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Hausboot-Bewohner sucht Unterstützer / 453 Unterschriften sind gesammelt

Online-Petition gegen Hafenpläne

HAMELN. So nicht, findet der Hamelner Reiner Olias und ist damit nicht allein. Er lebt auf einem Hausboot im Hamelner Hafen und macht sich für den Erhalt dieses Gebiets stark. Dafür hat er eine Online-Petition gestartet.

veröffentlicht am 08.05.2019 um 13:36 Uhr
aktualisiert am 08.05.2019 um 19:16 Uhr

Hamelns schöner Schutzhafen – wie er gegen Hochwasser gesichert und gleichzeitig attraktiver werden kann, beschäftigt Politik, Verwaltung – und die Hamelner. Vor allem die, die dort wohnen und feiern. Foto: DANA
Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
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Was sie bewirkt, vermag Reiner Olias nicht zu sagen, rechtliche Relevanz jedenfalls kann seine gestarteten Online-Petition nicht erreichen, auch nicht, wenn sie am Ende 840 Unterschriften aus Hameln zählt. Doch Olias, Hausboot-Besitzer im Hamelner Hafen, ist überzeugt, dass es besser ist, als nichts zu unternehmen: „Wenn man da im Vorfeld nichts macht, …“, sagt er mit Blick auf die bevorstehenden Entscheidungen, die die Zukunft des Hafens betreffen. Am Mittwoch, 11 Uhr, hatten 453 Unterstützer die Online-Petition unterzeichnet.

Olias und seinen Mitstreitern geht es darum, die Umsetzung dieser einen Option für den Hafen zu verhindern: dass ein Teilstück des Hafenbeckens verfüllt wird. Der Vorschlag ist einer von zweien, in beiden geht es darum, den Anforderungen zum Hochwasserschutz gerecht zu werden. Die Alternative ist, „entlang der bisherigen Hafeneindeichung“ eine rund zwei Meter hohe Hochwasserschutzmaßnahme zu schaffen.

Mindestens drei Gründe treiben Olias an, sich für den Erhalt des Hafens einzusetzen: Zum einen ist er als Hausboot-Bewohner selbst betroffen, zum anderen ist er Vorsitzender des dort ansässigen Hafenvereins und vor allem soll das Habitat der Tiere und Pflanzen erhalten bleiben. Auf der Internetplattform „openpetition“ steht: „Die geplante Maßnahme würde der dort angesiedelten Tierwelt einen enorm wichtigen Lebensraum nehmen. Der alte Schutzhafen ist ein wichtiges Stück Stadtgeschichte, die selbst durch eine Teilzuschüttung zerstört würde. Die Gemeinschaft aus den im Hafen lebenden Tieren, Vereinen, Wassersportlern und Naturliebhabern macht den Hafen mit nur einer wenig aufwendigen Verschönerung zu einem Gebiet des sanften Öko-Tourismus mit einem wertvollen Stück Stadtgeschichte. Diese entwickelte sich schließlich in ihrer Hauptsache durch den Hamelner Schutzhafen!“

Reiner Olias vom Hafenverein. Foto: mo

Viele bekannte Hamelner haben die Petition bereits unterzeichnet, darunter Bernhard Gelderblom, Joachim Schween, Rainer alias Bob Dulas, auch die Politikerinnen Annett Dreisvogt und Claudia Schumann. Der überwiegende Teil der Unterstützer kommt aus Hameln-Pyrmont (358), davon 262 aus Hameln, einige aus der Region Hannover, dem Landkreis Schaumburg weitere aus den Landkreisen Holzminden, Lippe, Minden-Lübbecke, Hildesheim, Ostholstein und sogar aus München. Erreicht die Petition 840 Hamelner Unterstützer, das sogenannte Quorum, wendet sich die Plattform openpetition an das zuständige Parlament, in diesem Fall der Rat der Stadt Hameln, und bittet um Stellungnahmen, die veröffentlicht werden. Die Internetseiten des Betreibers verraten, dass offenbar nur wenige gewählte Vertreter auf die Bitte um Stellungnahmen reagieren. Bis es dazu kommt, werden aus Hameln noch 578 Unterschriften benötigt, denn nur diese werden für das Quorum angerechnet.

Bis zum 27. Mai läuft die Petition zunächst, mit der Möglichkeit zu verlängern. Der nächste wichtige Termin für dieses Thema ist aus politischer Sicht der 5. Juni, dann tagt der Stadtentwicklungsausschuss erneut, in den die Diskussion samt Empfehlung zum Hochwasserschutz geschoben wurde – denn eigentlich hätte der Rat bereits am heutigen Donnerstag über die „Leitlinie Rahmenplan Hafen“ abstimmen sollen.

Der nächste wichtige Termin für Reiner Olias und seine Lebensgefährtin Katrin Becker liegt dichter. Für den 15. Mai haben sie sich beim Stadtbaurat Hermann Aden einen Termin geben lassen und um Antworten auf in ihren Augen offene Fragen gebeten: Kann man den Hochwasserschutz nicht anders umsetzen? Und wie passt es zusammen, dass die Stadt einerseits Turmfalke und Eisvogel schützt, und ihnen andererseits den Lebensraum zu nehmen droht?

Reiner Olias möchte vor allem „diese Hauruck-Aktion“ verhindern – „in fünf Jahren stellen sie dann fest, dass das keine gute Idee war“ mit dem Zuschütten, so seine Prophezeiung. Um Unterstützer zu erreichen, hängt Olias zusammen mit Katrin Becker an verschiedenen Orten Abreißzettel aus, auf denen der Link zur Online-Petition steht:


https://www.openpetition.de/petition/online/hameln-eine-stadt-ohne-hafen



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