weather-image
15°

Ministerpräsident Stephan Weil besucht das BHW – und muss sich auch kritische Töne gefallen lassen

„Ohne Postbank viel größere Sorgen“

Hameln. „Mit zehn Prozent Anteil an Bankern hat Hameln wahrscheinlich die größte Dichte dieses Berufs in seinen Mauern. Da kommt Frankfurt bei Weitem nicht dran.“ Die Zahl, die Ministerpräsident Stephan Weil gestern bei einer kurzen Ansprache vor Mitarbeitern des BHW hielt, mag zwar leicht übertrieben sein, aber der Finanzstandort Hameln befindet sich derzeit wieder im Aufwind, wie Weil angesichts der steigenden Beschäftigtenzahlen von Bausparkasse, Finanzberatung und der Kreditfabrik feststellen konnte.

veröffentlicht am 03.09.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:41 Uhr

270_008_7408674_hm102_Dana_0309_1_.jpg

Autor:

Wolfhard F. Truchseß
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Neben dem Austausch mit dem Managementteam über die Entwicklung des Unternehmens und aktuelle Themen des Marktes erhielt der Ministerpräsident bei seinem Rundgang durch das Unternehmen vor allem einen intensiven Einblick in die Baufinanzierungsberatung und eine neue App, die derzeit zwar nur auf dem I-Pod funktioniert, aber die Abläufe einer Kreditbeantragung weiter vereinfachen soll. Überrascht zeigte sich Weil, als Lorenz Semper, Gebietsdirektor der Postbank Finanzberatung in Hannover, ihm eine Akte präsentierte, die sämtliche Anträge für eine Baufinanzierung enthielt und insgesamt 62 vom Kunden zu leistende Unterschriften. „Das ist eine der Folgen der neuen Verbraucherschutzrichtlinie“, klagte Semper, „ohne dass dies für den Kunden von irgendeinem Vorteil wäre“. Früher seien nur 20 Unterschriften nötig gewesen. Beim BHW allerdings habe es für eine deutliche Ausweitung der zu leistenden Arbeit gesorgt. „Wir grasen den Markt nach Aushilfen und neuen Mitarbeitern jetzt schon bis Elze ab.“

Hameln zählt mit der BHW Bausparkasse, deren Produkte inzwischen auch in allen Filialen der Deutschen Bank angeboten werden, der Postbank Finanzberatung und der BHW Kreditfabrik neben Bonn zu den größten Standorten der zur Deutschen Bank gehörenden Postbank. Mit rund 2500 Beschäftigten – einschließlich der 70 Mitarbeiter der früheren Postbank-Versicherung – ist Hamelns größter Arbeitgeber damit auch einer der größten in der Region. Im vergangenen Jahr waren an der Lubahnstraße 2260 Mitarbeiter unter Vertrag. Zu seinen besten Zeiten arbeiteten im BHW bis zu 3200 Menschen; nach der Übernahme durch die Postbank ging die Beschäftigtenzahl im Verlauf des Integrationsprozesses zeitweilig auf 2200 herunter. Der BHW-Vorstandsvorsitzende Lars Stoy bezeichnete die Entwicklung in Hameln als ein „starkes Signal“ dafür, dass der Standort Hameln innerhalb des Konzerns gestärkt werde und gute Arbeit leiste.

Der Ministerpräsident war übrigens zum ersten Mal zu Gast im BHW. „Dabei kenne ich das Gebäude zumindest von außen gut, denn ich war zu Beginn meiner juristischen Laufbahn ein halbes Jahr Amtsrichter in Hameln und fuhr jeden Tag von Hannover kommend am BHW vorbei.“ Dem Unternehmen attestierte Weil eine Unternehmensstrategie, die aufgehe. „Ohne die Übernahme durch die Postbank hätte das BHW heute sicher viel größere Sorgen“, meinte der Ministerpräsident. Der Staat selbst wolle seinen Beitrag zur Weiterentwicklung durch Maßnahmen zur Stärkung der Bildung, Qualifizierung und Fachkräftesicherung leisten, die Infrastruktur verbessern und für eine bessere Internetqualität sorgen. Am Ende gab’s Curry-Wurst.

Lorenz Semper, Gebietsdirektor der Postbank Finanzberatung in Hannover, präsentiert Ministerpräsident Stephan Weil die komplette Akte einer Baufinanzierung mit insgesamt 62 Unterschriften des Kunden. Vor der neuen Verbraucherschutzrichtlinie waren nur 20 Signaturen erforderlich.

Dana



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt