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Beschwerden über Lärm und Falschparker

Parkverbot an Papenstraße schreckt nicht alle ab

HAMELN. Über das neue absolute Parkverbot an der Papenstraße haben sich die Anwohner bereits geärgert. Die Stadt zeigte sich kompromissbereit und hat die kleine Parkbucht für Motorräder und Taxis in eine Zone mit eingeschränktem Halteverbot umgewandelt. Jetzt haben Lieferanten, Patienten und Bewohner immerhin vier statt vorher fünf Plätze zum Aus- und Beladen. Doch damit ist der Ärger noch nicht vorüber.

veröffentlicht am 22.11.2018 um 16:31 Uhr
aktualisiert am 22.11.2018 um 18:30 Uhr

Das Parkverbot an der Papenstraße schreckt nicht alle ab. Vor allem in den Abendstunden und am Wochenende wird es gerne ignoriert. Das Ordnungsamt kontrolliert freitags nur bis 18 Uhr und samstags bis 16 Uhr, sonntags gar nicht. Die übrigen Zeiten wü
Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
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Wo kein Knöllchen, da kein Einsehen – das scheint auch an der Papenstraße zu gelten. Lutz Meier vom Kosmetikstudio „Relax“ hatte sich gegenüber der Dewezet darüber schon geärgert und auch Horst Ruhe, geborener Hamelner und Eigentümer einer Immobilie an dieser Ecke, stößt in dasselbe Horn: Trotz des neuen Parkverbots werde dort am Abend und vor allem am Wochenende alles zugeparkt. Das Verbot scheint die Parker kaum zu interessieren – wohl wissend, dass dort nicht jeder Verstoß geahndet wird.

„Es hat sich herumgesprochen, dass es abends und nachts keinerlei Kontrollen bezüglich des Parkens in verbotenen Zonen gibt“, sagt Horst Ruhe. Vom zuständigen Ordnungsamt habe er bestätigt bekommen, dass abends und nachts der ruhende Verkehr nicht kontrolliert werde, weil man dafür kein Personal habe. Dass jetzt niemand zu bestimmten Zeiten ein Knöllchen zu fürchten brauche, ist für Horst Ruhe „ein unhaltbarer Zustand“, wie er sagt. Anfang November, erzählt er, hätten dort am Wochenende abends zehn Autos gestanden.

Das Parken und damit einhergehende Versperren der Papenstraße und Blomberge Straße ist das eine Problem. Das andere ist nach Ruhes Schilderungen: Lärm. Das An- und Abfahren ist laut, doch schon „das Verlassen der Gaststätten (meistens in Gruppen) erfolgt in einer unheimlichen Lautstärke. An einen Schlaf ist nicht zu denken, speziell in den beiden Nächten von Freitag bis Sonntag“, sagt Ruhe. Lärm von Autos, Musik aus den umliegenden Gaststätten und Kneipen, laut diskutierende Gäste – Horst Ruhe habe wegen der Lautstärke in den vergangenen Jahren Schwierigkeiten gehabt, Mieter in seinen Wohnungen zu halten und sich schon mehrfach mit dem Ordnungsamt auseinandergesetzt.

Der Platz für Taxis und Motorräder darf inzwischen auch zum kurzzeitigen Halten benutzt werden. Foto: dana
  • Der Platz für Taxis und Motorräder darf inzwischen auch zum kurzzeitigen Halten benutzt werden. Foto: dana

Die Stadt weiß von der Situation an der Papenstraße und am Münsterkirchhof: „Die Beschwerden häufen sich“, heißt es zum Parken trotz des Verbots, und „die Beschwerden sind uns bekannt“ zur Lautstärke. Polizei und Ordnungsamt „haben große Schwierigkeiten“, das Problem mit dem Parken in den Griff zu bekommen, gesteht die Stadt ein. „Überwacht“ werde selbstverständlich „im üblichen Rahmen, zu Zeiten des Weihnachtsmarkts auch verstärkt“. In diesem Rahmen sind jedoch nicht die Abend- und Nachtstunden und Sonntage inbegriffen.

Über Ruhestörung am Münsterkirchhof beklagten sich Anlieger vor allem in den Sommermonaten. Laute Musik und betrunkene Gäste hindern dann den einen oder anderen am Schlaf. Horst Ruhe beklagt, dass sich manche Kneipe nicht daran halte, am Abend nach 22 Uhr runterzupegeln und Gäste einfach laut seien; es kommt offenbar niemand so recht dagegen an. Er selbst sagt auch über das ersehnte Maß an Ruhe: „Wir sind nicht im Wald“ und Kneipenleben solle es geben – aber eben im Rahmen.

Reza Amiri, seit über 26 Jahren Betreiber des Lokals „Papa Hemingway“, sagt, er weise seine Gäste darauf hin, ruhiger zu sein, wenn es zu hoch her gehe. Livemusik draußen im Sommer ende früh, und von innen sollte eigentlich keine Musik nach außen schallen – „Doppelverglasung“, sagt er. „Wir halten uns an die Regeln“, so Amiri. Doch er ist nicht der einzige Gastronom am Platz, um ihn herum haben weitere Kneipen, Restaurants und Shisha-Bars geöffnet, von denen Lärm ausgehen kann.

Mit Blick aufs wilde Parken rund um seine Kneipe findet auch Reza Amiri, dass die „Polizei abends aktiv sein muss“. Auch am Münsterkirchhof selbst würden Plätze blockiert von jenen, die dort nicht stehen dürften. Die Stadtverwaltung will auf die Kritik aus den Reihen der Anwohner reagieren: „Im Rahmen des Bürgerforums am Dienstag haben wir den Anliegern zugesichert, dass wir uns des Themas Parksituation am Münsterkirchhof annehmen werden“, erklärt Stadtsprecher Thomas Wahmes. Und bezüglich der renitenten Parker an der Papenstraße soll es in den kommenden Wochen Gespräche mit den Öffis geben. Aber: „Nach aktueller Auskunft der Öffis ist die Zahl der Falschparker, die den Busverkehr behindern, tagsüber deutlich zurückgegangen, was wir als positive Entwicklung sehen.“ Was (noch) bleibt, ist das Problem in den Abendstunden.



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