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Ohrenbetäubender Knall - THW sprengt Baumriesen

veröffentlicht am 07.03.2010 um 17:36 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:36 Uhr

Sprengung

Hameln (ube). Das Technische Hilfswerk (THW) Hameln hat am Sonnabend am Basberg einen vom Sturm beschädigten Baumriesen gesprengt. Die Detonation war ohrenbetäubend laut. Sie glich einem Überschallknall, zerriss um 11.55 Uhr die Stille des Waldes und war kilometerweit zu hören. Bis zu zwei Meter lange, scharfkantige und mehrere Kilogramm schwere Holzsplitter flogen bis zu 35 Meter weit durch die Luft; einige gingen auf einem Forstweg oberhalb des Hallenbades am Hamelner Einsiedlerbach nieder. Was kaum jemand aus seiner Deckung heraus sehen konnte: Wie in Zeitlupe kippte der Riese um, rutschte krachend an einem Nachbarbaum zur Erde hinab.
 Auf diesem Moment hatten die Sprengmeister des Technischen Hilfswerkes (THW) und ihre Helfer fast vier Stunden hingearbeitet. Am Ende waren nur strahlende Gesichter zu sehen. „Hat voll gut hingehauen“, sagt Michael Upenek (50), der die spektakuläre Sprengung eigenverantwortlich durchgeführt hatte. „Der Baum ist exakt so gefallen wie er sollte.“
 Am Basberg war die 20 Meter hohe Buche mit einem Durchmesser von 75 Zentimetern von einer Sturmböe wie ein Streichholz umgeknickt worden, die Krone jedoch an einem anderen Baum hängen geblieben. Der Stamm am Fuße der Buche war meterhoch aufgeplatzt. „Er hatte 60 Grad Schräglage und stand mächtig unter Spannung – etwa so, wie ein Flitzbogen“, sagt THW-Mann Upenek.
 Erfahrene Forstleute wissen: „Mit der Kettensäge darf man an so einen Baum nicht rangehen. Das ist absolut lebensgefährlich“, sagt Carsten Füssel (50), ebenfalls Sprengberechtigter des THW Hameln. Vor ein paar Jahren seien im Schwarzwald mehrere Forstwirte, die Orkanschäden beseitigen mussten, von solchen Bäumen getötet worden.
 Von Förster Ottmar Heise hatte das THW den Tipp auf den schräg liegenden Baum bekommen. „Wir suchen immer nach geeigneten Objekten, die wir sprengen dürfen“, sagt Upenek. Denn: Einmal pro Jahr müssen die Sprengberechtigten der Bundesanstalt eine eigenverantwortliche Sprengung durchführen – ansonsten verlieren sie ihre Lizenz. Für das Forstamt ist das ein Glücksfall. Auf diese Weise musste sich kein Waldarbeiter in Gefahr begeben. „Weg musste der Baum auf jeden Fall“, sagt THW-Ortsbeauftragter Tobias Tasler. „Er war eine latente Bedrohung für Wanderer.“
 Am Morgen hatten die THW-Sprenghelfer acht 35 Zentimeter tiefe Löcher in den Stamm gebohrt. Dann drückten Upenek und Füssel Zünder in die Sprengladungen und schoben zwölf Stangen mit einem Ladestock in die Bohrlöcher. „Im gesplitterten Bereich haben wir zudem eine größere Ladung angelegt“, sagt Upenek. Mit Zünddrähten wurden die einzelnen Schlagpatronen – so nennen Experten die mit Zündern versehenen Sprengstoffstangen – miteinander verbunden und an eine elektrische Zündleitung angeschlossen. Die gefüllten Löcher verschlossen die Helfer mit nassem Zeitungspapier. Fertig. Zwei Kilogramm gelatinöser Gesteinsspengstoff vom Typ Eurodyn wurden eingesetzt, um den viele Tonnen schweren Baum zu fällen.
 Sicherheitsposten sperrten den Gefahrenbereich weiträumig ab. Um 11.54 Uhr gab Michael Upenek mit einem Messinghorn das Signal für die Sprengung. Da hatte sein Kollege Füssel bereits den Kondensator der Zündmaschine mithilfe einer Drehkurbel aufgeladen. Zugführer Andreas Weiher zählte rückwärts: „Drei, zwei, eins – Sprengung!“
Einen Filmbericht über die Baumsprengung finden Sie Montagnachmittag unter www.dewezet.de
 

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