weather-image
21°

Immer mehr Autofahrer stellen ihr Fahrzeug auf dem Rathausplatz ab / Stadt zieht die Reißleine

Parken vorm Theater – das wird richtig teuer

Hameln (CK). Ursula Liedtke geht gern ins Theater. Und hat die letzte Vorstellung als ausgesprochen vergnüglich empfunden. Umso mehr traf die Hamelnerin der Schock, als sie zu ihrem Auto zurückkehrte: Hinter dem Scheibenwischer – und beileibe nicht nur an ihrem Fahrzeug – steckte ein Ticket über 30 Euro. Auch alle anderen Falschparker wurden verwarnt.

veröffentlicht am 04.05.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 12.11.2016 um 00:21 Uhr

270_008_4099829_hm401_0505.jpg

Autor:

Christa Koch
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Ursula Liedtke ist empört. „Hat Ihr Mitarbeiter gedacht, nach 20 Uhr sind die Theatertüren geschlossen, jetzt gibt es ein gutes Geschäft?“, schreibt sie in einem Brief an die Verwaltung, in dem sie auch die Zahlungsaufforderung zurückreicht. Außerdem fragt sie, wo denn ein Verbotsschild stehe. Und: „Warum müssen wir Theaterbesucher immer die stinkende Ausfahrt aus der Tiefgarage auf uns nehmen?“

Verwaltung fühlt sich zu Unrecht getroffen

„Die Stadt Hameln fühlt sich von den Vorwürfen zu Unrecht getroffen. Es geht in erster Linie um den Brandschutz, den wir nicht zuletzt für die Theaterbesucher gewährleisten müssen“, rechtfertigt Pressesprecher Thomas Wahmes das Vorgehen. „Was wäre, wenn es im Theater brennen würde und die Feuerwehr wegen der vielen Falschparker nicht durchkäme? Das würde man uns dann natürlich vorwerfen“, sagt er

Geparkt werden durfte auf dem Rathausplatz zu besonderen Gelegenheiten, nämlich an den verkaufsoffenen Samstagen und an den Sonntagen vor Weihnachten oder an den „Westfalentagen“ Fronleichnam oder Allerheiligen. „Die Verwaltung war flexibel und wollte den Parkdruck verringern, was für die Innenstadt wichtig ist“, beschreibt Wahmes die Aktion, die „gut gemeint“ gewesen sei. Doch nach dem Jahreswechsel sei es eingerissen.

„Plötzlich standen bei Theatervorstellungen oder Veranstaltungen des Hamelner Forums im Weserbergland-Zentrum auch abends jede Menge Autos auf dem Rathausplatz, und am Ende war dann alles zugeparkt. Das hat eine Eigendynamik entwickelt“, bedauert der Pressesprecher. Und so habe die Stadt schließlich die „Reißleine“ ziehen müssen.

Seit gut zwei Wochen stehen deshalb jetzt Sperrböcke an allen Einfahrten zum Rathausplatz, um Autofahrern zu signalisieren, dass sie hier nicht drauffahren dürfen. Zusätzlich, macht Wahmes deutlich, seien an allen Zufahrten Schilder vorhanden, die darauf hinweisen, dass es sich beim Rathausplatz um einen Fußgängerbereich handelt. „Wir wollen nicht, dass Autofahrer in die Falle tappen. Und es geht hier auch nicht um Geschäftemacherei“, weist der Pressesprecher „in aller Schärfe“ entsprechende Vorwürfe zurück.

Neben besagtem Brandschutz, der übrigens mit Hilfe von Absperrgittern auch während des Weihnachtsmarktes eingehalten werden muss, wenn der Rathausplatz zum Parken freigegeben wird, geht es Wahmes aber noch um etwas anderes: das Erscheinungsbild. „Wir haben hier einen Haupteingang zum Bürgergarten oder beispielsweise den Rattenfängerbrunnen. Da ist das Dauerparken nicht zu vertreten.“ Im übrigen gebe es genügend freie Plätze in der Tiefgarage.

Kommentar: Bequemlichkeit

Sicher hat fast jeder schon mal im (eingeschränkten oder sogar absoluten) Halteverbot geparkt. Eine lässliche Sünde, auch wenn Polizei oder Ordnungsbehörden das kraft Amtes natürlich anders sehen. Man kann es allerdings auch auf die Spitze treiben: seelenruhig ins Theater gehen und sein Auto direkt vorm Eingang abstellen.

Die Kosten dürften als Grund dafür kaum taugen. Wer sich eine Theaterkarte leisten kann, wird auch für die Tiefgarage bezahlen können. Nein – es ist vielmehr reine Bequemlichkeit, die dazu verführt, sämtliche Normentreue über Bord zu werfen. Der Vorwurf, die Stadt betreibe Geschäftemacherei, ist dabei allzu billig. Was wäre, wenn? Wenn’s brennt? Ist nämlich schon mal passiert! Beim (zugeparkten) Hotel.

Rot-weiße Sperrbaken sollen eigentlich das Parken auf dem Rathausplatz verhindern – manche Autofahrer räumen sie aber auch einfach wieder zur Seite.

Foto: Dana



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?