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Für die neue Saison sieht es bei manchen Vereinen schlecht aus / Wirtschaft zieht sich teilweise zurück

Ohne Sponsoring läuft im Sport gar nichts

Hameln (jhe). Mit wenig Zuversicht schauen Hamelner Sportvereine in die Zukunft. Zweifel werden laut, ob der Leistungssport bestehen kann. Den Vereinen fehlt Geld, um Spieler, Fahrtkosten und Meldegebühren zu finanzieren. „Mit dem Sponsoring ist es schwierig geworden“, bringt Ralph Krone, Manager der ersten Herren-Handball-Mannschaft beim VfL Hameln, das Problem auf den Punkt. „Ich habe 30 Leute angesprochen und 25 Absagen erhalten“, sagt er. Doch Krone betont, dass es gerade im Bereich der höheren Ligen „grundsätzlich nicht ohne Sponsorengeld geht“.

veröffentlicht am 29.03.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 12.11.2016 um 04:41 Uhr

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Bestätigt wird das auch vom Abteilungsleiter Basketball beim VfL, Heinrich Lassel: „Wenn die finanziellen Rahmenbedingungen nicht gegeben sind, müssen Vereine auf den Aufstieg verzichten.“ Schade sei, dass Hameln so von der Bildfläche des Spitzensports verschwinde. „Es wäre schön, wenn die Wirtschaft die Vereine mehr unterstützen könnte – aber die hat ja selbst Probleme“, sagt Lassel.

Autohäuser streichen Spenden zusammen

Im Rahmen der Wirtschaftskrise bleibt Unternehmen zum Teil nicht mehr viel für Sonder-Ausgaben. So musste das Autohaus Südmersen & Struck, ebenso wie andere Hamelner Autohäuser, den Etat zusammenstreichen. Um 50 Prozent habe er diese Ausgaben „aus wirtschaftlichen Gründen“ reduziert, wie Geschäftsführer Hans-Otto Südmersen berichtet. „Es wird Jahr für Jahr schwieriger, wir stehen alle unter Druck und müssen sparen.“ Ein ähnliches Bild auch bei Schütte Kraftfahrzeuge. Inhaber Tom Schütte hat das Sponsoring „deutlich eingeschränkt, weil es Geld kostet und letztendlich nichts bringt“.

Um rund 30 Prozent seien die Sponsorengelder beim Hamelner Tennis Club eingebrochen, sagt Vorsitzender Wolfgang Dammeier. Auch er sieht den Grund darin, dass „die heimische Wirtschaft leidet“. Ohne Sponsorengelder sieht er allerdings schwarz. „Wenn kein Geld da ist, werden die Vereine zugemacht.“

Aber nicht alle ziehen sich zurück. Die Stadtwerke Hameln, die Stadtsparkasse, die Sparkasse Weserbergland und die Volksbank Hameln-Stadthagen versichern, ihr Sponsoring-Budget weder verringert noch umgeschichtet zu haben. „Unser Sponsoring ist breit gefächert, um das Gemeinwohl zu fördern“, sagt Lars Papalla, Leiter Marketing und Öffentlichkeitsarbeit bei der Stadtsparkasse.

Im Gesamtbudget der Volksbank spiele die Sportförderung „immer noch die größte Rolle“, sagt Marketing- und Öffentlichkeitsbeauftragte Juliane Djouimai. Denn im Fokus stehe, dass Jugendliche nicht nur vor dem Computer oder auf der Straße herumhingen. Aufgefallen ist Djouimai, dass die Anfragen nach Sponsorengeldern in den letzten zwei bis drei Jahren deutlich zugenommen hätten.

Stadtwerke stellen sich breit auf

Diese Erfahrung teilt Beate Mehren, Pressesprecherin der Stadtwerke. „Tagtäglich erreichen uns viele Anfragen unterschiedlicher Art“, denen die Stadtwerke allerdings nicht immer entsprechen könnten. Ziel sei, sich möglichst breit aufzustellen. „Absolut gesehen haben wir die Unterstützung von Sportvereinen nicht zurückgefahren aber auch nicht ausgedehnt“, so die Pressesprecherin. Wenn ein Verein nicht weiter unterstützt werde, dann lediglich, „um auch mal anderen die Chance zu geben, etwas aus dem Topf zu bekommen“.

Ähnlich wird die Sportverein-Förderung bei der Sparkasse Weserbergland gehandhabt. „Das Budget hat sich nicht verändert“, betont Pressesprecher Bernhard Kruppki. Beispielsweise engagiere sich die Sparkasse in einem Jahr mehr im Fußball, im anderen Jahren stärker im Handball.

Dennoch fühlen sich die Sport-Vereine alleingelassen. „Für die neue Saison sieht es ganz schlecht aus“, sagt Gisela Hasenjäger, Geschäftsführerin des TSV Schwalbe Tündern, Abteilung Tischtennis. „Das Sponsoring wurde extrem zurückgezogen“, was für den Verein bedeute, kein Geld zu haben, um Spieler zu verpflichten. Die Folge: „Wir haben überhaupt keine Aufstiegschancen“, so Hasenjäger und damit nicht genug: „Von der 2. Bundesliga steigen wir in der nächsten Saison ab in die Regional- oder Oberliga“. Große Firmen seien gar nicht mehr zu finden, für die es kein Problem sei, dem Verein 1000 Euro zu spenden.

Nur einen „kleinen Spenden-Etat“ für die Region habe die BHW Bausparkasse, sagt Postbank-Pressesprecher Rüdiger Grimmert. Denn die Konzernmutter wolle sich überregional aufstellen. Laut Grimmert sei diese Strategie bereits verfolgt worden, als BHW noch eigenständig war. Zwar habe BHW auch mal die Handballsparte des VfL unterstützt, aber lediglich „weil der Verein in der 1. Bundesliga spielte“.

Die Spendenbereitschaft zu speziellen Zwecken beobachtete auch Fred Hundertmark, erster Vorsitzender vom HSC Blau-Weiß Schwalbe Tündern. Als er Spenden für ein DFB-Mini-Fußballfeld sammelte, habe er „überall offene Türen eingelaufen“. Für ein Mannschafts-Sponsoring fehlten aber Unternehmen, die sich engagieren. Dennoch ist Hundertmark zuversichtlich,“ was die Zukunft seines Vereins anbelangt: „Das kriegen wir schon hin.“

Auch Trikotwerbung ist eine Art von Sport-Sponsoring. In diesem Jahr aber fürchten viele Vereine um Spendeneingänge, denn die Wirtschaftskrise macht sich auch bei der Förderung des Sports durch heimische Firmen bemerkbar.

Foto: Wal



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