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Hamelner Schüler gewinnen Wettrennen beim „Solar Cup“

Ohne Benzin und Motorenlärm

HAMELN/HANNOVER. Was mit Solarzellen möglich ist, zeigten in der vergangenen Woche 130 Teams von 17 niedersächsischen Schulen beim ersten „Solar Cup“ in der Robert-Koch-Schule in Hannover-Langenhagen. Das Podium war dabei fest in der Hand der Theodor-Heuss-Realschule aus Hameln.

veröffentlicht am 07.06.2017 um 19:24 Uhr

Mit ihren selbstgebauten Solarwagen landeten gleich drei Teams der Theodor-Heuss-Realschule beim Solarcup in Langenhagen auf dem Treppchen. Foto: mz
Michael Zimmermann

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Die Stiftung NiedersachsenMetall hatte den Wettbewerb ausgerufen, um Schüler für Solarenergie und naturwissenschaftliche Fächer zu begeistern. Mit insgesamt 17 Fahrzeugen waren auch Schüler der Theodor-Heuss-Realschule, der Pestalozzischule, der Wilhelm-Raabe-Schule und der IGS Hameln sowie der Oberschule Hessisch Oldendorf mit von der Partie, die an der Eugen-Reintjes-Schule (ERS) an den Technik-Kursen teilnehmen. Seit einigen Jahren gibt es dort die Kooperation der allgemeinbildenden Schulen mit dem Profilkurs Technik.

Die Idee, am „Solarcup“ teilzunehmen, sei von den Lehrern gekommen, erzählt Studiendirektor Klaus Wollenweber. „Aber auch die Schüler waren gleich mit Begeisterung dabei.“ In solchen praktischen Projekten könne das in der Theorie Gelernte gut angewendet werden. Die Grundbauteile stellte die Stiftung: drei Plättchen mit Solarzellen und ein kleiner Antriebsmotor. Den Rest der Konstruktion gestalteten die Schüler weitgehend frei. Bei Problemen halfen die Lehrer um Wollenweber und den Fachpraxislehrer für Metalltechnik, Karl-Heinz Müller.

Zusammen mit den Holztechnikern an der ERS schraubten, bohrten, löteten und klebten die Schüler die einzelnen Teile. In den zehnten Klassen entwickelten die Schüler die Komponenten am PC, die dann im 3D-Drucker gefertigt wurden.

Mit Holz, Pappe und Rädern aus dem 3D-Drucker bauten Sipan Im und sein Teamkollege das Gewinnerauto. Foto: mz
  • Mit Holz, Pappe und Rädern aus dem 3D-Drucker bauten Sipan Im und sein Teamkollege das Gewinnerauto. Foto: mz

Die Autos sollten dabei nicht nur schnell, sondern auch recyclebar sein, erklärt Müller. Daher seien nur Metalle, Pappe, Holz und der Kunststoff PLA, der auf Mais basiert, verwendet worden.

Rund zwölf Schulstunden habe allein die Konstruktion gebraucht, berichtet Wollenweber. Die Planung im Vorfeld dauerte noch einmal so lange. Als die Zeit am Ende knapp wurde, hätten die Schüler freiwillig Überstunden eingelegt.

Im Wettbewerb zeigte sich schnell, dass andere Gefährte zwar aufwendiger und schneller waren – aber auch anfälliger für Fehler und Schäden. „Das zuverlässigste Auto hat gewonnen“, ist Karl-Heinz Müller sicher. Auf einer zehn Meter langen Bahn mussten die Flitzer im K.O.-Modus um die Wette fahren – vorausgesetzt, die Sonne schien. Auf halbem Weg war zusätzlich ein Tunnel installiert, dort blieben einige Teilnehmer auf der Strecke, ebenso wie an den Wendepunkten. Mit rund zehn Kilometern pro Stunde flitzen die Minigefährte dort gegen die Wand. „Klack“, legt sich ein Schalter um, und schon fahren sie in die entgegengesetzte Richtung – ohne Motorenlärm und ohne Benzingestank.

Übrig blieben bei den Schülern der 9. bis 13. Klasse schließlich drei Teams der Theodor-Heuss-Realschule. Im Finale setzten sich die Neuntklässler Arber Gashi und Sipan Im gegen die schulinterne Konkurrenz durch. Und dabei sei der Wagen zuerst überhaupt nicht gefahren, wie Sipan Im erzählt. Vor dem Rennen sei sogar ein Rad abgefallen, das geklebt werden musste. Auf den weiteren Podiumsplätzen landeten Vanessa Fiebig und Sarah-Sophie Lever (10. Klasse) sowie Pia Mareen Sluijters und Mika Sonnemann (9. Klasse).

Vanessa Fiebig und Sarah-Sophie Lever schauen mit Genugtuung auf das Ergebnis – schließlich landeten sie als eines der wenigen reinen Mädchenteams unter den Teilnehmern auf dem Silberrang. „Ihr schafft das eh nicht“, hätten die Jungs vor dem Rennen gesagt. „Aber wir haben es denen gezeigt.“



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