen aber doch einige Kunden Abstand genommen, und sich für eine Umbuchungsgebühr (zwischen 30 und 50 Euro pro Person) ein anderes Ziel ausgesucht, „weil sie Angst haben“.

Die Alternativen, die sie diesen Kunden anbieten könne, würden allerdings allmählich knapp. Die Kanarischen Inseln wären zwar auch in wenigen Flugstunden zu erreichen, „aber die sind so gut wie ausgebucht. Und nach Mallorca will um diese Jahreszeit niemand, weil das Wetter dort nicht so gut ist“.



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