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Brustzentren: Regierung in Hannover antwortet auf SPD-Anfrage / Heimische Initiative will trotzdem weiterkämpfen

Patienten empört: Land bestätigt niedergelassene Ärzte

Hameln (CK). Enttäuschung, Empörung bei Tausenden von Brustkrebspatientinnen in der Region: Die niedersächsische Landesregierung sieht keine Möglichkeit, auf die Erteilung von Ermächtigungen durch die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) Einfluss zu nehmen. Damit können Betroffene, sofern sie gesetzlich versichert sind, auch weiterhin nicht beziehungsweise nur eingeschränkt die Nachsorge am zertifizierten Brustzentrum des Sana- Klinikums in Anspruch nehmen. Das geht aus einer Antwort von Sozialministerin Aygül Özkan auf eine Anfrage des SPD-Landtagsabgeordneten Ulrich Watermann und weiterer acht Kollegen hervor.

veröffentlicht am 14.02.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 00:41 Uhr

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Wie bereits mehrfach berichtet, war die Ermächtigung eines Krankenhausgynäkologen im vergangenen Jahr von einer niedergelassenen Medizinerin mit einem Widerspruch angefochten worden. Gegen die teilweise Zurückweisung dieses Widerspruchs durch den mit Vertretern von Ärzteschaft und Krankenkassen besetzten Berufungsausschuss (Bestätigung der Ermächtigung für nur noch 100 Fälle pro Quartal) ist allerdings Klage erhoben worden. Nun können zwar Patientinnen, die sich bereits in Behandlung des ermächtigten Gynäkologen befanden, vorerst weiterbehandelt werden. Aufgrund der aufschiebenden Wirkung der Klage, so die Ministerin, könnten am Sana- Klinikum momentan allerdings keine Leistungen für neue Patienten erbracht werden.

„Die Versorgung bisheriger Patientinnen war und ist nach Aussage der KVN während der Widerspruchs- und Klageverfahren sichergestellt. Neue Patientinnen können sich von niedergelassenen Fachärzten für Innere Medizin mit dem Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie, die ebenfalls onkologische Leistungen, insbesondere ambulante Chemotherapien, anbieten, behandeln lassen. Diese niedergelassenen Vertragsärztinnen und -ärzte sind fachlich für die entsprechende Behandlung qualifiziert und verfügen nach eigenen Angaben aus den Widerspruchs- und Klageverfahren über freie Kapazitäten für die Behandlung“, teilt Özkan den Abgeordneten mit.

Im Übrigen seien nach der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts Fachärzte für Innere Medizin mit dem Schwerpunkt Hämatologie und Internistische Onkologie für die Durchführung von ambulanten Chemotherapien primär und umfassend zuständig, sodass grundsätzlich kein Versorgungsbedarf für eine zusätzliche Ermächtigung bestehe, heißt es weiter. Im Klartext: Niedergelassene Ärzte haben weiterhin Vorrang, und daran ändern auch mehr als 13 800 Unterschriften nichts, mit der betroffene Frauen, Angehörige und Unterstützer einer Patienteninitiative gegen diese Entscheidung protestieren. Das Recht auf freie Arztwahl jedenfalls, so die Sozialministerin, werde dadurch nicht eingeschränkt.

„Wir sind enttäuscht“, kommentiert Gisela Hölscher die Auskunft aus dem niedersächsischen Sozialministerium. Die Betroffene, die die Patienteninitiative im Vorjahr mit ins Leben gerufen hatte, beharrt im Namen vieler Mitstreiterinnen auf ihrem Wunsch, sich auch als Kassenpatientin an das Sana-Klinikum wenden zu können und so eine wohnortnahe Behandlung (Früherkennung, Diagnose, Behandlung und Nachsorge) aus einer Hand zu bekommen. „Außerdem warten wir noch auf eine Antwort auf unsere Petition an den Landtag und unsere Bestrebungen, im Bundesgesundheitsministerium in Berlin etwas in unseren Sinne zu erreichen, gibt sie sich unbeirrt kämpferisch.

Nach wie vor sammeln die Frauen und ihre Mitstreiter übrigens Unterschriften, mit denen sie ihren Forderungen weiteren Nachdruck verleihen möchten. Interessenten erhalten im Internet entsprechende Vordrucke unter der Adresse www.ani-ca.de oder direkt bei Gisela Hölscher, Telefon 05154/644.

Das Sana-Klinikum hat ein zertifiziertes Brustzentrum – Vorrang bei der Krebsnachsorge haben aber die niedergelassenen Ärzte, sagt das Sozialministerium.

Foto: Wal



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