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Hamelner helfen herzkranker Frau auf Haiti / Mit wenig Spendengeld wurde viel erreicht

„Ohne euch wäre Lovely früh gestorben“

Hameln (cla). Mit Spenden aus Hameln ist auf Haiti eine junge Frau gerettet worden: Die 22-jährige Lovely Alcime hatte ein Loch im Herzen. Der heimischen Hilfsorganisation Interhelp und ihrer US-amerikanischen Partnerorganisation „Aid Still Required“ aus Los Angeles ist es gelungen, mit wenig Geld ein Leben zu retten. Ein dreiköpfiges Team von Herzchirurgen aus den USA unter der Leitung von Chefarzt Dr. Angelo Thomas Pezzella hat die Operation am offenen Herzen auf Vermittlung von Interhelp im haitianischen Krankenhaus Sacré-Coeur vor wenigen Tagen kostenlos durchgeführt. Noch liegt die Patientin auf der Intensivstation. Sie hat bei dem Eingriff viel Blut verloren und kein Spenderblut bekommen. „Aber sie hat die Operation gut überstanden und kann schon wieder lächeln“, schreibt ihre Schwester Elmane. „Wir sind euch ja so dankbar für eure moralische und finanzielle Unterstützung. Ohne euch wäre Lovely früh gestorben.“ Auch Dr. Pezzella ist zufrieden: „Es geht ihr gut. Keine Komplikationen.“

veröffentlicht am 31.01.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 02:41 Uhr

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Der Lehrrettungsassistent Bernhard Mandla vom Team der Interhelp-Medical-Task-Force hatte die Haitianerin am 8. August 2010 im Slum von Cité Soleil kennengelernt. Besser gesagt: Dem Feuerwehrmann aus Hameln wurde die junge Frau, die sich in dem Elendsviertel ehrenamtlich um missbrauchte Kinder und misshandelte Frauen kümmerte, auf den Behandlungstisch gelegt. Die US-Amerikanerin Andrea Herz-Payne, Gründerin der Nichtregierungsorganisation „Aid Still Required“, hatte sie in die provisorische Klinik gebracht, in der das dreiköpfige Interhelp-Team gemeinsam mit Freiwilligen aus aller Welt Kranke und Verletzte behandelte. Lovely Alcime war während eines Anti-Trauma-Programms für die Opfer des Erdbebens zusammengebrochen. Mandla, der bereits zweimal für Interhelp auf Haiti im Einsatz war, untersuchte die Kranke mit dem Stethoskop und hörte seltsame Herzgeräusche. Interhelp-Notarzt Dr. Stefan Schindler vermutete einen Herzklappenfehler, ließ Lovely ins Hôpital Sacré- Coeur bringen. Dort wurde das Loch entdeckt. „Für Mademoiselle Alcime war das eine schlimme Diagnose, denn Operationen am offenen Herzen können in dem vom Erdbeben zerstörten Staat nicht durchgeführt werden“, erklärt Mandla. Er versprach, zu helfen. Das Interhelp-Team war von dem sozialen Engagement der Haitianerin beeindruckt. „Dass sich jemand unentgeltlich für seinen Nächsten einsetzt, ist auf Haiti keineswegs normal“, sagt Reinhold Klostermann, Leiter der Interhelp Medical Task Force.

Wieder zu Hause in Hameln, ließ Mandla nichts unversucht, Lovely zu helfen. Er schrieb Kliniken in Deutschland, den USA, auf Kuba und der Dominikanischen Republik an, fragte, ob jemand bereit wäre, die Herzkranke für wenig Geld zu operieren. Andrea Herz-Payne unterstützte Interhelp, wo sie nur konnte. „Ich habe 206 E-Mails und Briefe geschrieben“, sagt Mandla. „Dass wir ein halbes Jahr brauchen werden, um die rettende Lösung zu finden, hätte ich nicht gedacht.“

Andrea Herz-Payne stellte schließlich den Kontakt zu Dr. Pezzella in Florida her. Der Herzchirurg ist Vorsitzender der Kinder-Herz-Stiftung „International Childrens Heart Fund“ und hat mit seinen Kollegen schon viele Patienten kostenlos operiert. „Alle, die an der Rettung der jungen Frau beteiligt waren, haben über viele Ländergrenzen hinweg an einem Strang gezogen“, sagt Interhelp-Vorsitzender Ulrich Behmann. Der Fall Alcime habe gezeigt, dass Beharrlichkeit und Engagement ein Menschenleben retten können. „Interhelp muss lediglich den 14-tägigen Klinikaufenthalt und die Verpflegung der Patientin durch ihre Eltern bezahlen. „Diese Rettungsaktion wird voraussichtlich 1500 Euro kosten“, sagt Behmann. „Durch den sparsamen Einsatz von Spenden können wir noch vielen anderen Menschen helfen.“

Spenden-Konten: Nr. 20313 bei der Sparkasse Weserbergland (BLZ 254 501 10); Nr. 700 700 000 bei der Volksbank Hameln-Stadthagen (BLZ 254 621 60) und Nr. 33233 bei der Stadtsparkasse Hameln (BLZ 254 500 01), www.interhelp.info.

Auf der Intensivstation im Hôpital Sacré- Coeur auf Haiti: Die frisch operierte Patientin Lovely Alcime kann schon wieder lächeln. Chefarzt Dr. Harold Previl ist zufrieden. Der Krankenhaus-Angestellte Tim Traynor machte das Foto mit seinem Handy und schickte es Interhelp in Hameln.

Im Erdbebengebiet von Port-au-Prince: Der Hamelner Interhelp-Lehrrettungsassistent Bernhard Mandla ließ nichts unversucht, der jungen Frau zu helfen.



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