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Angebot im Jahr 2004 eingestellt / Unverständnis für Vorstoß der Mehrheitsgruppe

Park and Ride schon einmal gescheitert

Hameln. Die Idee ist toll, stammt aus den 1990ern – und sie starb vor neun Jahren. Der Vergangenheit und Zweiflern zum Trotz will die Mehrheitsgruppe jetzt eine Wiederbelebung prüfen lassen: Park and Ride in Hameln (wir berichteten).

veröffentlicht am 15.08.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 09:21 Uhr

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Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
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Das gemeinsame Angebot der Öffis und der Stadt konnte einst an den Adventssamstagen für 5 D-Mark (hin und zurück) genutzt werden, gut besetzte Busse fuhren vom BHW-Parkplatz in die Innenstadt. Im Dezember 1999 hieß es noch bilanzierend nach dem dritten Adventssamstag, „3500 sind mit den Park-and-Ride-Bussen gefahren – mehr als sonst“; im Jahr 2004 dann kam die Nachricht aus dem Rathaus: eingestellt. „Diese Entscheidung haben sich KVG und Stadt nicht leichtgemacht“, sagte damals der zuständige Fachbereichsleiter Hartmut Deppmeyer. Die Gründe: zu hohe Kosten, zu geringe Auslastung. Die Anzahl derer, die lieber mit dem Bus statt mit dem eigenen Auto in die Stadt fuhren, ging immer weiter zurück. Die Zahl der Parkhäuser ist seither unverändert. Zwar hat der Verkehr zugenommen, doch es ist erklärtes Ziel der Stadtwerke als Eigentümerin und der Stadt als Mutter der Stadtwerke, die Parkhäuser gut auszulasten – auch deshalb wurde ein neues Parkleitsystem installiert. Engpässe gibt es selten, zuletzt am 30. Mai, Lippertag. „Vereinzelt“ waren da die Parkhäuser „in einem kurzen Zeitraum voll belegt“, sagt Natalie Schäfer von den Stadtwerken. Zu längeren Wartezeiten sei es dennoch nicht gekommen. Aus Erfahrung wisse man, dass die Autofahrer auch mit einem P+R-Service erst einmal in die Stadt fahren, sogar kurze Wartezeiten an den Parkanlagen in Kauf nehmen, „um möglichst zentral zu stehen“. Das gleiche Argument führt aus den Reihen der Opposition Werner Sattler an. Der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Rat sagt: „Jeder Pkw-Fahrer möchte so dicht wie möglich an die Geschäfte – jede Idee ist eben nur so gut, wie sie in der Realität angenommen wird.“ Ein solches Angebot müsse für die defizitären Öffis jedenfalls kostendeckend sein, entweder über den Fahrpreis oder einen Veranstalter, der P&R anbieten möchte.

Auch Ratsherr Fritz Rieger zeigt kein Verständnis für den Vorstoß der Mehrheitsgruppe. Er hat sich unlängst von der Bürgerliste getrennt und sich als Parteiloser der CDU im Rat angeschlossen, doch deren Ansicht teilt er in diesem Fall keineswegs. „Das hat sich nicht rentiert“, meldet er sich zu Wort und erinnert an den Grund, aus dem das Angebot eingestampft wurde. Der Vorstoß sei ein Aufwärmen, das nichts bringen werde, so Riegers Prognose.

Allein die Öffis können Zahlen liefern, die über die finanzielle Sinnhaftigkeit eines Park-and-Ride-Angebotes aufklären – doch dort ist Urlaubszeit.



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