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Jobcenter finanziert Qualifizierung durch Impuls nicht mehr / Jubiläum zwischen Freude und Trauer

Pädagogische Mitarbeiter verlieren Förderer

Hameln (sms). „Ein verrücktes Projekt“– mit diesen Worten begann Landrat Butte vorgestern seine Rede anlässlich der Zertifikatsverleihung der Pädagogischen Mitarbeiter bei Impuls. „Hauptsache erfolgreich“ kommentierte er es und zog damit zugleich Bilanz. Denn nicht nur die Zertifizierung führte am Donnerstag Vertreter aus Politik und Schule zu der feierlichen Veranstaltung, sondern auch das zehnjährige Jubiläum des Impuls-Schulprojektes. Doch getreu dem Motto „Keine Freud ohne Leid“, traten die Redner auch mit einem weinenden Auge an das Mikrofon: Aufgrund gesetzlicher Veränderungen endet nach sechs Jahren Zusammenarbeit die finanzielle Förderung durch das Jobcenter.

veröffentlicht am 29.09.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 11:41 Uhr

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In den Jahren 2002/03 qualifizierte die kreiseigene Beschäftigungsgesellschaft Impuls erstmals schulische Betreuungskräfte, damals noch im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative EQUAL. „Die Betreuungskräfte, die zu diesem Zeitpunkt bereits an Schulen beschäftigt waren, schielten neidisch auf unser Zertifikat“, erzählte Ulrike Dobner-Schäfer, die das Projekt ins Leben rief. Qualifizierungen für eben diese Kräfte schlossen sich an. Doch anfänglich war das Projekt von viel Skepsis begleitet. „Ich war nicht derjenige, der jubelnd geschrien hat“, gab Butte zu. Doch der Geschmack kam beim Probieren. 2006 stieg das Jobcenter mit ins Boot. Es ermöglichte die Verknüpfung von Qualifizierung und Beschäftigung in zusätzlichen Arbeitsfeldern an unterschiedlichen Schulformen und das Coaching vor Ort. Mittlerweile sind Pädagogische Mitarbeiter im ganzen Landkreis an Schulen und in Projekten darüber hinaus tätig. Viele von ihnen haben sozialversicherungspflichtige Arbeitsverträge. Über 70 Prozent der Teilnehmer können jedes Jahr an die Schulen vermittelt werden. In diesem Jahr liegt die Quote sogar bei 90 Prozent. Neben dem Jobcenter gehören auch der Landkreis Hameln-Pymont und der ehrenamtlich agierende Verein SAM (Sozial-aktiv-menschlich) zu den Hauptakteuren der Förderung. Insbesondere SAM setzt sich vermehrt mit Spendenaktionen für den Einsatz der Pädagogischen Mitarbeiter ein. Der Verein besteht aus 26 Vertretern der Schulleitungen des Landkreises und weiteren Privatpersonen.

„Sie sind unentbehrlich“, die PMs, wie sie liebevoll genannt werden. Dieser Meinung ist Stadträtin Gaby Willamowius. Auch die Projektleiterin Gabriele Brakemeier brachte in einer emotionalen Rede zum Ausdruck, wie wichtig die Pädagogischen Mitarbeiter für die Schullandschaft sind. Eingesetzt werden sie in ganz unterschiedlichen Bereichen und decken dort den Bedarf der Schulen im Landkreis. Ob bei der Hausaufgabenbetreuung, bei der Leitung von Computer-AGs oder der Zubereitung des Mittagessens – die Pädagogischen Mitarbeiter helfen, wo sie können. Dabei können sie in vielen Fällen sogar Kenntnisse aus ihrer eigentlichen Berufsausbildung einbringen.

Mit dem Verlust des Jobcenters als wichtigem Geldgeber steht das Projekt nun auf der Kippe. Neben der Förderung durch den Landkreis gibt es nur eingeschränkte institutionelle Hilfen. Doch es soll weitergehen, wenn auch unter erschwerten Bedingungen: Am Freitag, 12. Oktober, findet um 19 Uhr in der Aula des Albert-Einstein-Gymnasiums ein von SAM initiierter Benefiz-Abend statt, bei um Spenden zur weiteren Förderung der Projekte an Schulen gebeten wird.

Die diesjährigen Empfänger des Zertifikats für Pädagogische Mitarbeiter. Foto: sms



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