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Laut Planern berühren sich Bauwerk und Natur nur in einem kleinen Bereich

Passt das: Auenwald und Südumgehung?

HAMELN. Naturschutz und Straßenplanung laufen einander zuwider. Planer und Befürworter der Hamelner Südumgehung können ein Lied davon singen, während die Naturschützer dasselbe tun. Vor diesem Hintergrund prallen Begriffe wie „Auenwald“ und „Südumgehung“ hart aufeinander. Tun sie das nur auf den ersten Blick?

veröffentlicht am 30.11.2018 um 18:13 Uhr
aktualisiert am 30.11.2018 um 19:00 Uhr

Zukunftsmusik im Bild: Wenn die Südumgehung gebaut wird, könnte der Blick zum Klüt von der Weser aus irgendwann so aussehen wie auf der Montage vom Landesstraßenbauamt. Foto: Dana/ Montage
Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
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Das eine soll nach Wünschen der Hamelner Stadtverwaltung auf dem ehemaligen britischen Übungsgelände Wouldham Camp entstehen, das andere hat bereits an anderer Stelle für gerichtliche Auseinandersetzungen wegen naturschutzrechtlicher Bedenken gesorgt und tut es noch. Es stellt sich die Frage: Kann ein künftiger Auenwald samt dem, was dort wächst und lebt, das Projekt Südumgehung verhindern oder erschweren?

Für seine Antwort braucht Markus Brockmann, Leiter der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Hameln und zuständig für die Planung der Südumgehung, keine Bedenkzeit: „Nein.“ Nicht etwa, weil nicht sein kann, was nicht sein darf – und theoretisch könnten auch noch immer Argumente gegen den Bau der neuen Straße samt Weserbrücke eingebracht werden, so lange, wie das Verfahren noch läuft und bis das Gericht keine Entscheidung getroffen hat. Doch er hält diese Fragestellung nach eigener Aussage für „abwegig, weil wir eine relativ große Distanz haben“. Auch die Stadt Hameln verweist auf den Abstand zwischen potenziellem Auenwald-Areal und Brückenbauwerk. „Das tangiert nur in geringem Umfang den nordwestlichsten Bereich des Wouldham-Camps, das Bauwerk schwebt praktisch über dem Gelände“, erklärt Stadtsprecher Thomas Wahmes. Auch die Widerlager und Stützen lägen außerhalb des Camps im Bereich der Böschung Fort Luise und an der Weser. „Es erfolgt also nur eine Überdeckung dieses Grundstücksteiles“ in einem kleinen Teilbereich im Norden des Geländes.

Doch auch ohne direkte Berührung der Brücke oder der Pfeiler mit dem Gelände könnte es grundsätzlich zu Beeinträchtigungen durch lärmintensive Bauarbeiten und auch durch die Überdeckung kommen, räumt die Stadtverwaltung ein. „Diese dürfen aber in keinem Fall die Flora-Fauna-Habitat-Lebensraumtypen Groppe, Bachneunauge, Auwald, Fließgewässer und Hochstaudenflure erheblich beeinträchtigen“, führt Wahmes aus. Einige der Klagen gegen die Südumgehung, über die vor dem Oberverwaltungsgericht Lüneburg verhandelt wird, drehen sich eben darum, aber im Bereich der Hamel/Fluthamel. Diesen Spagat müsse die Straßenbauverwaltung hinbekommen. Die Planer haben diesbezüglich bereits nachgearbeitet.

Dort, wo die Kreuzung am Fort Luise zu sehen ist, würde die Südumgehung über die Weser weitergeführt – so der Plan. Der Großteil des Wouldham-Camps erstreckt sich weiter südlich. Foto: WFX
  • Dort, wo die Kreuzung am Fort Luise zu sehen ist, würde die Südumgehung über die Weser weitergeführt – so der Plan. Der Großteil des Wouldham-Camps erstreckt sich weiter südlich. Foto: WFX

Brockmann selbst sieht die Fragestellung hinsichtlich des Wouldham-Camps gelassen. „Wenn es relevant ist, ist es berücksichtigt“, sagt er über die Pläne und über möglicherweise schützenswerte Tiere und Pflanzen, die schon jetzt in dem Bereich der Hummemündung gedeihen könnten.

Noch ist die Zukunft des Wouldham-Camps ohnehin ungewiss: Während die Stadt dort gerne das Feld weitgehend der Natur überlassen würde, möchte Ulrich Watermann, SPD-Landtagsabgeordneter, dort ein Übungsgelände des Landes für THW, Feuerwehr & Co. entstehen lassen. Die Kreisgruppe des Umweltverbandes BUND sieht die Südumgehung generell kritisch. Vom Wouldham-Gelände wolle man sich demnächst vor Ort ein Bild machen, sagt die Vorsitzende Andrea Brenker-Pegesa.



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