weather-image
25°
Im Scharnhorstviertel sind die Stellplätze oft überfüllt / Stadt Hameln sieht keinen Handlungsbedarf

Parkplatzmangel ärgert Anwohner und Fahrer

Parken im absoluten Halteverbot ist im Scharnhorstviertel keine Seltenheit.

veröffentlicht am 23.02.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 10.11.2016 um 17:41 Uhr

270_008_4252286_hm102_2402.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Hameln (jhe). „Da sucht schon wieder jemand einen Parkplatz“, sagt Karl-Heinz Heymer und schaut der Fahrerin eines weißen VW Polo hinterher, die suchend durch das Scharnhorstviertel fährt. Seit Heymer im vergangenen September in eine Eigentumswohnung an der Rosa-Helfers-Straße gezogen war, hat er schon viele Falschparker gesehen, die den Verkehr blockierten. „Die Parksituation hier im Gelände ist einfach unmöglich“, sagt er.

Am meisten ärgert den Rentner aber, dass fast täglich Autos auf den privaten Parkplätzen vor dem Mehrfamilienhaus stehen, in dem auch er wohnt. Dabei weisen Schilder an der Hauswand darauf hin, dass das Parken dort verboten ist. „Ob Pflegedienste, Essen auf Rädern oder Kunden der Reha-Zentren – alle parken hier auf dem Stellplatz“, sagt Heymer. Und wenn die Fahrzeuge nicht auf den Parkplätzen stünden, dann parkten sie die Ausfahrt zu. „In den letzten 14 Tagen wurde ich fünfmal eingeparkt“, beschwert sich der 66-Jährige, der wegen seiner pflegebedürftigen Schwiegermutter „zu jeder Tages- und Nachtzeit“ auf sein Auto angewiesen ist.

Seit November versucht Heymer, die Parksituation vor seiner Wohnung zu verbessern und steht seitdem in regem Kontakt mit der Stadt Hameln. Mitarbeiter der Abteilung Ordnung und Straßenverkehr waren vor Ort, um sich die Situation anzuschauen. Stadtsprecher Thomas Wahmes erklärt, dass sie dort „grundsätzlich geordnetes Parken festgestellt“ hätten. Karl-Heinz Heymers Auffassung, dass Falschparker vor der Grundstückszufahrt parkten und das Ein- und Ausfahren behinderten, könne die Stadt nicht bestätigen.

Karl-Heinz Heymer ärgert sich über die Falschparker vor seiner A
  • Karl-Heinz Heymer ärgert sich über die Falschparker vor seiner Ausfahrt. Foto: Dana

So wurden auch Heymers Vorschläge, ein Halteverbotsschild oder einen Zickzackstreifen vor der Grundstückszufahrt anzubringen, nicht umgesetzt. „Die vorhandenen Beschilderungen und die ergänzenden Parkmarkierungen sind völlig ausreichend, um den ruhenden Verkehr zu regeln“, sagt Wahmes. Da der Bereich regelmäßig von Verkehrsüberwachern kontrolliert werde und nur vereinzelte Verstöße festgestellt worden seien, bestehe kein Handlungsbedarf.

Aber nicht nur Heymer ärgert sich über die Parkplatzsituation im Scharnhorstviertel. Auch die Autofahrer sind genervt. „Unsere Mitglieder beklagen sich häufig, dass es zu wenig Parkplätze gibt“, sagt Tanja Riedel, Mitarbeiterin bei Lifesports. Zwar stellt das Fitness-Studio etwa 30 Parkplätze zur Verfügung, die aber für die „recht vielen Mitglieder“ nicht immer ausreichten. Zumal die Plätze laut Riedel vor allem an Markttagen auch von anderen Autofahrern genutzt würden.

Ein Problem, das auch Karsten Wegener, Inhaber der Physiotherapie-Praxis Rehamed kennt. „Wir haben 40 kostenfreie Parkplätze vor unserem Haus, aber trotzdem wissen die Patienten und Angehörigen oft nicht, wo sie parken sollen“, da oft andere Autofahrer auf den Stellplätzen parkten. „Mich selbst stört das nicht“, sagt Wegener, „aber wenn man gehbehinderten Patienten einen Parkplatz wegnimmt, ist das nicht so schön.“

Die Physiotherapiepraxis Morell hat dieses Problem gelöst, indem sie ihre 16 Kundenstellplätze von einem Sicherheitsunternehmen bewachen lässt. Nur die eigenen Patienten dürfen dort ihr Auto abstellen. Alle anderen werden laut Mitgesellschafter Nils Morell freundlich darauf hingewiesen, dass es am Steigerturm einen öffentlichen Parkplatz gibt.

Dieser 118 Stellplätze umfassende Platz wird von den Stadtwerken betrieben und kostet 30 Cent pro Stunde. Aber auch dort gibt es anscheinend keine Garantie auf einen Stellplatz für das Auto. „Unsere Mitglieder nutzen diesen Parkplatz“, sagt Tanja Riedel von Lifesports, „aber zuletzt war der auch immer ziemlich überfüllt.“ Laut Riedel liegt das Problem darin, dass es im Scharnhorstviertel sehr viele Einrichtungen gibt, für die die vorhandenen Parkplätze nicht ausreichen.

Die Stadt sieht das anders. Parkplätze gebe es „mehr als genug – das Angebot geht sogar über den Bedarf des Scharnhorstgeländes hinaus“, sagt Stadtsprecher Wahmes. Dass Parkplätze nicht im Übermaß vorhanden seien, gelte für die gesamte Innenstadt. Von Parkplatznot könne im Scharnhorstviertel aber keine Rede sein.

Eine Sichtweise, die viele Anwohner und Einrichtungs-Betreiber nicht teilen können. „Grundsätzlich ist die Parkplatzsituation bescheiden“, sagt Rehamed-Inhaber Wegener. Er wirft der Stadt „Planungsfehler“ im Scharnhorstviertel vor. Sein Lösungs-Vorschlag: ein Parkhaus am Steigerturm.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare