weather-image
21°

Das Dewezet-Sommerabenteuer führte auf dem Weg der Zeitungsproduktion durch das Druckzentrum

Papier und Farbe sind das Wichtigste

Hameln. Fast 50 Jahre musste er warten, bis sein Wunsch erfüllt wurde. Am Dienstagabend war es dann soweit. Im Rahmen des Dewezet-Sommerabenteuers besuchte Heinrich Maue gemeinsam mit 17 weiteren Interessierten das Druckzentrum der Dewezet. Sie warten darauf, eine Frage beantwortet zu bekommen: Wie entsteht eigentlich eine Zeitung?

veröffentlicht am 04.08.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 08.11.2016 um 06:41 Uhr

Carsten Wilkesmann zeigt den Sommerabenteuer-Besuchern eine frisch gedruckte Zeitung.  Foto: ch

Autor:

Catherine Holdefehr
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Von einer grünen Wiese und Bäumen umgeben liegt das Druckzentrum in Hottenbergsfeld. Auf dem Vorhof, auf dem sich die Teilnehmer des Sommerabenteuers treffen, ist es ruhig. Doch als Carsten Wilkesmann, technischer Betriebsleiter, das große Tor der Halle hochfährt, empfängt die Besucher leises Maschinenbrummen.

„Was braucht man am meisten für eine Zeitung?“, fragt Wilkesmann. Ganz klar, „Papier“, wissen auch die Kinder. Übereinander gestapelt liegen riesige Papierrollen aus 100 Prozent Altpapier in der Halle. Ganz eng gerollt und mit braunem Papier verpackt, sehen sie aus wie Strohballen. „Und wer errät, wieviel eine Rolle wiegt?“ Die Antwort kommt prompt: „1250 kg“ – „das steht nämlich drauf“, sagen die pfiffigen Besucher. Ausgerollt deckt eine Rolle eine Strecke von 20 Kilometern ab – „bis Rinteln würde man damit kommen“, veranschaulicht Wilkesmann.

30 000 Zeitungen mit 32 Seiten können hier pro Stunde gedruckt werden. Damit dauert der Druck der Deister- und Weserzeitung alleine nicht viel länger als eine Stunde. Doch noch sieben weitere Tageszeitungen werden hier sechsmal pro Woche bis in die frühen Morgenstunden gedruckt.

Und was fehlt noch? Die Farbe. Gedruckt wird jedoch nicht mit einem Sammelsurium unzähliger Farbtöpfe, sondern es reichen vier Farben, um alle anderen Töne drucken zu können. Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz – doch wie kann welche Mischung erreicht werden? Es folgt ein munteres Raten, bis Wilkesmann anhand eines Plakates mit fünf Bildern des Rattenfängers erklärt, wie aus den vier Farbdrucken übereinander das fertige bunte Bild entsteht.

Dann steigen die Besucher eine enge Eisentreppe hoch in den ersten Stock. Sofort riecht es stark nach Farbe. Hier steht die Druckmaschine, über zwölf Meter hoch mit zwei Türmen. „Gleich wird’s laut“, warnt Wilkesmann, bevor die kleine Lena mit einem einzigen Knopfdruck die riesige Maschine zum Laufen bringt. Laut ratternd legt sie los, sofort laufen Zeitungen über ein Fließband vor den Füßen der Besucher aus der Maschine raus. Zum Greifen nah. Während die Maschine unaufhörlich weiterläuft und die Zeitungen an einer Kette hängend in die Höhe und weiter in den Versandraum befördert werden, folgen die Sommerabenteurer Wilkesmann in den Nebenraum. Hier werden mit einem UV-Laser die Aluminiumplatten bearbeitet, die dann als Druckvorlage dienen. Sie sind mit einer UV-lichtempfindlichen Schicht überzogen. Fällt das Licht darauf, färbt sich die Stelle dunkel, die anderen Stellen bleiben hell. Nur an den dunklen Stellen wird beim Druck Farbe hängen bleiben. Für jede Druckfarbe gibt es eine Platte. Die Drucker müssen nur wissen, welche Platte für welche Farbe bestimmt ist. „Schwarz“, rufen die Kinder sofort, als Wilkesmann eine der identisch wirkenden Platten hochhält. Woher sie das wieder wissen? „Es steht doch drauf.“

Dem Weg der Zeitungen nachfolgend, geht es runter in den Versandraum. Vom Boden hinauf bis in mehrere Meter Höhe bewegen sich Ketten, an denen kleine gelb-schwarze Greifbügel hängen – wie Hunderte Hosenbügel in den Dewezet-Farben. An jedem dieser Bügel wird eine zusammengeklappte Zeitung transportiert. In einer Trommel mit einzelnen Fächern werden sie kurz aufgeklappt und Beilagen wie Prospekte hineingelegt, bevor ihr Weg dann über ein Fließband durch eine Maschine führt, die mehrere Exemplare mit Plastikfolie als Paket verpackt. Standardmäßig je 40 Stück. Mit einem Adresszettel wird gekennzeichnet, wohin die Fahrer die Pakete bringen müssen. In der Verladehalle werden sie dann auf Paletten gestapelt, bis sie abgeholt, an die Auslieferer verteilt und dann zum Schluss in die Briefkästen geworfen werden.

„Aber wie kommt die Zeitung überhaupt von der Redaktion ins Druckzentrum?“, fragt Bärbel Schaffhauser. Das geht heute ganz schnell elektronisch. Ein paar Mausklicks am Computer, und der Weg durch das Druckzentrum kann beginnen.

„Jetzt sehen Sie beim Frühstück Ihre Zeitung vielleicht mit anderen Augen“, hofft Wilkesmann, und die Sommerabenteuer-Besucher stimmen ihm zu. Den weiten Weg, den die Zeitung im Druckzentrum nimmt, haben sie jetzt schließlich im Detail kennengelernt. Auch Heinrich Maue ist zufrieden. Das für ihn einmalige Erlebnis wird ihm sicher lange in Erinnerung bleiben.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?