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Öffi-Geschäftsführer Thorsten Rühle rechnet vor / Stadt müsste „Stellflächen verknappen“

Park and Ride kostet 6800 Euro pro Tag

Hameln. Letztlich wird es sich um die Frage drehen: „Ist es uns das wert?“ Der Wunsch, in Hameln wieder ein Park-and-Ride-Angebot einzurichten, den die Politiker der Mehrheitsgruppe im Rat geäußert haben, hat seinen Preis – so er denn erfüllt wird. 6800 Euro pro Tag, rechnet der Geschäftsführer der Öffis, Thorsten Rühle, vor. 3900 Euro für eine abgespeckte Version, die Rühle aber nicht als Ideal sieht.

veröffentlicht am 16.08.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 08:41 Uhr

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Autor:

von Birte Hansen
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Als Geschäftsmann steht er der Anfrage naturgemäß offen gegenüber und würde die Dienstleistung gerne anbieten, sagt er. Aber nur unter bestimmten Bedingungen, damit nicht dasselbe passiert wie im Jahr 2002: Damals fuhren die Öffis mit dem Park-and-Ride-Service an den Adventssamstagen ein sattes Defizit von 10 600 Euro ein; damals wurde an drei Standorten P+R angeboten, mit hohem Aufwand: vom BHW-Parkplatz aus, vom Platz an der Fischbecker Landstraße und vom TÜV in Klein Berkel, mit zwölf Busfahrern, Parkplatzaufsicht und Busaufsicht. Ein Jahr später, um die Kosten zu senken, war nur noch der BHW-Parkplatz im Programm, doch das Defizit betrug auch dann noch 5700 Euro. „Daraufhin hat der Aufsichtsrat der KVG beschlossen, dass sie das nicht mehr tragen will“, weiß Rühle, der damals noch nicht für die Öffis tätig war.

Ein Grund für die hohen Finanzierungslücken war laut Rühle das große Parkplatzangebot, das die Stadt im Jahr 2002 geschaffen hatte: Zu den Adventssamstagen öffnete sie – und das macht sie auch heute noch – zusätzlich zu Parkhäusern und anderen Stellplätzen den Rathausplatz, den Parkplatz am Schiller-Gymnasium und den Platz am Finanzamt. Ergebnis des fahrerfreundlichen Vorgehens war, dass gerade mal 20 bis 25 Fahrzeuge auf den P+R-Stellflächen pro Adventssamstag gezählt wurden.

Das Erfolgsrezept des P+R der 90er Jahre hingegen bestand laut Rühle aus mehreren Zutaten. Zum einen sei der Preis unschlagbar gewesen (5 D-Mark pro Pkw, egal, wie viele Insassen), es habe Hinweisschilder an den Zufahrtsstraßen gegeben, und – aus heutiger Sicht frech – außerdem wurden Schilder aufgestellt, auf denen es sinngemäß geheißen habe „Parkplätze in der Innenstadt belegt“. „Das würde man heute nicht mehr machen, weil die Stadtwerke ja auch die Parkhäuser auslasten wollen.“ Doch bestimmte Voraussetzungen müssten erfüllt sein, damit P+R eine Chance habe, „richtig attraktiv“ sei und das Bedürfnis des Besuchers, möglichst dicht am Geschäft zu parken und nicht weit schleppen zu müssen, auszustechen.

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Seine Empfehlung lautet: Wieder die drei Parkplätze als P+R-Standorte anbieten, es müsste für die Besucher kostenfrei sein, und die Busse müssten im Zehn-Minuten-Takt fahren. Die günstigere, 3900 Euro teure Variante (pro Tag), gäb’s für einen 15-Minuten-Takt, für den die Fahrgäste einen bestimmten Betrag zahlen müssten. Rühle rät jedoch zum Zehn-Minuten-Takt, um die Wartezeit für die Besucher zu reduzieren. Mental mache das einen großen Unterschied und führe, so die Erfahrung, zu höherer Akzeptanz – kostet aber eben auch mehr. Als letzte Bedingung nennt Rühle die Verknappung der zusätzlichen Stellflächen: Die Stadt dürfte nicht mehr Rathausplatz, Schiller-Gymnasium und Finanzamt öffnen.

Was die Öffis nicht wollen: Shuttle-Busse, in denen neben dem Fahrer nur einer sitzt. Eine gewisse Akzeptanz müsste erreicht werden, so Rühle. Getestet werden könnte das nur über einen längeren Zeitraum. „Es ist jetzt eine politische Entscheidung – welches Ziel ist einem wichtig?“, spielt Rühle den Ball an die Ratsmitglieder.

Interesse an einem P+R-Service hatte auch Stadtmanager Dennis Andres für das bevorstehende Pflasterfest bekundet. Die Kosten wären jedoch nicht zu decken gewesen, so Andres. Jetzt wird auf andere Flächen ausgewichen (AOK, Finanzamt und Landkreis stellen ihre Plätze zur Verfügung).

Am Mittwoch, 21. August, 16 Uhr, befasst sich der städtische Umweltausschuss mit dem Thema.

So oder so? Die Mehrheitsgruppe im Hamelner Rat hat ein Park-and-Ride-Angebot angeregt. Ginge das Konzept auf, könnte der BHW-Parkplatz an Spitzentagen gefüllt sein wie in alten Zeiten (oben). Die Parkhäuser und -plätze in der Innenstadt indes würden entlastet. Doch das Projekt hätte seinen Preis …Archiv



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