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„Ohne euch wäre Lovely früh gestorben“: Hamelner helfen herzkranker Frau auf Haiti

veröffentlicht am 30.01.2012 um 19:28 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:34 Uhr

Auf der Intensivstation im Hôpital Sacré Coeur auf Haiti: Die frisch operierte Patientin Lovely Alcime kann schon wieder lächeln. Chefarzt Dr. Harold Previl ist zufrieden. Der Krankenhaus-Angestellte Tim Traynor machte das Foto mit seinem Handy und schick

Hameln (cla). Mit Spenden aus Hameln ist auf Haiti eine junge Frau gerettet worden: Die 22-jährige Lovely Alcime hatte ein Loch im Herzen. Der heimischen Hilfsorganisation Interhelp und ihrer US-amerikanischen Partnerorganisation „Aid Still Required“ aus Los Angeles ist es gelungen, mit wenig Geld ein Leben zu retten.

Ein dreiköpfiges Team von Herzchirurgen aus den USA unter der Leitung von Chefarzt Dr. Angelo Thomas Pezzella hat die Operation am offenen Herzen auf Vermittlung von Interhelp im haitianischen Krankenhaus Sacré Coeur vor wenigen Tagen kostenlos durchgeführt.

Der Lehrrettungsassistent Bernhard Mandla vom Team der Interhelp-Medical-Task-Force hatte die Haitianerin am 8. August 2010 im Slum von Cite Soleil kennengelernt. Besser gesagt: Dem Feuerwehrmann aus Hameln wurde die junge Frau, die sich in dem Elendsviertel ehrenamtlich um missbrauchte Kinder und misshandelte Frauen kümmerte, auf den Behandlungstisch gelegt. Lovely Alcime war während eines Anti-Trauma-Programms für die Opfer des Erdbebens, zusammengebrochen. Mandla, der bereits zweimal für Interhelp auf Haiti im Einsatz war, untersuchte die Frau, hörte seltsame Herzgeräusche. Interhelp-Notarzt Dr. Stefan Schindler vermutete einen Herzklappenfehler, ließ Lovely ins Hôpital Sacré Coeur bringen. Dort wurde das Loch entdeckt „Für Mademoiselle Alcime war das eine schlimme Diagnose, denn Operationen am offenen Herzen können in dem vom Erdbeben zerstörten Staat nicht durchgeführt werden“, sagt Mandla. Er versprach, zu helfen. Das Interhelp-Team war von dem sozialen Engagement der Haitianerin beeindruckt. „Dass sich jemand unentgeltlich für seinen Nächsten einsetzt, ist auf Haiti keineswegs normal“, sagt Reinhold Klostermann, Leiter der Interhelp-Medical-Task-Force.

Der Fall Alcime habe gezeigt, dass Beharrlichkeit und Engagement ein Menschenleben retten können, sagt Interhelp-Vorsitzender Ulrich Behmann.  „Interhelp muss lediglich den 14-tägigen Klinikaufenthalt und die Verpflegung der Patientin durch ihre Eltern bezahlen. „Diese Rettungsaktion wird voraussichtlich 1500 Euro kosten“, sagt Behmann. „Durch den sparsamen Einsatz von Spenden können wir noch vielen anderen Menschen helfen.“

Spenden-Konten: Nr. 20313 bei der Sparkasse Weserbergland (BLZ 254  501 10); Nr. 700 700 000 bei der Volksbank Hameln-Stadthagen (BLZ 254  621 60) und Nr. 33233 bei der Stadtsparkasse Hameln (BLZ 254 500 01), www.interhelp.info.



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