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Comedian vor fast leeren Reihen

Pech für Paschke am Tag des jüngesten Gesichts

HAMELN. Respekt fordert er schon ab, der 18-jährige Bernard Paschke, der sich mit seiner Tour „Der Tag des jüngsten Gesichts“ auch auf die Bühnenbretter der Sumpfblume begeben hat. Dort sind nur gut 20 Zuschauer neugierig darauf, den Nachwuchskabarettisten zu erleben.

veröffentlicht am 02.12.2018 um 20:17 Uhr

Bernard Paschke präsentierte in der Sumpfblume sein Programm „Der Tag des jüngsten Gesichts.“ Foto: geb
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Autor

Wolfhard F. Truchseß Reporter
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Noch ist die Berufsbezeichnung Kabarettist für Paschke ein wenig zu hoch gegriffen – schon eher stellt er eine Mischung aus Entertainer und Comedian mit ein wenig kabarettistischem Talent dar. Sei’s drum: Der Junge hat immerhin den Mut, ein fast zweistündiges, zeitweise allerdings sehr kalauerndes Programm abzuspulen, dessen Sinn bei aller Liebe zum Genre nicht immer ganz erkennbar ist.

Pech für Paschke, dass sich unter den Zuschauern auch eine Gruppe von Damen befindet, die von einer Freundin zum Geburtstag eingeladen sind und – unfreiwillige Komik – dank einer Namensgleichheit im Programm immer wieder an den falschen Stellen in schallendes Gelächter ausbrechen, sozusagen ihre ganz eigenen Pointen und Pointierungen setzen. Paschkes irritierte Reaktion: „Hallo, die Gags für das Programm habe ich doch selbst geschrieben.“

Es sind vielleicht doch zu viele Pointen, die er in sein Programm gepackt hat, denn außer zwei Running Gags – „Ich bin tolerant, aber ...“ und das wiederholte Angebot ans Publikum, sich doch selbst namentlich vorzustellen – findet sich bei Paschke kein roter Faden. Zwei, drei Kapitelchen sind zwar einzelnen Themen wie der Gender-Diskussion oder dem elektronisch-digitalen Wahnsinn gewidmet, ansonsten aber springt Paschke von Putin zum Papst, über Kriege, Terror, Hunger und Flucht zur Liebe und merkwürdigen Erlebnissen mit seinen Ex-Freundinnen, deren Namen er fünf verschiedenen ehemals sowjetischen Teilrepubliken widmet. Warum? Diese Frage bleibt offen. Auch jene nach dem Sinn der Story vom schwulen Ampelmännchen, dessen Diskriminierung schon darin liege, dass es als schwul erkennbar sei. Hä?

So lässt Paschke am Ende viele seiner Zuschauer ratlos zurück, so auch mit tumben Lebensweisheiten aus Opas Tagebuch wie „ein siamesischer Zwilling kommt selten allein“. Wenn er uns damit sagen will, dass früher auch nicht alles besser war, hat Paschke sicherlich recht. Nur hätte er diese erkenntnisreiche Wahrheit etwas eleganter formulieren können. Fazit: Aller Angang ist schwer.



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